PJ-Tertial Unfallchirurgie in Landesklinikum Horn (8/2025 bis 11/2025)

Station(en)
Komplette Unfallchirurgie
Einsatzbereiche
OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Krems (Oesterreich)
Kommentar
Das KPJ-Tertial in der Unfallchirurgie war insgesamt eine sehr bereichernde und lehrreiche Zeit, die mir fachlich wie persönlich viel gebracht hat. Besonders hervorheben möchte ich die angenehme Arbeitsatmosphäre und die zahlreichen Möglichkeiten, praktisch tätig zu werden.

Nach der „Eingewöhnungs-Phase“ (ca. 3-4 Wochen) durfte man zunehmend eigenständig arbeiten: Wundversorgungen inklusive Nähen, Punktionen, Infiltrationen sowie eigenständige Untersuchungen in der Ambulanz inklusive radiologischer Bildanforderungen.

Besonders positiv war die enorme Flexibilität in der täglichen Einsatzplanung. Man durfte jeden Tag selbst entscheiden, ob man in die Ambulanz, die Nachbehandlung, die Aufnahme (SET) oder auf Station wollte. Dadurch lernte man alle Bereiche intensiv und entsprechend des eigenen Lernfokus kennen. Auf Station gab es zudem eine sehr nette Allgemeinmedizinerin, durch die man neben unfallchirurgischem Wissen auch internistische Einblicke erhielt. Regelmäßig wurde man außerdem für OPs eingeteilt und durfte dort – je nach Operateur*in – selbst kleinere operative Schritte übernehmen, statt nur der Hakenhalter zu sein.

Ein weiterer großer Pluspunkt war die Möglichkeit, bei Schockraum-Alarmen jederzeit mitzugehen – unabhängig davon, ob die Patient*innen mit dem Notarzt oder dem Helikopter gebracht wurden. Man konnte im Schockraum direkt zusehen und, wenn die Situation es zuließ und man sich sicher fühlte, selbst Blut abnehmen oder kleinere Tätigkeiten durchführen. Zudem durfte man jederzeit zu Polytrauma-CTs, normalen CT-Untersuchungen oder zur Sonographie mitgehen und dort zuschauen.

Die Betreuung der KPJ-Studierenden durch Oberarzt Dr. Klümper war wirklich sehr gut. Er war jederzeit ansprechbar, nahm sich ehrlich Zeit, erklärte Dinge verständlich und zeigte echtes Interesse an unserer Ausbildung – so jemanden wünscht man sich überall als betreuenden Oberarzt.

Auch der generelle Lehrcharakter der Abteilung war stark ausgeprägt. Nahezu alle Ärzte und Ärztinnen nahmen sich immer wieder Zeit, Frakturen, Röntgenbilder oder therapeutische Überlegungen zu erklären. Besonders die jüngeren Assistenzärzt*innen erklärten unglaublich viel, leiteten einen geduldig an und ließen einen sehr viel selbstständig machen. Prim. Dr. Arva nahm sich ebenfalls regelmäßig Zeit, spannende oder komplexe Fälle sowie entsprechende Röntgen- oder CT-Bilder in angenehmer Atmosphäre zu besprechen.

Positiv hervorzuheben ist das Pflegeteam in der Ambulanz. Die Pflege dort war super freundlich, hilfsbereit und kompetent. Man wurde sofort integriert, konnte jederzeit Fragen stellen und hat auch von ihnen fachlich und organisatorisch viel gelernt.

Ein weiterer angenehmer und seltener Vorteil: Man kam wirklich jeden Tag zum Mittagessen – und dieses wurde den KPJ-Studierenden kostenlos von der Klinik zur Verfügung gestellt.

Fazit:
Trotz eines organisatorisch schwierigen Starts war das KPJ-Tertial in der Unfallchirurgie fachlich wie menschlich äußerst lohnend. Die große Flexibilität, die vielen praktischen Möglichkeiten, das engagierte Teaching durch Assistenz- und Oberärzte, das tolle Pflegeteam und die gute Stimmung im Alltag machten die Rotation insgesamt zu einer sehr empfehlenswerten und lehrreichen Erfahrung.

Allerdings besteht auf Ebene der Klinikleitung noch deutlicher Verbesserungsbedarf (non existenter KPJ-Unterricht, keine Selbststudiumszeiten und fehlende strukturierte Einführung am ersten Tag). Auch eine aktivere Bewerbung des Landesklinikums Horn wäre sinnvoll, da es untern den KPJ’lern bislang wenig bekannt ist.
Bewerbung
Ein Jahr vorher über das KPJ-Portal
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Nahtkurs
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Notaufnahme
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
EKGs
Braunülen legen
Gipsanlage
Untersuchungen anmelden
Chirurgische Wundversorgung
Punktionen
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
900

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
5
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.87