Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Diagnostik, Station, OP
Heimatuni
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Kommentar
Für mein Wahlfachtertial habe ich mich für die Neurochirurgie an der Diako entschieden. Ich wollte nicht an eine große Universitätsklinik, sondern lieber in einem kleineren Haus arbeiten. Mir war wichtig, Teil eines überschaubaren Teams zu sein, in dem die Betreuung persönlicher und enger ist – und genau das hat sich auch bestätigt.
Tagesablauf:
Der Arbeitstag begann um 7:45 Uhr mit der Intensivvisite. Anschließend ging es – je nach Plan und Absprache – entweder auf Station oder in den OP. Nachmittags fand zudem regelmäßig eine Röntgenbesprechung mit den Neuroradiologen statt, die ich besonders gut fand. Der Feierabend lag meist gegen 16 Uhr, sodass die Arbeitszeiten angenehm und gut planbar waren.
Station:
Auf Station war ich von Anfang an fest ins Team eingebunden. Zu meinen typischen Aufgaben gehörten Blutentnahmen, das Legen von Zugängen sowie die Aufnahme von Patienten. Darüber hinaus durfte ich regelmäßig Drainagen ziehen – auch am Kopf, beispielsweise bei subduralen Hämatomen – und gelegentlich selbstständig Lumbalpunktionen durchführen. Je nach Assistenzarzt konnte ich sogar Patienten eigenverantwortlich betreuen, was ich als besonders lehrreich empfand. Zusätzlich erhielt ich Einblicke in die Sprechstunden und hatte, abhängig vom jeweiligen Oberarzt, die Möglichkeit, dort auch aktiv mitzumachen.
OP-Erfahrungen:
Das operative Spektrum war beeindruckend breit: Neben den klassischen Eingriffen wie Bandscheibenoperationen und Dekompressionen bei Spinalkanalstenosen durfte ich auch bei komplexeren Operationen dabei sein, die man nicht in jedem Haus sieht. Besonders faszinierend fand ich zum Beispiel die EC-IC-Bypässe, Janetta-Operationen, Akustikusneurinome sowie die Versorgung von Hirntumoren und Metastasen.
Im OP durfte ich regelmäßig assistieren, vor allem bei Wirbelsäulenoperationen, gelegentlich aber auch bei Hirneingriffen. Besonders gefreut hat mich, dass ich sehr oft zunähen durfte und gelegentlich auch kleinere operative Schritte unter Anleitung eigenständig durchführen konnte. Durch das eingesetzte Orbeye-System hatte man zudem einen sehr guten Einblick in die OPs, auch wenn man nicht direkt am Tisch stand. Ein besonderes Besonders gefreut hat mich, dass ich sogar einige kinderneurochirurgische Operationen miterlebt habe - da mich dieses Feld besonders interessiert, war das ein echtes Highlight meines Tertials!
Team & Atmosphäre:
Ein großer Pluspunkt war die enge und angenehme Zusammenarbeit mit der Pflege. Ich konnte jederzeit Fragen stellen, wurde stets unterstützt und habe viel zu Themen wie Wundversorgung gelernt. Auch das ärztliche Team war hervorragend: Einige Assistenzärzte nahmen sich immer wieder Zeit, mir Krankheitsbilder oder Therapiestrategien ausführlich zu erklären, sodass ich fachlich wie praktisch sehr profitieren konnte. Auch die Oberärzte waren jederzeit offen und zugänglich. Insgesamt herrschte sowohl auf Station als auch im OP eine ausgesprochen herzliche, kollegiale Atmosphäre.
Weiteres:
• Cafeteria: Das Essen ist gut, es gibt immer eine vegetarische Option, und PJler erhalten eine Mahlzeit kostenlos.
• Unterkunft: Wird gestellt – entweder ein Einzelzimmer im Haus Pniel direkt neben dem Eingang oder in einer der PJler-WGs. Ich habe direkt gegenüber der Klinik gewohnt, was sehr praktisch war.
• PJ-Gruppe: Meine PJler-Gruppe war großartig! Da man in der Nähe voneinander wohnt, entsteht schnell eine enge Gemeinschaft – ein echter Pluspunkt im Alltag. Dank der anderen PJler werde ich meine Zeit in Flensburg immer in sehr guter Erinnerung behalten.
• Fortbildung: Jeden Donnerstag fand ein PJ-Unterricht statt: eine Stunde Radiologie, anschließend abwechselnd internistische und chirurgische Themen.
Fazit:
Alles in allem war mein Wahlfachtertial in der Neurochirurgie an der Diako eine unglaublich bereichernde und spannende Zeit. Ich habe fachlich und menschlich enorm viel mitgenommen und würde dieses Haus jedem empfehlen, der sich für die Neurochirurgie interessiert – insbesondere, wenn man Wert auf eine enge Betreuung, abwechslungsreiche OP-Erfahrungen und ein herzliches Arbeitsumfeld legt.