PJ-Tertial Chirurgie in Malteser Krankenhaus Bonn (3/2022 bis 6/2022)

Station(en)
Ortho/Unfallchirurgie & Viszeralchirurgie
Einsatzbereiche
OP, Station
Heimatuni
Bonn
Kommentar
Das Krankenhaus läuft mittlerweile unter Helios, ist hier aber noch als Malteser-Krankenhaus aufgeführt.

Am ersten Tag wird man vom PJ-Sprecher (= ein anderer PJler) empfangen und durchs Haus geführt. Hier werden alle Schlüssel, Wäschechips und Essensmarken organisiert. Die Rotation durch die einzelnen Abteilungen der Chirurgie (Ortho/UCh, Viszeralch., Handch. & plastische Ch., Thoraxch., Wirbelsäulench. und ZNA) kann zwischen den PJlern festgelegt werden. Allerdings müssen Ortho/UCh und die Viszeralchirurgie immer besetzt sein, hier lohnt es sich definitiv auch, zu zweit pro Abteilung zu sein, weil man sonst auch mal gerne den ganzen Tag im OP stehen kann. Macht das Tertial hier also am besten nur, wenn ihr mindestens 3 oder 4 PJler seid, die Arbeit ist dieselbe, mit mehr Leuten habt ihr also eine entspanntere Zeit. Die anderen Fachabteilungen freuen sich auch immer über PJler, hier wird man auch definitiv mehr wertgeschätzt, eine Rotation ist aber je nach PJler-Besetzung nicht immer möglich.
Fürs Mittagessen gibt es pro Tag eine Essensmarke (3,90€), dafür könnt ihr euch entweder das günstigste Gericht (meist vegetarisch), einen Wrap, Süßigkeiten, Getränke oder etwas am Salatbuffet (Preis nach Gewicht) kaufen. Essen war meistens möglich, wenn man im OP steht, kann einem entweder ein anderer PJler etwas besorgen oder man isst im OP, dort gibt es auch jeden Tag warmes Essen kostenlos (meistens Mensaessen vom Vortag). Draufzahlen in der Mensa ist mit Karte ab 1€ möglich, Essensmarken kombinieren für ein teureres Gericht könnt ihr leider nicht. Wasser gibt es auf den Stationen gratis für euch, Covid-Tests (2x/Woche) und Masken entweder auch auf Station oder in den Sekretariaten.

Arbeitsbeginn ist 7:30 in der Ortho/UCh in der Frühbesprechung und 7:45 in der Viszeralchirurgie. Anschließend gehts in der Ortho/UCh meist direkt für einen PJler in den OP, ansonsten und in der Viszeralchirurgie fängt der Tag meistens mit Blutentnahmen (~ 8-20 Patienten ca.) und Viggos an, die man so in 30-90 Minuten schafft, insbesondere wenn man nicht alleine ist. Für Blutentnahmen und OP gibts einen Dienstfunk, der auch immer besetzt sein sollte. Hier ruft tagsüber hin und wieder die Station für BEs oder Viggos an und der OP, wenn ein PJler benötigt wird. In der Orhto/UCh ist bei den meisten OPs auch ein PJler benötigt, operiert werden vor allem Hüft- und Knie-TEPs, Radiusfrakturen und Arthroskopien. Je nach Besetzung ist man meistens nur 2. Assistenz und hält vor allem Haken, saugt ab und hilft beim Lagern am Anfang. Es kommt aber auch vor, dass man als erster Assistent am Tisch steht und wenn man sich mit den Oberärzten gut stellt und sich nicht dumm anstellt, wird man auch gut eingebunden, darf auch mal bohren, schrauben und nähen. In der Viszeralchirurgie laufen auch einige OPs ohne PJler, man steht trotzdem regelmäßig bei Cholezystektomien, Appendektomien, Divertikulitis-OPs, proktologischen OPs und so weiter am Tisch. Auch das abschließende Umlagerung nach Narkoseende ist im OP generell PJler-Aufgabe, wodurch man häufig lange warten muss, bis der Patient aufwacht. In der Ortho/UCh ist insbesondere das Assistenzteam ultra nett, ihr könnt hier auch mit ins Arztzimmer und seid eigentlich immer willkommen. Die Ober- und Chefärzte sind größtenteils auch nett, je nach Laune kriegt ihr im OP auch einiges erklärt, sofern ihr interessiert seid und Fragen stellt. Bei einem Oberarzt dürft ihr euch auf eine Anatomie-Abfrage einstellen, inklusive Ansatz-Ursprung-Fragen, die aber wohl bislang niemand komplett beantworten konnte, was auch nicht weiter schlimm ist. Nur grob wissen, was so im Operationsgebiet liegt schadet hier nicht. In der Viszeralchirurgie braucht ihr auch etwas Glück, wenn ihr auf großartige Lehre im OP aus seid, das hängt sehr an der Laune der Oberärzte. Wirklich unfreundlich ist in allen Fachbereichen die meiste Zeit niemand, im OP solltet ihr euch aber auf jeden Fall bei allen vorstellen, insbesondere auch bei den OTAs und der Anästhesie. In beiden Fächern könnt ihr an den Röntgenbesprechungen teilnehmen, insbesondere in der Ortho/UCh ist das auch gerne gesehen.

Den Tag über ist man in beiden Abteilungen entweder mit OPs, Viggos und BEs beschäftigt, man kommt aber auch dazu bei Visite mitzulaufen, macht hier dann viele Verbandswechsel und zieht Drainagen. Die Viszeral-Visite zieht sich manchmal etwas in die Länge, hier schadet es außerdem nicht, dass ihr immer mit einem halben Verbandswagen in euren Kitteltaschen bestückt seid, dann spart ihr euch viel Lauferei. Zwischendurch seid ihr auch mal bei Wundwechseln auf der Intensiv/IMC dabei oder könnt diese unter Anleitung selbst machen. Freie Zeit kommt zwischendurch aber auch vor, hier könnt ihr entweder euren Koffeinpegel auffüllen oder ihr helft in der ZNA aus, wo man auch mit am meisten lernt. Patienten aufnehmen, nähen, Abszesse spalten, Sono etc. ist hier alles unter Anleitung der sehr engagierten Oberärztin möglich.

Hin und wieder versuchen die (eigentlich sehr netten) Urologen euch BEs abzuturfen oder euch in den OP mitzunehmen, weil sie meistens keine eigenen PJler haben. Wenn ihr Lust auf urologische OPs habt ist das eine interessante Sache und ein bisschen Kollegialität ist hier auch angebracht, aber man muss aufpassen, dass das nicht zu sehr ausgenutzt wird, weil sie sich sehr schnell daran gewöhnen und das dann als selbstverständlich nehmen.

Arbeitsende ist in der Viszeralchirurgie meist um 15.30, in der Ortho/UCh um 16.00. Häufig kommen PJler oder Studenten für Dienste, dann werdet ihr auch aus dem OP ausgelöst. Kommt kein Dienst, und ihr steht noch länger im OP, habt ihr leider Pech gehabt, auch wenn ihr noch um 15.50 angerufen werdet. Überstundenausgleich findet leider nicht wirklich statt, ihr könnt es aktiv einfordern und es wird irgendwie auch gewährt, aber gern gehört sind solche Fragen nicht und werden entsprechend kommentiert.
Dienste sind bislang nicht verpflichtend, sondern freiwillig und zusätzlich vergütet (ihr bleibt nach dem normalen PJ-Tag von 16.00 bis 7.30 am nächsten morgen, kriegt ca. 150€ und den nächsten Tag frei). Es kommt in Zeiten einer schlechten Dienstbesetzung allerdings immer wieder auch die Diskussion von verpflichtenden Diensten auf. Laut PJ-Ordnung der Uni sind 8 Nacht- und 1 Wochenenddienst pro Tertial zulässig, informiert euch hier also am besten über den neuesten Stand.

Ihr könnt auch als chirurgie PJler an allen Fortbildungen teilnehmen, jeden Tag findet das Ambulanz-Quiz (30 Minuten, Fallbesprechungen) beim internistischen Oberarzt der ZNA statt, wo ihr auf jeden Fall so oft wie möglich hingehen solltet. Eine bessere Lehre als das Ambulanzquiz werdet ihr kaum finden, insbesondere das klinische Denken wird super geschult und ist dabei noch super entspannt. Ansonsten gibt es fast jeden Tag ein bis zwei weitere Fortbildungen (Chirurgie, Radiologie inkl. Sono, EKG/Kardio, Innere, Geriatrie, ...), zu denen ihr hingehen könnt. Bei uns gab es außerdem noch ein Schockraumtraining (ABCDE, FAST-Sono, MAD, Stiffneck-Anlage, ...) was in mehreren Einheiten stattfand und durch den sehr engagierten Chefarzt der Notaufnahme geleitet wurde. Leider geht der OP immer vor und ihr schafft es dadurch auch häufig nicht zu den Fortbildungen. Ein Nahtkurs ist möglich, hierfür müsst ihr aber alles selbst organisieren.

FAZIT: Insbesondere in der Orto/UCh mega netttes Assistenzteam, ansonsten wie überall viel OP, BEs und Viggos. Arbeitszeiten sind ok, mehr aber auch nicht. Fortbildungen Top, vor allem Ambulanzquiz, sofern man dazu kommt. Die Stimmung im Krankenhaus ist aber insgesamt gut, es gibt einige Ärzte, die einem echt was beibringen wollen.
Bewerbung
über PJ Portal
Unterricht
5x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
EKG
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Punktionen
Chirurgische Wundversorgung
Mitoperieren
Röntgenbesprechung
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
450

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
4
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
1
Betreuung
4
Freizeit
4
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3