Ich muss sagen, ich war zu Beginn des Praktischen Jahrs eher skeptisch gegenüber der Inneren Medizin eingestellt und hatte auch Respekt vor dem was im PJ so auf mich zukommen würde. Aber jegliche Sorgen und Bedenken wurden mir an der Diakonie in Bad Kreuznach schnell genommen. Dies lag vor allem an Simone, die für die Betreuung der PJler zuständig ist. Die Organisation des PJ ist hervorragend und beginnt schon mit einem herzlichen ersten Willkommenstag mit persönlicher Begrüßung der PJler samt Tour durch Krankenhaus. Auch die Möglichkeit einer eigenen Umkleide samt Spinden für die Studierenden ist einfach spitze. Sollten Fragen während des Tertial aufgekommen seien, sei es wegen des PJ-Unterrichts, Hilfe zu Bescheinigungen oder Fragen wegen Studientagen, Simone hat immer ein offenes Ohr für euch.
Zum Tertial an sich, kann ich nur sagen, es war wirklich die beste Entscheidung mein PJ an der Diakonie in Bad Kreuznach zu machen . Es wird Wert daraufgelegt, dass einmal wöchentlich tatsächlich der PJ-Unterricht stattfindet und auch während der Arbeitszeiten und nicht erst im Anschluss. Zusätzlich gibt es zu Beginn des Tertial einen EKG Kurs durch Stefan Scholvien, der sehr hilfreich ist und generell ist die Betreuung durch die Oberärzte vor allem aus der Gastroenterologie ( Jawad, Stefan und Stefan, Stefanie und Dr. Höcker) einfach spitze. In meiner vier-wöchigen (!) Zeit in der Diagnostik und Funktionsbereich, durfte man tägliche Oberbauch-Sonos machen und bei Gastro- und Koloskopien zuschauen. Man nahm sich die Zeit uns PJlern Pleura- und Aszitespunktion zu zeigen und unter Anleitung durchführen zu lassen. Auch im Herzultraschall nimmt Anil das Teaching sehr wichtig, ich durfte fast jeden Patienten vor- oder nachschallen und bei Kardioversionen mitmachen und Schluckechos unter seiner Anleitung durchführen. Auf Nachfrage und Interesse, ist es möglich ein paar Tage im Herzkatheterlabor zu verbringen, hier ein Danke und Lob, an die Pflege im HKL, die einen so herzlich aufnimmt und alles zeigt. Herr Dr. Ahoopai ist wirklich bemüht dabei den Studierenden die Kardiologie näher zubringen und auch Herr Dr. Avranas versucht einen Einblick in die Elektrophysiologie zu ermöglichen.
Meistens ist man 4 Wochen auf Normal-Station eingeteilt und nochmal zwei Wochen auf der Herzüberwachung/Stroke eingeteilt. Diese Zeit ist natürlich abhängig davon, mit welchem Assistenzarzt/ärztin man auf Station unterwegs ist und wie erfahren der/diejenige selbst schon ist. Und natürlich stehen morgens zahlreiche Blutentnahmen an, allerdings wird auch hier immer betont, das man dafür nicht ärztliche Visite verpassen soll und man einfach den BE-Wagen mit zur Visite nehmen kann. Meine HÜ-Zeit habe ich mit Louise und Max verbracht und diese zwei Wochen waren für mich mit die lehrreichsten und schönsten des Tertials, die beiden haben mir eigene Patienten (Zimmer) zu geteilt, mich Diagnostik und Medikamente anordnen lassen, besprochen, warum man nun welche Therapie einleitet, EKGs, CT-Bilder, Rö-Thorax etc. genauer erklärt und das alles trotz ihres hektischen Stationsalltag. Arztbriefe sollte man auch schreiben, allerdings so, dass in der Regel im Anschluss gemeinsam drübergeschaut wurden und man dadurch etwas gelernt hat. Es wurde ebenfalls nicht erwartet, wegen des Schreibens von Arztbriefen nachmittags länger zu bleiben.
Die vierwöchige Zeit in der ZNA fand ich nicht ganz so toll, dass lag aber hauptsächlich an der Stimmung des Pflegepersonals und des Auftretens gegenüber uns Studenten. Im Kontrast dazu steht das Pflegeteam, welches auf Station 5A/B und der HÜ arbeitet, das gesamte Team kommt einem mit viel Herzlichkeit und Unterstützung entgegen gerade, wenn man am Anfang noch etwas planlos auf Station herumirrt und es herrscht alles im allem einfach ein positive Atmosphäre.
Ich möchte mich besonders Bedanken bei Flora und Vincent. Vincent Blum ist euer Ansprechpartner bei jeglichen Fragen und Problemen während eurer Zeit dort. Außerdem überträgt er einem auch Patienten und lässt einen sehr viel eigenständig Arbeiten, was das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt. Flora hat sich einmal in der Woche, für alle die Interesse hatten, Patientenfälle und Beispiele ausgedacht, um anhand dieser Fälle Prüfungsfragen zu simulieren, einfach nur Klasse! Zum Schluss ein riesiges Danke an Stefan Widmer und Jawad, die jeweils beide 2 Studierende, die Möglichkeit gegeben haben, eine M3-Situation zu simulieren.
Fazit:
Würde ich mein Tertial in der Inneren wieder in der Diakonie in Bad Kreuznach absolvieren? Auf jeden Fall. Man fühlt sich im Anschluss des Tertials alles im allem gut vorbereitet auf das M3. Ich hab mich daraufhin dazu entschieden mein Chirurgie Tertial in der Diakonie zumachen, weil generell, das gesamte Klima und die Atmosphäre im Klinikum so angenehm sind. Es grüßt jeder jeden, man ist mit fast allen per „Du“ und man hat einfach von Tag eins das Gefühl dazuzugehören. Man wird wirklich als Teil des Teams angesehen und das führt dazu, dass man gerne dort hingeht. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass sich einige von uns im Anschluss in unterschiedlichen Fachabteilungen in der Diakonie beworben haben.