PJ-Tertial Innere in Klinikum Bremen-Mitte (7/2018 bis 10/2018)

Station(en)
Station 14 Onkologie / Station 10 Gastroenterologie / Zentrale Notaufnahme
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Fazit zuerst: ich kann die Innere Medizin am Klinikum Bremen-Mitte wirklich jedem weiterempfehlen. Ich selbst werde bald in die Viszeralchirurgie in Berlin gehen und hatte einige Befürchtungen hinsichtlich meines Tertials in der Inneren Medizin - vor allem graute es mir vor zahllosen Blutentnahmen und stundenlangen Visiten. Dies hat sich hier jedoch überhaupt nicht bestätigt - das Arbeiten war sehr angenehm, die Kollegen durchgehend freundlich und der Zuwachs an praktischen Erfahrungen und Fertigkeiten überraschend groß.

Das Klinikum Bremen-Mitte (KBM): ist zentral gelegen und der Maximalversorger in Bremen. Die Innere Medizin ist hier sehr breit aufgestellt, allerdings fehlt bisher noch ein Herzkatherterlabor. Fans der invasiven Kardiologie werden hier mitunter also nicht glücklich, ansonsten bildet das KBM allerdings die komplette Palette der Inneren ab.

Unterkunft und Gehalt: werden gestellt. Es wird ein bestimmter Betrag gezahlt, von dem man eine vom Klinikum angebotene Unterkunft bezahlen oder sich etwas eigenes suchen kann. Ich habe bei meinen Verwandten gewohnt, kann daher nichts zur Verfügbarkeit und Qualität der Klinik-Unterkünfte sagen. Das Essen im Krankenhaus muss allerdings selber bezahlt werden, Mittagessen zwischen 3,20 und 5,-

Fortbildung: findet regelmäßig ca. 3x die Woche statt - Mo, Di und Mi. Dazu gehören klinische Visiten mit Fragerunde, Unterrichte in Pharama, Laborchemie und Patho, sowie ein EKG-Kurs.

Bremen: ist meine Heimatstadt und gerade im Sommer sehr schön! Vom Krankenhaus kommt man fußläufig in das "Viertel" mit zahlreichen Kaffees, Bars und Restaurants. Ansonsten kann man aufs Fahrrad oder in die Bahn steigen und erreicht fast alles Sehenswerte in maximal 20 Minuten.

Der erste Tag in der Klinik: ist sehr entspannt. Treffen ist beim Pj-Beauftragten (seit längerem Chefarzt der Klinik III der Inneren Medizin). Dieser macht eine Führung durchs Krankenhaus und bespricht alles Organisatorische. Schlüssel für die Stationen und die Kleiderkammer erhält man durch die Sekretärin bzw. Schlüsseldenst.

Die Aufteilung auf die Klinken: erfolgt in Eigenregie! Alle PJler der Inneren (bei uns 6) wurden vom Chef an einen runden Tisch gesetzt und hatten eine Stunde Zeit sich aufzuteilen. Das PJ ist Aufgeteilt in 4wöchige Rotationen, von denen mindestens 2 Rotationen in 2 verschiedenen Medizinischen Kliniken abgeleistet werden müssen. Darüber hinaus ist eine 2wöchige Rotation auf die Intensiv, sowie eine 2wöchige Rotation in die Notaufnahme erwünscht. Außerdem wird Angeboten, dass man 2 Wochen ein fachfremdes Praktikum machen kann (also alles außer Innere). Die anderen beiden Rotationen sind frei wählbar. Zum Angebot gehören grob:

-Med I Onkologie:
--> Station 6: nicht-solide Tumore
--> Station 14: solide Tumore und Lymphome

-Med II Gastroenterologie:
--> Station 10: allgemeine Gastro
--> Station 13: Außenliegerstation

-Med III Nephrologie und Kardiologie
--> Station 9

- Zentrale Notaufnahme

- Internistische Intensivstation


Meine Rotationen sahen wie folgt aus:

4 Wochen Onkologie, Station 14: haben mich sehr positiv überrascht! Gute Betreuung durch die Assistenzärzte und sehr engagierter Oberarzt. Hier erledigen die Schwestern morgens die ersten Blutentnahmen, so dass man nur ca. 3-6 BEs zu erledigen hat. Im Tagesverlauf gehört es allerdings dazu, die restlichen anfallendenden BEs und pVKs zu erledigen. Sind diese zu zahlreich, helfen aber auch die Assistenten. Morgens dann Stationsbesprechung und Visite. Hierbei wird man einem Assistenten (und somit einer Seite der Station) zugeteilt. Im Tagesverlauf dann erldigung der Stationsarbeit mit Patienten aufnehmen, Anordnungen machen, Dokumentation, etc. Hier kann man also in extenso internistische Untersuchungen erlernen, viel Sonographieren (!) und unter Anleitung der Assistenten Pleura- und Aszitispunktionen durchführen. Laut leitendem Oberarzt soll man als PJler eigentlich auch mal eine KM-Punktion machen, dies hat sich in meiner Zeit leider nicht ergeben. Trotzdem kann man auch mit dem Oberarzt mitlaufen, wenn zum Beispiel Blutausstriche zu beurteilen sind (u.a. auch Malria-Fälle aus der ZNA).

4 Wochen Gastroenterologie, Station 10: waren etwas gemischt zu bewerten. Sehr nette Assistenten und sehr engagierte Leitende Oberärztin! Die Station war allerdings sehr arbeitsreich, eher mehr Blutentnahmen und längere Visiten. Sehr positiv ist aber, dass man nach der Visite mit in die Funktionsbereiche (Sonographie und Endoskopie) gehen kann. Endoskopien sind nett anzusehen, allerdings kann man in der Sono strukturiert die Abdomensonographie erlernen und bekommt ein gutes Feedback, da meistens nachgeschallt wird und man Verbesserungsvorschläge zu Technik und Darstellungsmöglichkeiten bekommt! Außerdem finden in der Sonographie ebenfalls Aszitis- und Pleurapunktionen statt, die man bei Interesse unter Aufsicht machen darf.

4 Wochen Zentrale Notaufnahme: da ich in meinem ersten Tertial Anästhesie belegt und somit schom mal eine Intensiv von innen gesehen hatte, konnte ich in Absprache mit den anderen PJlern und dem Chef 4 Wochen in die ZNA . Dies war die eigentlich beste Zeit meines Tertials in der Inneren Medizin, nicht zuletzt wegen des hohen Engagements, welches die Fachärztin der Notaufnahme für die Ausbildung der Studenten an den Tag gelegt hat. Die Notaufnahme ist interdisziplinär angelegt und hält ca. 12 Behandlungsplätze vor. Aufgaben des PJlers aus der Inneren sind hier hauptsächlich: Anamnsese, fokussierte Untersuchung, Anordnung von Untersuchungen, Zugang legen und BE, EKG/Labor/U-Status/Rö beurteilen, ggf. Sonographieren. Danach wird das weitere Procedere mit einem der diesnthabenden Ärzte festgelegt. Nach kurzer Einarbeitung konnte man bei entsprechender Eignung sehr schnell eigene Patienten übernehmen und sehr eigenständig Arbeiten. Zusätzlich konnte man folgendes erlernen: Sonographieren (Abdomen, Kompressionssonographie bei V.a. TVT), EKG-Beurteilung, Rö-Thorax beurteilen, Pleura- und Asizitispunktionen, Magensonden legen, BGAs aus Hand und Leiste abnehmen, großlumige Zugänge legen, Elektrokardioversion unter Anleitung des OA der ZNA.

Insgesamt war ich sehr positiv überrascht von meinem Innere-Tertial und hatte eigentlich nie das Gefühl, unangenehme oder unnötige Aufgaben erledigen zu müssen bzw. mich bei den "berüchtigten und überlangen" Visiten zu langweilen. Zudem wurde meine Erwartung vollständig erfülltt, in diesem Tertial meine Fertigkeiten in der klinischen Untersuchung und Sonographie zu festigen, sowie das Management von häufigen internistischen Erkrankungen zu erlernen - somit alles top!


Bewerbung
Über PJ-Portal
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Fallbesprechung
Prüfungsvorbereitung
EKG
Tätigkeiten
EKGs
Punktionen
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
Notaufnahme
Patienten aufnehmen
Untersuchungen anmelden
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
2
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.33