Insgesamt hat mir das Tertial in der Inneren ganz gut gefallen. Es ist ein eher kleines Krankenhaus (im Vergleich zB zu Bremen-Mitte). Die Abteilung der Innere ist nicht weiter untergliedert und behandelt Patienten mit diversen internistischen Krankheitsbildern. Wer nicht super abgedrehte internistische Erkrankungen sehen möchte und ein Gefühl für das "daily business" (Kardiologie, Gastroenterologie) der Inneren Medizin bekommen möchte, ist hier gut aufgehoben.
Zwischenmenschlich:
Die Kollegen (vor allem die Assistenzärzte) sind sehr nett und bei Fragen hilfsbereit. Auch die Oberärzte sind nett. Wenn man nicht gerade in den Funktionsbereichen zuschaut, hat man mit diesen aber eher weniger zu tun. Die hauptsächlichen Ansprechpartner sind eher die Assistenzärzte auf den jeweiligen Stationen. Auf der Station 32 visitiert der Chefarzt (Prof. Pox) täglich. Die Visite mit ihm ist ganz angenehm und lehrreich.
Anders als in anderen Krankenhäusern (wie zB in manchen Unikliniken) ist das zwischenmenschliche Miteinander immer auf Augenhöhe. Trotz auch stressigen Tagen und Zeitmangel habe ich in meiner Zeit nie persönliche Angriffe oder verbale Entgleisungen erlebt. Auch die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzte ist sehr gut.
Krankenhaus:
Das Wichtigste vorweg: Wie mein PJ lief, hing maßgeblich von mir selbst ab. Wenn ich Lust hatte und viele Dinge sehen und lernen wollte, in Funktionsbereichen (Kardiologie, Endoskopie usw.) zuschauen, bei Nachtdiensten, in der Notaufnahme, auf Intensivstation usw. eingesetzt werden oder eigene Patienten übernehmen wollte, dann wurde dies unkompliziert möglich gemacht. Eine Fremdrotation (zwei Wochen zB in der plastischen Chirurgie) wurde ebenfalls ermöglicht. Grundsätzlich wurde auch durch eine persönliche Betreuung durch einen Assistenzarzt auf eine ausreichende Rotation geachtet. Wie sehr man aber lernen und zuschauen konnte, hing ein bisschen von der eigenen Motivation ab. Es wird in der Zeit nicht viel eingefordert (bis auf Blutentnahmen und Zugänge legen, das hält sich aber im Rahmen). Man ist relativ flexibel in der Gestaltung seines PJs, je nach Interesse kann man über die Gestaltung des PJs mitentscheiden. Arbeitsbeginn ist um 7:45 Uhr.
Fortbildung:
Jeden Donnerstag gibt es eine Fortbildung in der Frühbesprechung. Es gibt zusätzlich zur Arbeit sehr viel PJ-Unterricht der besucht werden kann (mehrfach die Woche, häufig auch an festen Tagen). Dies war immer sehr gesellig und mit den anderen PJlern eine gute Abwechslung. Anwesenheitspflicht gab es keine, wenn man nicht da war, dann war dies auch nicht weiter schlimm.
Wohnen, Vergütung und Essen:
Ich habe von dem Krankenhaus eine Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen. Dies führte dazu, dass meine Vergütung leicht reduziert wurde (von 400 Euro auf, je nach Monat, ca. 340-360 Euro). Die Wohnungen sind sehr gut, das Bad und die Küche sind super. Das Essen in der Klinik ist sehr sehr sehr gut. Es gibt morgens ein reichhaltiges Frühstück und mittags ein leckeres Mittagessen, bei dem für jeden etwas dabei ist.
Freizeit:
Wie oben erwähnt, muss ein Arbeitstag nicht zwangsweise bis 17 Uhr gehen. Es gibt viele Tage, an denen man auch nach der Kurvenvisite am Nachmittag (ca. 13-14 Uhr) oder eben nach dem PJ-Unterricht bereits gehen kann. Weitere freie Tage zu bekommen war durch die Übernahme von Nachtdiensten oder Blutentnahmen am Samstag möglich.
FAZIT
Insgesamt ist das PJ hier zu empfehlen.
Solltet ihr allerdings auf eine Unterkunft angewiesen sein, dann nehmt bitte Folgendes zur Kenntnis: Die Wohnungen werden erst nach der Buchung des Tertials vergeben. Es gibt eine limitierte Anzahl an Wohnungen. Auch wir hatte PJler dabei, die keine Wohnung bekommen haben, obwohl sie eine benötigt hätten. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, mietet ihr selbst ein Zimmer/ eine Wohnung. Preislich würde ich mir dann allerdings über andere PJ-Möglichkeiten in Bremen Gedanken machen, bei der die monetäre Vergütung deutlich besser ist.
Bewerbung
Die Bewerbung lief ausschließlich über das PJ Portal.