Ich war wirklich positiv überrascht. Meine Motivation für das Chirurgie Tertial hielt sich vorher in Grenzen. Jedoch wurde ich, vor allem in der Hand und Visceral Chirurgie, positiv überrascht!
Vor allem in der Handchirurgie wurde ich sehr nett empfangen und man hatte das Gefühl alle sind froh dass man da ist. Hier war ich fast täglich im Op, dort wurde viel erklärt und ich durfte auch häufiger mal Nähen, Bohren oder Schrauben entfernen. Sonst hält man natürlich auch viel Haken aber alle sind sehr nett und man wird wertgeschätzt. Man kann je nachdem wie viele PJler es gibt auch mut in die Sprechstunde wo man ebenfalls etwas mitnehmen kann.
In der ZNA wird man auch sehr nett eingebunden und diese Rotation ist das Highlight des Tertials. Dort ist man hauptsächlich für die chirurgischen Notfälle zuständig, meist ist zusätzlich auch noch ein innere PJler für die Internisten da. Man darf eigene Patienten behandeln (Anamnese/Röntgen anmelden/Untersuchungen/Sono machen/ Platzwunden nähen…).
Auch in der Allgemein-/Visceral Chirurgie wurde ich sehr nett empfangen. Vor allem die Oberärzte sind sehr nett. Hier macht man Morgens nach der gemeinsamen Visite die Blutabnahmen (meistens zwischen 5-10), häufig sind mehrere Pjler da und man kann sich mit Op Assistenz und Blutabnahmen aufteilen. Im Verlauf des Tages wird dann immer mal jemand im Op benötigt. Auch dort ist es immer nett und man bekommt auch meistens etwas erklärt. Wenn nicht kann man bei der Stationsarbeit helfen oder in die Sprechstunden gehen. Montags lohnt sich vor allem die Adipositas Sprechstunde. Einer der Oberärzte hat mit uns sehr lehrreiche Fortbildungen gemacht. (Patientenfälle wie im m3).
Allgemein gibt es theoretisch, bis auf Freitags, jeden Tag eine Fortbildung um 15 Uhr, diese finden jedoch auch häufiger nicht statt. (Kardio, Gastro, Radio und Anästhesie)
Die einzige Station auf der ich mich wirklich absolut nicht wohl gefühlt habe war die Unfall-Ortho. Hier interessiert sich so gut wie keiner für deinen Namen oder sonst irgendwas. Du bist einfach nur zum Blutabnehmen, Vigos legen, Verbandswechsel machen und Botengänge erledigen da. Je nachdem wie viele Pjler es gibt, kann man sich die 10-15 Blutabnahmen am Tag aufteilen, man ist auf jeden Fall erstmal damit beschäftigt und rennt durch das ganze Haus. Wenn man die Blutabnahmen erledigt hat kann man dann bis zum Feierabend neben dem pj Telefon sitzen und warten ob noch jemand für eine op Assistenz oder eine weitere BE/Vigo anruft. Einbindung ins Team oder Wertschätzung gleich Null. Manche Assistenten und Oberärzte sind auch hier nett und erklären/stellen Fragen (zb im OP).
In der Thoraxchirurgie gibt es morgens nach Visite auch ein paar Blutabnahmen und anschließend kann man meist mit in den OP zum zuschauen und oder mithelfen. Hier wurde ich auch mal früher nach Hause geschickt, wenn es nichts interessantes mehr gab. Je nachdem was anfällt kann man auch beim Drainage legen oder ähnlichem zuschauen/helfen.
Alles in allem wird schon meist selbstverständlich erwartet dass man Blutabnahmen und vigos macht und man hat manchmal das Gefühl die Assistenten könnten dies selbst nicht weil wirklich jede einzelne Blutabnahme an die PJler weitergeben wird und meiste keiner Fragt ob man klar kommt oder Hilfe braucht.
Theoretische gibt es PJ Dienste, so ist nach 16 Uhr jemand da von dem man sich im op auslösen lassen kann. Das funktioniert natürlich nur wenn auch jeden Tag PJ Dienste übernommen werden. Hierfür bekommt man entweder zusätzlich Geld oder freie Tage.
Die Rotationen über die verschiedenen Stationen sind nur möglich wenn genügend PJler da sind in einem Tertial, andernfalls kann es sein dass man nur visceral und ortho-unfall machen kann.
Das Mittagessen bekommt man gestellt und bis auf in der Handchirurgie wo man wirklich viel im OP eingebunden ist kann man auch eigentlich immer essen gehen.