Ich war auf vier Stationen.
Herzchirugie: die BEs (Blutentnahmen) am Morgen sind zahlreich, ich musste sie alle alleine machen, außer wenn es Famulant*innen gab, die geholfen haben. Man darf Aufnahmen machen und in der Nachmittagsbesprechung um 15:00 Uhr dabei sein, das ist eigentlich schon spannend, weil man die Patient*innengeschichten dann nachhaltig versteht. Die Assis kümmern sich herzlich wenig um einen, alle sind chronisch überarbeitet und fertig, die haben gar kein Bock, noch groß was zu erklären. Die OÄ sind nett und erklären, wenn man fragt. Wenn man die Anatomie bisschen weiß (Atlas durchblättern reicht), darf man im OP auch richtig mitarbeiten, aber es ist halt das Herz, also groß Sachen machen geht nicht. Man kommt pünktlich um 15:30 Uhr raus. Die OPs waren sehr spannend und lehrreich.
Allgemeinchirurgie: die Hölle auf Erden. Ich war als einzige im PJ da und musste zwei Stationen alleine schmeißen. Man wird als billige Arbeitskraft verdonnert, jedem Blut abzunehmen und dann aber auch pÜnKTliCHSt im OP zu stehen. Mir war oft so schlecht, dass ich umgekippt bin, weil die OPs so lange dauern, ich sollte dann nach einer halben Stunde ausruhen mich wieder einwaschen. Die Assis sind nicht an einem interessiert. Die OÄ bringen einem was bei, wenn man nett fragt und keine dummen Fragen stellt. Auch hier: Atlas anschauen ist wichtig, hier noch wichtiger als auf der HC. Für mich war es die schlimmste Rotation und ich habe echt an meinem Berufswunsch, Ärztin zu werden, gezweifelt. Aber die Zeit ist auch rum gegangen. Es gab so Seminare, die waren eher langweilig.
MKG: Man wird als BE-Dienst behandelt und darf ruhig der ganzen Station 20-30 Leuten morgens Blut abnehmen. Dann noch Aufnahmen pvKs legen, aber dalli bitte. Keiner von den Ärzten interessieren Studis, am liebsten hält man die Klappe. Erklären tut einem niemand was. Die Patient*innen sind eklig (alle Raucher, Alkis, stinkig). Viel Spaß Dir!! :))
Thorax: Mit Abstand am besten! Die Arbeitslast ist gering und man lernt viel. Nicht nur im OP, auch außerhalb sind die Chirurgen daran interessiert, einem die TC näher zu bringen. Die Erwartungen, die die Ärzte an uns Studis haben, wurden nicht klar mitgeteilt, da gab es kleine Reibereien, aber im Großen und Ganzen nichts Schlimmes. Die BEs haben sich im überschaubaren Rahmen gehalten.