Ein PJ- Tertial in der Schön Klinik kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Schon vor Beginn des Tertials war alles gut organisiert. Frau Schennach hat sich frühzeitig gemeldet und man konnte in einem Video-Call Fragen stellen und Wünsche äußern. Dabei konnte man angeben, ob man lieber auf einer Jugend- oder Erwachsenenstation eingesetzt werden möchte und welche Schwerpunkte einen interessieren.
Der Start in der Klinik lief ebenfalls unkompliziert ab. Am ersten Tag wurde ich morgens von der zuständigen Stationsärztin abgeholt und in die Abläufe der Station eingeführt. Ich war während des Tertials auf einer Jugendstation mit dem Schwerpunkt Essstörungen. (Station A2). Das Team bestand aus einer Stationsärztin und ungefähr sieben Therapeuten.
Im Alltag konnte man medizinisch recht viel selbstständig machen. Ich habe viele medizinische Aufnahmen eigenständig durchgeführt und diese anschließend mit der Stationsärztin besprochen. Einmal pro Woche gab es eine medizinische Visite für alle Patienten der Station, bei der man dabei war, mitdokumentiert hat und viel lernen konnte.
Auch therapeutisch konnte man viele Einblicke gewinnen. Man durfte sowohl bei Einzeltherapien als auch bei Gruppentherapien dabei sein. Besonders spannend fand ich die sogenannten Indikativgruppen, die sich jeweils auf bestimmte Themen oder Krankheitsbilder konzentrieren. Ich war unter anderem in einer Fertigkeitengruppe, in der es viel um Emotionsregulation und den Umgang mit starken Gefühlen („Skillen“) ging, sowie in einer Depressionsbewältigungsgruppe. Beide Gruppen waren sehr gut aufgebaut und haben mir auch Einblicke in andere Krankheitsbilder gegeben. Diese beiden Gruppen kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen. Wichtig ist allerdings, sich frühzeitig um einen Platz in den Indikativgruppen zu kümmern, da diese schnell voll sind.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, zur Mitte des Tertials die Station zu wechseln. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich mich auf meiner Station gut eingearbeitet und wohlgefühlt habe, grundsätzlich ist ein Stationswechsel aber problemlos möglich, wenn man noch andere Schwerpunkte kennenlernen möchte.
Man hat auch die Möglichkeit in andere Bereiche reinzuschnuppern. Zum Beispiel konnte man bei der Allgemeinmedizinerin bei Sonografien zuschauen oder in der physikalischen Therapie mitlaufen. Auch in der Diagnostik konnte man nach Absprache dabei sein – ich war einmal bei einer Intelligenztestung dabei. Außerdem bestand die Möglichkeit, bei schmerzmedizinischen Konsilen mitzugehen.
Einmal pro Woche fand außerdem ein PJ-Seminar bei Frau Schennach statt, in dem wichtige psychosomatische Krankheitsbilder besprochen wurden. Am Ende des Tertials gab es dort auch eine Prüfungssimulation. Zusätzlich konnte man regelmäßig an internen Fortbildungen für Therapeuten teilnehmen.
Die Stimmung im Team war insgesamt sehr angenehm, wertschätzend und kollegial. Insgesamt gibt es auch viele Psychologiestudierende in der Schön Klinik, mit denen man sich gut austauschen kann.
Prinzipiell dauert es etwas, bis man sich im Klinikalltag richtig eingefunden hat. Gerade am Anfang macht es Sinn, sich frühzeitig um die eigene Tages- und Wochenplanung zu kümmern.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Man sollte sich frühzeitig um eine Unterkunft kümmern, vor allem in den Sommermonaten, da dann ein hoher Andrang besteht.