PJ-Tertial Dermatologie in Bundeswehrkrankenhaus (3/2025 bis 6/2025)

Station(en)
Dermatologie
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, OP, Diagnostik
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Positiv
Freundliches ärztliches Team: Die meisten Ärzt:innen, einschließlich Chefarzt, waren offen, respektvoll und nahbar. Hierarchische Distanz war kaum spürbar.
Engagierte Kolleg:innen: Besonders Vera und Leo nahmen sich Zeit für Lehre und praktische Anleitung – Zusammenarbeit sehr empfehlenswert.
Breites Spektrum an Krankheitsbildern: Viele dermatologische Fälle, darunter auch seltene Befunde, ermöglichten interessante Einblicke.
Gründliche Diagnostik: Untersuchungen und Diagnostik erfolgten oft über das übliche Maß hinaus, was den Lernwert erhöhte.
Ruhiger Arbeitsalltag: Aufgrund der geringen Patientenzahl (häufig <10) waren teilweise frühere Feierabende möglich. Vorteil für Studierende, die ein weniger forderndes Tertial suchen.

Verbesserungspotenzial / Herausforderungen
Ungünstiges Verhältnis Studierende zu Patientenzahl: Leerlauf durch viele Studierende (teilweise mehr als 4-5) bei wenigen Patient:innen erschwerte die sinnvolle Einbindung.
Fehlende Struktur im Stationsalltag: Tagesabläufe und Zuständigkeiten waren oft unklar; Ansprechpartner:innen nicht immer benannt.
Begrenzte ärztliche Anleitung: Praktische Weiterbildung und Besprechung von Therapie erfolgten nur selten; man hat Aufnahmen und Anamnesen gemacht und danach wurde es nicht immer richtig mit dem ärztlichen Personal besprochen, es erfolgte z.B. Hautkrebsscreening durch Studierende in Ausbildung ohne Erfahrung (Der einzige Kommentar war stets, dass wir uns bei auffälligen oder ungewöhnlichen Befunden jemanden von der ärztlichen Seite hinzuziehen sollen.) Lernzuwachs war häufig auf Selbststudium beschränkt.
Fehlende oberärztliche Lehre / Fortbildungen: Keine regelmäßigen internen Fortbildungen oder geplante didaktische Struktur durch Oberärzt:innen; nur einmal monatlich ca. 1-stündige Fortbildung. Keine, wie an anderen Kliniken üblich, wöchentlichen Vorträge, Fallbesprechungen, Leitlinien-Updates o. Ä.
Viele nicht-ärztliche Tätigkeiten: Studierende wurden regelmäßig für organisatorische Aufgaben eingesetzt, z. B. Patient:innen von der Station in die Ambulanz transportieren. Termin telefonisch ausmachen/absagen usw.
Schwer planbare Mittagspausen: Tägliche Besprechungen (12:15–13:00 Uhr) überschneiden sich mit Mensa-Öffnungszeiten (12:30-13:00); man macht leider nie Pausen mit den ärztlichen Kolleg:innen (wie woanders üblich).
Organisationsmängel in der PJ-Betreuung: Computerzugang erst nach 4 Wochen, viele bürokratische Aufgaben in der ersten Woche ( unübersichtlicher Laufzettel mit diversen Stationen)

Dieses Tertial eignet sich für Studierende, die eine ruhige, wenig fordernde Zeit suchen, kein Problem mit Leerlauf und organisatorischen Aufgaben haben und bereit sind, sich selbstständig mit engagierten Ärzt:innen zu vernetzen.
Da die Ärzt:innen (meiner Meinung nach) deutlich weniger Arbeitsaufwand hatten als an zivilen Krankenhäusern (viele Ärzte:innen und wenige Patienten), hatte ich erwartet, dass mehr Wert auf Lehre gelegt wird. Dies war jedoch nicht der Fall: Gezielte praktische und theoretische Weiterbildung fanden sehr wenig statt.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
EKG
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
Braunülen legen
Briefe schreiben
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
475

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
4
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
2
Betreuung
4
Freizeit
1
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3