Notaufnahme, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich habe ein halbes Tertial am USZ im Bereich "Chirurgie" verbracht und konnte hier in die Bereiche Herzchirurgie und Notfall reinschauen.
1. Herzchirurgie:
Meine Zeit in der Herzchirurgie am USZ kann ich getrost als mein schlechtestes Tertial im PJ bezeichnen. Ich habe mich in meinem ganzen Studium in keiner Abteilung bisher so wenig wertgeschätzt und respektiert gefühlt. Die Arbeitszeiten sind sehr lang, dies ist insb. für die Schweiz aber nicht unüblich. Die Stimmung im Team ist allerdings insgesamt furchtbar. Aufgaben im PJ sind hier vor allem Dokumentation und Botengänge - wenn jemand fehlt, darf man auch in den OP. Hier sollte man aber wenn möglich nicht sprechen, nichts fragen, nichts nähen - am besten garnichts machen. Der Chefarzt holt gerne neue Student*innen nach vorne und fragt diese vor dem gesamten Team aus. Bei der Frühbesprechung werden regelmässig Oberärzt*innen vor dem gesamten Kollegium angeschriehen. Ich wollte damals bewusst in die Herzchirurgie hineinschauen, kann dies aber leider nur als sehr unangenehme Erfahrung abspeichern. Mein Fazit zu der Abteilung fällt daher leider sehr negativ aus. Ich kann jedem PJler/jeder PJlerin nur raten, hier einen sehr großen Bogen drum zu machen.
Einzelnote: 5-6
2. Notfall:
Nach meiner initialen Zeit in der Herzchirurgie, verbrachte ich die zweite Hälfte meines Aufenthaltes in der Notaufnahme. Und das war im Vergleich eine ganz andere Welt. Ich konnte als PJ-ler viel eigenständig machen, Pat. untersuchen, Nähen und Diagnostik anordnen. Insbesondere die obligatorischen Nachtdienste waren wirklich ein Zugewinn. Das Team hier war zwar oft wechselnd, entsprechend konnte man nur zu wenigen ärztlichen Mitarbeiter*innen eine wirkliche Verbindung aufbauen, aber durchweg nett und freundlich.
Einzelnote: 2-3
Fazit:
Zürich ist eine wirklich schöne Stadt und ein Tertial in der Schweiz ist eine tolle Möglichkeit vor dem Start ins Berufsleben nochmal etwas internationale Erfahrung zu sammeln. Sowohl finanziell als auch fachlich hat der Aufenthalt hier mir allerdings keinen Mehrwert geboten. Die bessere Bezahlung wird von den enormen Lebensunterhaltungskosten übertrumpft und meine Freunde im PJ in Deutschland haben glaube ich wesentlich mehr gelernt und eigenständig erledigt als ich.
Retrospektiv hätte ich mich lieber für einen anderen Einsatzort entschieden.