In der Inneren Medizin rotiert man am UKHD für jeweils 8 Wochen in zwei Fachbereiche. Hierbei sind entweder Kardiologie oder Gastroenterologie Pflicht. Zu den weiteren Rotationen zählen Hämatologie/Onkologie, allgemein Innere, NCT, Nephrologie und Edokrinologie.
Als Pflichtrotation hatte ich die Kardiologie erhalten, Wahl war die Hämatologie/Onkologie. In der Kardiologie wird man für jeweils 4 Wochen jeweils einmal auf einer Akutstation (Chest-Pain, Intensiv, IMC) und auf Normalstation eingeteilt. Mein PJ Tertial hat mit 4 Wochen in der CPU begonnen. Die CPU ist mit einem Früh-, Zwischen-, Spät- und Nachtdienst besetzt. Dadurch, dass wir zwei PJler auf CPU waren, haben wir in früh und spät gearbeitet (07:30-15:15 und 15:15-22:45), wobei insbesondere morgens bis 9 meistens nicht so viel los war. Durch den PJ-Unterricht um 15:30Uhr sind wir für spät meist bereits um 13Uhr/14Uhr gekommen. In der CPU bestanden die Aufgaben vor allem aus Aufnahmegesprächen, körperlichen Untersuchungen, EKGs befunden und Echos. Wenn man wollte, konnte man auch die Zugänge legen, jedoch wurde das meist im Rahmen der Schleusung gemeinsam mit dem EKG durch die Pflege gemacht. Ab und an wurde man um Zugänge oder Blutabnahmen gebeten, jedoch war dies nicht primär meine Aufgabe. Trotz des teils stressigen Alltages haben sich die KollegInnen in der CPU sehr viel Mühe gegeben, Teaching zu betreiben und insbesondere morgens oder abends wurden bei etwas mehr Ruhe Themen durchgegangen oder Echos geübt. Was mir persönlich gefehlt hat, war das Nachvollziehen von Therapieentscheidungen. Dies wurde aber auf konkrete Nachfrage durchaus mehr beachtet. Ein riesiger Vorteil der CPU war, dass dort Anamnese und körperliche Untersuchung sowie die anschließende Übergabe an die Kollegen wirklich Routine geworden sind, sodass sich dieses als Übung fürs M3 schon direkt gefestigt hatte. Auch für die folgenden Rotationen war man hierdurch effizient und sicher in seinen Aufnahmen. Gerade bei ruhigen Vormittagen konnte man zusätzlich Patienten zum TEE begleiten und dort zuschauen oder auch mal im Herzkatheter zuschauen.
Als zweite Rotation in der Kardio war ich auf der Privatstation Erb I. Dies war leider gerade im Kontrast zur Zeit in der CPU keine lehrreiche Erfahrung. Wenn man hier mehr als 1 PJler ist, wird auch hier die Dienstzeit in früh und spät aufgeteilt, wobei früh 07:00-14:30Uhr und spät 12:00-19:30Uhr ist. Aufgaben der PJler waren hier hauptsächlich Aufnahmen, Zugänge legen, Blutentnahmen und Zugänge legen. Rein Organisatorisches zuerst: auf Station gibt es insgesamt 2 Stationsärzte, welche im 2 Wochen Rhythmus wechseln. Eine Stationsassistenz hat dort die Übersicht über Aufnahmen, Entlassungen und Untersuchungen und ist für die PJler eigentlich auch Hauptansprechperson. Visite mit dem Chef sind täglich ab 07:15Uhr, wobei diese eigentlich immer zwischenzeitlich unterbrochen werden müssen, da Prof. Frey im Katheter Pat. versorgen muss. Je nach Stationssituation konnte man dort eigentlich immer mitlaufen. Allerdings bekommt man im Verlaufe des Tages nicht mit, wenn der Chef nochmal auf Station zur Visite ist, da man dafür nicht informiert wird. Morgens lernt man da jedoch definitiv noch am meisten. Auf Station herrscht ein hoher Patientenumsatz, sodass täglich im Durchschnitt 4-9 Aufnahmen anstehen. Aufgabe der PJler ist es, die Aufnahmen mit Zugängen zu versorgen, Blut abzunehmen, eine körperliche Untersuchung durchzuführen und EKGs zu schreiben. Je nachdem, wie schnell die Pat. ins Herzkatheterlabor müssen, wird das wichtigste vorher gemacht und dann nach Intervention komplettiert. Hierbei hat die Stationsassistenz den optimalen Überblick gehabt und einem die Aufgaben wirklich gut weitergegeben. Leider hat man währenddessen nicht wirklich die Zeit, sich in die Fälle einzudenken. Eigene Patienten habe ich in meiner Zeit auch gar nicht übernommen. Zu Untersuchungen konnte man mal mitgehen, wenn gerade keine Aufnahmen anstanden. Dafür auch am besten die Stationsassistenz fragen, da sie den besten Überblick hat. Leider hat man sich während der Zeit dort nicht als Teil des Teams gefühlt. Und auch wenn man Aufnahmebefunde und Anamnesen in die Briefe eingetragen hat (was zeitlich meist eh schon eng war), wurden diese teils überdiktiert oder komplett geändert. Dadurch hatte man das Gefühl, dass man eigentlich nur für Viggos etc. abgestellt war. Inhaltliche Fragen wurden einem durch die Stationsärzte meist nicht wirklich beantwortet. Insgesamt war die Zeit auf Station durch eine hohe Arbeitsbelastung der Ärzte nicht sonderlich lehrreich. In unserem Evaluationsgespräch am Ende mit dem PJ-Beauftragten der Kardiologie haben wir dieses zwar rückgemeldet, jedoch ist dies ein bereits bekanntes Problem in der Abteilung aber es ändert sich leider nichts.
Für meine Hämatologie/Onkologie Rotation war ich für 8 Wochen auf der hämatologischen Tagesklinik. Bei Wunschrotation Hämatologie/Onkologie ist man jedoch nur in der Hämatologie, das NCT versorgt primär die onkologischen Patienten. Hierbei ist von der Hämatologie/Onkologie nicht wirklich vorgesehen, dass man rotiert. Darum müsste man sich selbst explizit an die Oberärzte wenden und dies absprechen. In der TKMV bestanden die Aufgaben aus Port-anstechen, Zugänge legen, Blutabnahme und Patientengespräch. Normalerweise wird der Großteil an Zugängen durch needle nurses gemacht. Während meiner Rotation war ich personalbedingt montags als Unterstützung der Needle nurses eingeteilt und konnte da viel Erfahrung mit Ports anstechen gewinnen. Den Rest der Woche war ich dann bei den ÄrztInnen und habe dort Patientengespräche geführt. Persönlich fand ich diese Einteilung ganz nett, da man dadurch nicht nur zum Zugang legen war und Nebenwirkungen der Chemo, Patientengeschichten etc. ebenfalls mitbekommen hat. So wirklich klassisch eigene Patienten waren es nicht, aber meist durfte man die Patientengespräche führen und hat sie dann den KollegInnen übergeben, sodass die nur noch grob nachgefragt haben. Ein wirklich riesiger Pluspunkt für die TKMV war das Personal. Wirklich jeder war bereit, beim Port nochmal rüberzuschauen und Fragen zu beantworten. Gerade bei Unsicherheit gab es nie einen blöden Kommentar. Insgesamt war die Zeit auf der TKMV eher entspannt und man konnte eigentlich fast immer zwischen 14 und 15 Uhr nach Hause gehen. Spannend waren die Fortbildungen, zu denen man eigentlich auch immer hingehen konnte. So z.B. Lymphom-Board und Leukämie-Board.
Insgesamt würde ich sagen, ist das Innere Tertial am UKHD abhängig von Personen und Station. Gerade die Akutstationen der Kardio hatten bei uns eine guten Eindruck hinterlassen, da man dort viel machen durfte und die KollegInnen eigentlich immer bereit waren, viel zu lernen. Je nach Normalstation war der Arbeitsalltag mehr geprägt von den klassischen PJ-Aufgaben und es konnten wenig eigene Patienten übernommen werden. Dafür war es zum Teil dann entspannt, wenn die Aufgaben erledigt waren. 8 Wochen Tagesklinik in der Hämatologie wären schon etwas eintönig, allerdings hatte ich durch Fehltage und dienstfrei eigentlich nur 5 Wochen dort und fand es für die Zeit echt gut.
Generell gilt im Innere Tertial am UKHD, dass man 6 Dienste machen muss (4x Nachtdienst unter der Woche von 16:30-24:00Uhr und 2x Wochenenddienst). Dafür erhält man jeweils einen Ausgleichstag frei. Hierbei bestehen die Aufgaben darin, für die gesamte innere BEs, Zugänge, EKGs etc. zu machen. Auch wenn es in der Einführung bei uns hieß, dass man bei mehr als einem PJler pro Dienst in der Notaufnahme aushelfen kann/soll, waren zumindest in meinen Diensten so viele Aufträge auf Station, dass wir eigentlich die ganze Zeit rumgelaufen sind und keine Zeit in der Notaufnahme verbracht haben. Für die Tertialbescheinigung muss man zusätzlich an den PJ-Unterrichten teilnehmen. Diese werden Mo-Do 15:30-16:30/17:00Uhr angeboten, Mittwochs EKG, Donnerstags Pharma (entfielen bei uns aber leider regelmäßig). Inhaltlich waren die Kurse zum Teil echt cool, so z.B. auch ein ACLS-Kurs der pflichtmäßig stattfand, ZVK-Anlage, Sprioergometrie und Schilddrüsen-Sono. Hier benötigt man von 35 Unterrichten eine Unterschrift. Dieses lässt sich allerdings relativ leicht machen, da man ausgefallene Unterrichtsstunden ebenfalls notieren kann. Besonders gut fand ich hier die M3 Simulation. Auch wenn man inhaltlich natürlich noch nicht auf StEx Ebene ist, war es echt gut, den Ablauf mal zu erleben und selbst ein Gefühl für die Prüfung zu erhalten.
Persönlich fand ich es etwas schade, dass Heidelberg sehr mit ihren HIPSTA Stationen wirbt und zumindest bei uns eine Rotation auf die HIPSTA-Station jedoch sehr schwierig war. Von anderen PJlerInnen hat man mitbekommen, dass es dort einen großen Lernzuwachs gab, da man seine Patienten selbst übernommen hat. Zugleich war die Zeit dann mit langen Tagen verbunden. In der HIPSTA Zeit kann man keine Fehltermine nehmen und nicht am Unterricht teilnehmen, bekommt aber die Zeit für die 35 Unterschriften trotzdem bescheinigt.
Für jeden Fehltag, der ohne ärztliches Attest genommen wird, werden 20Euro vom Gehalt abgezogen. Die PJ-Beauftragte Inken Macht ist echt super und immer für Fragen und co. da.