PJ-Tertial Neurologie in Vivantes Humboldt-Klinikum (9/2025 bis 12/2025)

Station(en)
Allgemeine Neurologie, Stroke-Unit, Notaufnahme, Epilepsiestation
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Kurzversion:
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Ich kann jeder / jedem ein Neuro-Tertial am Humbold-Klinikum wärmstens empfehlen und war am Ende sogar etwas traurig, dass es vorbei war.

Pros:
- sehr herzliches Team, von dem man volle Wertschätzung und ein Miteinander auf Augenhöhe erfährt. Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt und bin gerne hingegangen.
- Betreuung eigener Patient:innen ist möglich und wird auch gewünscht
- insgesamt wenige BEs/Flexülen (das meiste wird von der Pflege gemacht), dafür viele Möglichkeiten LPs zu üben
- mindestens 1x wöchentlicher PJ-Unterricht (nicht spezifisch neurologisch) im Klinikum findet idR zuverlässig statt
- Bezahlung (465€) und Studientag (hier wird einem von ärztlicher Seite und von der PJ-Koordination Vertrauen gegenübergebracht, was eine hohe Flexibilität ermöglicht.)
- hohe Flexibilität der Aufteilung auf die unterschiedlichen Stationen. Ich habe beispielsweise nur 3 Wochen auf der Stroke und 2 Wochen in der Notaufnahme verbracht und war dafür am Ende noch länger auf der Epilepsiestation.
- Alle sind bemüht, Fragen zu beantworten und man hat sich dabei nie komisch gefühlt

Cons / Verbesserungswünsche:
- weniger "Action" oder "fancy" Krankheitsbilder als an einem Uniklinikum (wobei ich während meiner Zeit trotzdem gestaunt habe, wie viele seltenere Krankheiten diagnostiziert wurden)
- Je nach Station, ärztlicher Betreuungsperson & Stresslevel konnte der Lerneffekt und das Teaching (verständlicherweise) variieren. Ich hätte mir im Nachhinein feste Fortbildungen o.ä. gewünscht, die sich spezifisch auf die Neurologie beziehen, was bei max. 1-2 Neuro-PJler:innen pro Tertial aber auch nicht so leicht umzusetzen ist.
- Funktionsdiagnostik (z.B. EMG/ENG) wird dort zwar auch gemacht, steht aber eher im Hintergrund. Da hätte ich sicher mal zusehen oder etwas ausprobieren können, aber ich hatte das teilweise selbst nicht so auf dem Schirm
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Im Detail:

Allgemeines: Zu Beginn des PJs gab es eine kurze Einführung. Bereits an Tag 1 ist man im System für Windows / Orbis freigeschalten, das hat bei mir sehr gut funktioniert.
Der Arbeitstag beginnt gegen 8 Uhr. Nach einer kurzen Frühbesprechung auf der jeweiligen Station gibt es um 8:30 Uhr eine ausführliche Röntgen-Demo mit anschließender Übergabe vom Nachtdienst, 1x wöchentlich gibt es eine allgemeine ärztliche Fortbildung und 1x eine EEG-Fortbildung. Daraufhin geht es auf Visite (2x wöchentlich eine oberärztliche Visite, auf der Stroke idR täglich), man kann dort jederzeit Fragen stellen und bekommt je nach Assistenz- und Oberärzt:in auch aktives Teaching. Das Mittagessen fand nach Möglichkeit immer gemeinsam im Team statt. Nachmittags stehen dann je nach Station noch unterschiedliche ToDos (Lumbalpunktionen, Briefe, Neuaufnahmen etc.) an. Da man dort meist auch mit eingebunden wird und vieles selbstständig erledigen, ist ein Feierabend vor 15 Uhr eher eine Seltenheit. Ich bin aber so gut wie immer pünktlich gegangen. Der Anteil typischer PJ-Aufgaben (Schellong-Test, MMST, Reha-Anträge) hielt sich dabei sehr in Grenzen und ich hatte genug Zeit, um selber mal etwas nachzulesen oder sinnvollere Dinge zu tun.

Zu den Stationen:
- Auf der "Normalstation" gab es eine Ansammlung an unterschiedlichsten neurologischen Krankheitsbildern. Einen großen Teil machen da natürlich Stroke-Patient:innen aus, die von der Stroke-Unit verlegt wurden und weitere Diagnostik bekamen oder auf einen Reha-Platz warteten. Darüber hinaus bekam man die Breite der allgemeinen Neurologie zu sehen, Kopfschmerz- und Schwindelsyndrome waren dabei aber klassischerweise häufiger vertreten als entzündliche oder degenerative Erkrankungen.
- Die Neurologie im Humboldt-Klinikum ist ein Zentrum für Epilepsie, weshalb es dort eine eigene Station für die Komplexbehandlung von Patient:innen mit Epilepsien sowie Langzeit-Video-Diagnostik bei noch ausstehenden Diagnosen gibt. Hier habe ich besonders viel Neues gelernt und gefühlt endlich mal einen Überblick über diese Krankheitsbilder bekommen. Außerdem bot sich die Station durch die bessere Planbarkeit und längeren Aufenthalte besonders gut für die Betreuung eigener Patient:innen an
- Stroke-Unit: Es gibt 12 Stroke-Betten auf einer erst kürzlich eröffneten, sehr modernen Station. Dort finden auch die Doppler-Sonographie (intrakraniell, Halsgefäße) statt. Die Abläufe sind immer sehr ähnlich und es gibt für PJler:innen weniger Aufgaben, weshalb ich persönlich die Arbeit dort nicht allzu spannend fand.
- Notaufnahme: Es gibt immer eine/n Neurologen / in, der die ansonsten internistisch und chirurgisch geprägte Notaufnahme besetzt. Hier hat mir gefallen, dass man erst einmal eigenständig Patient:innen untersuchen und sich Gedanken machen kann, bevor man dann alles gemeinsam bespricht.

Lage: Die Klinik liegt etwas abseits ca. 15 Gehminuten von der U8-Haltestelle Rathaus Reinickendorf.





Unterricht
1x / Woche
Inhalte
EKG
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Punktionen
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Rehas anmelden
Notaufnahme
Blut abnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
465

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1