Also dieses Feedback steht unter der Überschrift: Du kriegst was du gibst! -> Hat mir auch ein Assistenzarzt am ersten Tag so gesagt.
Ich habe mein erstes Tertial im Klinikum Bremen Mitte in der Inneren absolviert. Ich wollte für mein PJ noch mal in eine größere Stadt und dort dann auch in ein Krankenhaus der Maximalversorgung, um ein möglichst breites Spektrum an Krankheitsbildern sehen zu können. Die Klinik Bremen Mitte gehört zur Gesundheit-Nord-gGmbH (GENO) und mit ihr noch 3 weitere Krankenhäuser in Bremen, wobei Bremen-Mitte der größte Standort ist.
Das Tertial begann mit einer Besprechung der PJ-Beauftragten und dem fürs PJ zuständigen Chefarzt, man erhält dort seinen Mittarbeiterausweis, eine kleine Führung übers Gelände, Kleidung und wird den Stationen zugeteilt. Es wird zu beginn ein Rotationsplan erstellt, den man aber in Absprache mit der PJ-Beauftragten beliebig anpassen kann.
Ich habe mein PJ dort auf der Station Weser begonnen. Auf der Station liegen primär Patienten mit soliden Tumoren und Patienten, die Strahlentherapie erhalten und dazu noch allgemeine internistische Patienten. Offiziell gibt es noch Betten der Nuklearmedizin, aber diese werden separat betreut. Die Assistenzärzte der Station sind super lieb und versuchen einem soviel wie möglich zu erklären und zu zeigen. Mir wurde auch gleich am Anfang gesagt, es soll nicht nur darum gehen Blut abzunehmen und Vigos zu legen. Klar musste man das auch machen aber bei höchstens 2-4 Patienten pro Tag. Was ich noch generell zur Abteilung der Hämato/Onko sagen kann, ist das generell die ärztliche Betreuung sehr gut ist, neben den erwähnten Assistenten sind auch alle Oberärzte sehr nett, stellen sich direkt mit Vornahmen vor und erklären einem generell sehr viel und versuchen einem auch so viel es geht zu zeigen und anzuleiten. Der Chefarzt der Abteilung ist auch immer sehr studentenorientiert und versucht in allen CA-Visiten die Studenten mit einzubeziehen und stellt aber auch viele Fragen. Er möchte das die PJler, ab der zweiten Woche eigene Patienten betreuen. Wenn man das nicht will, muss man das nicht, wenn doch ist es eine super Vorbereitung auf die Zeit nach dem Examen. Zu meinen Tätigkeiten gehörten: Patienten visitieren, Labore sichten, Patienten untersuchen, Briefe schreiben, Blutabnehmen, Blutausstrich anfertigen und mikroskopieren, Patienten aufnehmen (Anamnese + Untersuchung), Ultraschalluntersuchungen. Insgesamt war die Zeit auf Station Weser die Beste Rotation in meinem Tertial.
Als nächstes war ich in der Gastroenterologie. Hier ist die Struktur etwas anders, da der Chef und die Oberärzte primär in der Endoskopie sind hat man dort weniger kontakt. Aber die Assistenten waren auch sehr nett und bemüht. Hier konnte man auch sehr gut selbstständig arbeiten. Durch den hohen Umsatz an Patienten, konnte man viele körperliche Untersuchungen durchführen und Anamnesen erheben. Hier war die zu meiner Zeit für die Station zuständige Oberärztin sehr daran interessiert, dass die Studenten eigene Patienten betreuen. Auch hier versuchen die Assistenten den Studenten möglichst viel zu zeigen und auch die Studenten anzuleiten, z.B. Pleura Punktionen, Aszites Punktionen oder Ähnlichem. Man hat auch die Möglichkeit in die Funktion zu gehen und dort selbst angeleitet zu sonographieren oder bei Endoskopien zuzuschauen. Außerdem schreibt man dort wenn man will viele Briefe, grade wenn man welche für seine Uni braucht kann man eigl alle innerhalb einer Rotation zusammen.
Als nächstes kam die Nephrologie/Kardio. Auch hier waren die Assistenzärzte super nett, und bemüht einem was zu zeigen. Die Oberärzte sind hier aber nicht so an Studenten interessiert. Der Chefarzt schon, aber der hat leider nicht so viel Zeit wie in den anderen Abteilungen. Man wird hier allerdings auch eher zu den klassischen PJ Aufgaben gebraucht, also hier nimmt man viel Blut ab und legt viele Nadeln.
Ich hatte aber auch das Glück mit einem sehr netten Alt-Assistenten unterwegs zu sein, der auch die Dialyse-Abteilung betreut hat. Dort habe ich weniger Blutabnehmen müssen, durfte viel selbst sonographieren, konnte in der Dialyse auch angeleitet Shaldon-Katheter legen und bin auch Konsile gelaufen.
Meine letzte Station war die Intensivstation, eigl ist nur ein 2Wochen Einsatz vorgesehen, hatte diesen aber auf 4 Wochen verlängert. Hier ist das Problem, das man durch ein eignes Intensiv Kurven Program kein zugriff auf die digitale Akte der patienten hat also nichts nachlesen oder dokumentieren kann. Die Oberärzte sind auch nicht alle an Studenten interessiert mit den Assistenzärzten kann man aber ne gute Zeit haben. Man kann selber untersuchen und jederzeit mit den Assistenten über die Fälle sprechen und ein bisschen fachsimpeln. Hier geht es natürlich eher ums beobachten und lernen als ums selber machen.
Abschließend kann man sagen, Bremen-Mitte für innere lohnt sich in allen Bereichen. Wenn man Lust auf innere hat und viel Eigeninitiative zeigt bekommt man viel beigebracht und lernt sehr viel, wenn man mit innere allerdings nichts zu tun hat und das offen auch kommuniziert, kann man auch jeden Tag nach den Blutentnahmen und Vigos gehen ohne böse bedacht zu werden. Alle Assistenzärzte sind wirklich super lieb und total motiviert dir auch was cooles zu zeigen oder machen zu lassen.