PJ-Tertial Anästhesiologie in Universitaetsklinikum Heidelberg (11/2024 bis 3/2025)

Station(en)
E99, Chirurgie, Gyn, Ortho, Kopfklinik
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Heidelberg - Fakultaet Heidelberg
Kommentar
Mein Tertial in der Anästhesie war super, ich würde es allen empfehlen, gerade wenn man noch nicht so Plan hat was man machen möchte (sowie ich selbst). Man darf sich eine Intensivstation aussuchen (1Monat), kriegt Mentoring (1:1 Betreuung für 1 Monat) und kann Wünsche äußern, wo und wie lange man in den verschiedenen OPs rotieren möchte (2Monate gesamt, ich war je zwei Wochen in einer anderen Klinik). Meine Wünsche wurden alle erfüllt :)

Mentoring: Man wird einem Arzt/Ärztin zugeteilt mit denen man für einen Monat alle Dienste mitmacht. "Mein" Arzt hat sich frühzeitig bei mir gemeldet, sodass ich immer wusste wo und wann ich auftauchen sollte und direkt zu Beginn alle Kliniken kennenlernen konnte und wusste wo welche Frühbesprechungen stattfanden. Man kann so super lernen, da der Arzt/Ärztin weiß auf welchem Wissensstand man ist und man einander schnell vertrauen kann. Natürlich ist das abhängig von der betreuenden Person, ich hatte wahrscheinlich auch Glück. Super Ding für den Tertialeinstieg.

E99: Als nächstes war ich auf der chirurgischen Intensivstation, die chirurgisch/ anästhesiologisch geleitet ist. Leider hatten die Anästhesist*innen oft keine Zeit für mich, sodass ich oft bei den Chirurg*innen dabei war und mit denen VAC-Wechsel und Ähnliches machen durfte. Ich wurde auf Station leider nicht wirklich eingearbeitet und niemand hat mir erklärt wie die Programme funktionieren oder wie ich beim Stationsalltag helfen kann, da die Ärztin*innen alle ziemlich viel zu tun hatten. Auch die Patient*innen sind sehr krank, sodass ich nur einmal die Chance hatte einen ZVK zu stechen (Arterien nie). Ich hab viel versucht proaktiv mitzuhelfen, konnte leider aber nicht so viel selbstständig machen (außer ab und an Patient*innen untersuchen), dafür hat man viele seltene Krankheitsbilder bzw. Komplikationen gesehen. Später hab ich mitgekriegt, dass die Station auch unter den Anästhesist*innen nicht so beliebt sei. Es empfiehlt sich wahrscheinlich öfter in den Aufwachraum oder Schockraum mitzugehen, dort kann man mehr lernen.

OP Rotationen: Ich habe versucht immer zwei-drei Tage beim gleichen Arzt/Ärztin mitzugehen, so kann man bisschen Vertrauen etablieren und darf dann auch schnell selber Dinge übernehmen: Es gab Tage an denen ich einen Zugang gelegt und sonst nur zugeschaut habe, an andern Tagen durfte ich alles, von mit der Patientin reden und Einleiten, Intubieren, Beatmung einstellen, Medikamente geben und Arterien legen (selbstverständlich alles nur in direkter Rücksprache und Aufsicht der Ärzt*innen). Jeder Tag war anders und ich konnte immer was neues lernen, das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Mit ganz wenigen Ausnahmen sind die ärztlichen und pflegerischen Kolleg*innen wirklich ausgesprochen nett (habe ich selten so erlebt) und die Hierarchie zu den OAs ist sehr flach (die meisten kann man duzen und sie geben sich Mühe einen miteinzubeziehen und Teaching zu machen). Die einzige Klinik die mir nicht so gut gefallen hat war die Orthopädie (sie ist etwas außerhalb der Stadt), ich hatte in meinen zwei Wochen dort manchmal Einleitungen miterlebt, in denen ein OA reinkommt, irgendwelche Medikamente gibt bevor präoxygeniert wurde und dann teilweise einfach wieder geht...
Ich habe sehr davon profitiert, viel in verschiedene Bereiche zu rotieren (Kreissaal auf jeden Fall auch mitnehmen!) auch wenn es manchmal anstrengend ist ständig in einem anderen Arbeitsumfeld zu sein.

Man kann außerdem auf dem NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) hospitieren und sich das je als einen Arbeitstag anrechnen lassen, da darf man aber leider nichts selber machen.

Alles in Allem ein extrem gutes Tertial, gutes Teaching, super Leute und steile Lernkurve :)
Bewerbung
Über PJ-Portal, leider gibt es nur 8 Plätze pro Rotation
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
Repetitorien
Prüfungsvorbereitung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Punktionen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
450

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.07