PJ-Tertial Herz-/Gefäßchirurgie in Parkkrankenhaus Leipzig-Suedost (7/2010 bis 8/2010)

Station(en)
2K
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Leipzig
Kommentar
Grundsätzlich ist die Gefäß- und Herzchirurgie hier im Parkkrankenhaus Teil der Rotation innerhalb des chirurgischen Tertilas und dauert je nach Einteilung 5 oder 6 Wochen.

Die relativ schlechte Bewertung ergibt sich v.a. aus dem, wie und als was man als PJ hier gesehen wird - dabei ist dies weniger das "Verschulden" der Ärzte, als viel mehr der Organisation und Ansicht von Rhön!

Man beginnt morgens mit dem Abnehmen von Verbänden, unter die bei der Visite geschaut werden soll. Das klingt meiner Meinung nach schlimmer, als es scheint - so gewinnt man Einblick in das Wundspektrum und lernt Heilungsverläufe zu beurteilen.

Anschließend kommt jedoch einer der Hauptkritikpunkte voll zum Tragen - meist pünktlich um 8:00 Uhr läutet das eigens angelegte PJ-Telefon, ursprünglich gedacht, um für OP-Einsätze erreichbar zu sein - um einen direkt in die SCHWESTERLICHE Aufnahme zu befördern! Hier hat man die herausfordernde Aufgabe, den Patienten ohne lange Vorrede und ohne Kenntnis davon, warum sie kommen, eine Flexüle angedeihen zu lassen und Blut zu entnehmen und dann heißt es der Nächste bitte! Dies geht solange weiter, bis dann der Ruf von Station erfolgt, wann man sich den Blutentnahmen dort widmen möchte? Also hoch auf Station mit dem Nachdruck aus der Aufnahme, dass hier aber unbedingt jemand gebraucht werden würde. Kaum hat man also die Entnahmen begonnen, erschallt der Ruf, wieder in der Aufnahme aufzuschlagen - SINNLOS!!!

Wenn es klappt, wechselt man sich mit einem PJ aus der Inneren ab - aber auch das ist keine Lösung!

Allgemein muss dazu gesagt werden, dass dieser Teil der Aufnahme eigentlich von geschulten MTA´s durchgeführt wird, dies aber seit Wochen nicht mehr funktioniert, da sich der Arbeit im Betriebsrat gewidmet wird und die neuen Mitarbeiter noch immer nicht angelernt wurden - dies dürfen auch keine PJ´ler, geschweige denn Ärzte, die sich hierfür angeboten haben - NEIN, nur unter der Aufsicht einer ganz bestimmten MTA dürfen die neuen Mitarbeiter für diesen Bereich üben und die Flexülen legen.
Ebenso abgesehen davon, dass ca. 90% der Aufnahmen innere Patieten sind und man sich fragt, was man als chirurgischer PJ dort zu suchen hat, scheinen sowohl Rhön als auch die immer fehlende "Chef-MTA" die PJ´s als Flexülen- und Blutentnahme-Maschinen zu betrachten, dafür, dass man ja die 200€ bekommt!!!! Nun, nicht, dass es nicht sinnvoll ist, das einmal gemacht zu haben - so bekommt man Übung - aber immerhin dient das PJ per definitionem dem Erlernen von ÄRZTLICHEN Tätigkeiten!

Direkte OP-Teilnahmen als 2. oder gar 1. Assistenz sind schwierig zu erringen, da hierfür eine OTA-Stelle vergeben ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass hierdurch das chirurgische Tertial am PKL einem schlichtweg verdorben werden kann - zumal man sich nach Durchlesen deren Internet-Auftritt und der blumigen Schilderung der Lernziele einiges Mehr zurecht erhofft hatte!

Wer sich hierdurch dennoch nicht abhalten lässt, dem möchte ich raten, von Beginn an kritisch zu sein und diese Kritik auch zu äußern!
Die Ärzte, v.a. OA H., sind hierfür sehr empfänglich und man gibt sich ihrerseits Mühe, die bestehenden Missstände zu ändern - vielleicht habe ich dies etwas zu spät gemacht und die Umstände zu lange "geduldet".

Hier heißt es, sich nicht "unterbuttern" zu lassen und auch mal seinen Stand anderen gegenüber zu vertreten - nicht immer leicht, aber ohne dies wird sich hier nichts ändern und der Fortschritt, der durch vorhergehende PJ´s erreicht wurde, könnte sich wieder in Luft auflösen.

Vielleicht wäre es mal angebracht, dass diese Abteilung bzw. dieses chirurgische Tertial gar nicht mehr an dieser Klinik wahrgenommen wird - eventuell würde dann endlich die Art der Aus- und Durchführung der Ausbildung dieses Abschnittes durch die Geschäftsführung und andere überdacht werden!
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Fallbesprechung
EKG
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Botengänge (Nichtärztl.)
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
200

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
4
PJler-Ansehen
5
Stimmung Klinik
4
Unterricht
4
Betreuung
4
Freizeit
3
Lehre auf Station
3
Insgesamt
4

Durchschnitt 3.80