Ich hatte wirklich insgesamt eine tolle Zeit in der Inneren am UKE kann ein Tertial dort sehr empfehlen! Da man in verschiedene Abteilungen rotiert werde ich erst was zu allgemeinen Dingen sagen und dann auf jede Rotation und meine Erfahrungen dort einzeln eingehen.
Allgemein Innere am UKE:
- Gehalt (400€) und 1€ Rabatt in der Mensa auf das Mittagessen (was ich sehr lecker fand)
- Immer Mittagspause möglich, wirklich alle haben einen, selbst wenn sie selber sehr gestresst waren, zum Mittagessen geschickt
- Einteilung: Vorab wird eine Excel Datei verschickt in welcher man sehen kann auf welchen Stationen wieviele Plätze frei sind. In der Regel hat man zwei Rotationen á 8 Wochen. Ausnahme: Ausbildungsstation, hier dann 4 Wochen, 4 Wochen weitere Rotation und dritte Rotation dann 8 Wochen. Die Vergabe der Rotationen findet am ersten Tag statt. Es werden zunächst die individuellen Präferenzen abgefragt und bei uns ging alles sehr entspannt auf. Es gibt schon beliebtere Rotationen (Nephro, C5A) aber es wird probiert jedem alle Wünsche zu erfüllen.
- PJ Unterricht: Alle Innere PJler können zu den angebotenen Lehrveranstaltungen gehen. Montags gab es bei uns Strahlentherapie/Onko PJ-Unterricht, dann zweimal pro Woche Fallbesprechungen (wo immer zwei PJler eingeteilt waren Fälle von Station mitzubringen und aufzuarbeiten) und 1x pro Woche Lehrvisiten. Ich fand den PJ-Unterricht meist wirklich lehrreich und gut. Besonders mochte ich bei einem Dozenten Notaufnahme-Bingo zu spielen und echte ZNA-Fälle interaktiv zu besprechen.
- Feste Einteilung für 1 Woche in die ZNA: Hier sehr flexible Dienstauswahl (FD, SD, ND). Aufnahme und Untersuchung von eigenen Patienten immer möglich mit anschließender Rücksprache mit AÄ und Anordnung von Labor/Untersuchung/Therapie. Eher stressige Arbeitsatmosphäre, typisch ZNA.
H5A - Kardiologie - Rhythmusstation
Pro:
- zu meiner Zeit sehr nettes Team (AÄ)
- sehr entspannte Einstellung hinsichtlich mal früherem Gehen oder Fehltagen - war nie ein Problem :)
- gut um Basics wie EKG endlich zu lernen
- keine Blutentnahmen/Braunülen -> werden von MFAs erledigt
Contra:
- seltenst gemeinsame Visiten mit AÄ und in meinen 4 Wochen habe ich vlt. zweimal einen Oberarzt gesehen - die fehlende oberärztliche Betreuung frustrierte auch die AÄ, da auf dieser Station oft die Berufsanfänger oder Rotanden aus anderen Abteilungen sind.
- sehr monotone Aufgaben und wenig Anleitung: Morgens sollte ich immer bei den Pat. nach Interventionen (z.B. PVI bei VHF) sonographisch einen Perikarderguss ausschließen. Das wurde mir einmal gezeigt und dann sollte ich einfach bei Unsicherheiten Bescheid sagen. Das Sono-Gerät der Station ist leider super alt und hat keinen Akku, so dass ich bei jedem der Patienten immer warten musste bis das Sono-Gerät hochgefahren ist. Bei im Durchschnitt vlt. 7 Perikarderguss-Ausschlüssen hat das Ganze dementsprechend gedauert. Tagsüber waren dann im Durchschnitt vlt. 7 Aufnahmen und da sollte ich unterstützen was auch sehr schnell aufgrund immer sehr ähnlicher Patienten langweilig wurde.
- angespanntes Verhältnis mit der Pflege: Teilweise kleine Machtkämpfe um z.B. die Stühle (AÄ hatten zu wenig Stühle im Arztzimmer weil die Pflege meinte ungefähr 6 Stühle bei sich haben zu müssen). Insgesamt kein besonders freundliches Zusammenarbeiten mit manchen Pflegekräften.
- wenig Feedback zu erledigter Arbeit: AÄ hatten selber eine hohe Arbeitslast und haben dann verständlicherweise kaum Zeit für Lehre.
H4A - Kardiologie - Ausbildungsstation (Heart Failure Unit und Herztransplantation)
Pro:
- super nettes Team (inkl. AÄ, Oberärzte, Pflege, Physiotherapie, Diätassistenz).
- viele zusätzliche interne Lernangebote: Es gab wöchentlich eine Fallbesprechung in derer wir unsere eigenen Patienten gemeinsam mit Auszubildenden/Studierenden anderer Fachdisziplinen (Krankenpflege, Physiotherapie, Diätassistenz) besprechen konnten. Dazu gab es noch eigene Seminare und Fortbildungen nur für uns PJler (z.B. LVAD).
- je nachdem wieviele PJler gleichzeitig auf der Station sind kann man sich in Frühdienst und Spätdienst einteilen.
- sehr entspannter Umgang mit Fehlzeiten oder mal früherem Feierabend.
- wirklich sehr individuelle Förderung möglich: Es wurde oft gefragt, was man lernen möchte und probiert dies zu ermöglichen. Man konnte sich auch mit seiner Telefonnummer auf eine Liste eintragen und wurde dann bei Herztransplantationen angerufen. Lernerfolg also definitiv auch von eigener Motivation abhängig, wenn man jetzt nicht so motiviert war wurde man aber auch nicht gedrängt.
- Betreuung von eigenen Patienten gewünscht: Durch den häufigen PJ-Unterricht, teilweise sehr komplexen Patienten und zu beginn fehlenden Zugängen zu dem IMC/ITS Dokumentationssystem nur eingeschränkt umsetzbar.
- sehr interessante und komplexe Patienten
- wenig Blutentnahmen/Braunülen
Contra:
- Eigene Betreuung von Pat. teilweise schwierig möglich (s.o.)
C5A - Onkologie - Leukämiestation
Pro:
- ausgesprochen nettes Team. Die Begeisterung für das Fach hat auf jeden Fall angesteckt :) Große Dankbarkeit vom Team für die erbrachte Arbeit!
- sehr interessante Patienten mit teilweise sehr seltenen Leukämieformen. Bei Interesse an dem Gebiet sehr spannend.
- die Betreuung von eigenen Patienten war quasi immer möglich und vom Team gewollt und unterstützt. Dabei aber keine Überforderung und immer die Möglichkeit für Rückfragen und Feedback.
- das Erlernen von Punktionen (Knochenmark, Lumpalpunktion, ZVK) wurde gefördert. Wirklich sehr liebe Anleitung hierbei und Ermutigung wenn man Sorge vor manchen Punktionen hatte.
- Basics wie Arztbriefe schreiben und Aufnahmen vertieft. Viel Feedback erhalten.
- Möglichkeit zur Teilnahme an internen Lehrveranstaltungen und Fortbildungen (Onko Lunch, Studientreffen usw.)
- wenig Blutentnahmen/Braunülen, da diese durch die Pflegekräfte erledigt werden und die Patienten meist einen ZVK/Port hatten
- regelmäßiges Feedback erhalten und dadurch eine steile Lernkurve gehabt
- viel teaching durch Assistenzärzte und die Oberärztin (Besprechung von Leukämien, Mikroskopie, FACS, Bluttransfusionen, Umgang mit Chemo)
- Insgesamt absolut angenehme Arbeitsbelastung auf Station: Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig zu tun
- entspannter Umgang mit Fehltagen oder mal früherem Feierabend
- sehr lange oberärztliche Visiten, kann man aber auch, falls einen Leukämien nicht interessieren sollten, als Contra Punkt sehen
Contra:
- sehr lange oberärztliche Visiten (s.o.)