PJ-Tertial Neurologie in Asklepios Klinik Altona (10/2019 bis 12/2019)

Station(en)
7A, 7B, Stroke Unit plus IMC, Notaufnahme
Einsatzbereiche
OP, Notaufnahme, Station, Diagnostik
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Bwertung meines halben Tertials im November und Dezember 2019 (Das System lässt das so nicht zu.)

Für alle, die keine Lust haben alles zu lesen: Ich kann die Neuro in Altona für ein PJ nur empfehlen. Mir hat es viel Spass gemacht. Das Team ist außergewöhnlich nett und schon nach kurzer Zeit habe ich mich sehr gut integriert gefühlt. Einige der Assistenten haben vorher auch ihr PJ am AKA gemacht. Das spricht vielleicht auch noch dafür, dass es nicht nur mir so ging.

Das AK Altona ist Maximalversorger und damit ist das Spektrum, das man sieht, relativ breit. Die Neuro setzt sich zusammen aus zwei bzw. anderthalb Normalstationen, der Stroke Unit plus IMC sowie der Notaufnahme. Generell kann man sich alle Bereiche anschauen. Wie lange man wo bleibt, ist einem ein bisschen selbst überlassen. In die Funktion (Ultraschall, EMG, ENG, EEG, EPs, etc) kann man bei Interesse immer wieder vorbeischauen und auch mal den einen oder anderen Nerven messen oder mal einen Ultraschall probieren.

Ich habe auf der Station 7B begonnen und war mehrere Wochen dort. Ab 2020 werden hier soweit ich weiß die Betten reduziert, sodass es dann dort nur noch 11 (?) Neuro-Betten gibt. Der Tag beginnt morgens um 8.30 mit der Frühbesprechung (Übergabe aus der Nacht, Geplantes für den Tag, ggf. Fortbildung/ Vorträge, etc.) danach ist Zeit sich auf den aktuellen Stand der Patientenwerte etc. zu bringen bevor die Visite gegen 10.00 startet. Um 13.30/13.45 geht das gesamte Team täglich gemeinsam in der Kantine essen. Das Essen ist keine Offenbarung, aber meistens einigermaßen ok, und sonst gibt es eine kleine Salatbar. Ab 14.45 ist die Röntgenvisite der Neurochirurgie und im Anschluss der Neurologie. Nach der Visite, zwischen Essen und RöVi und nach der RöVi wird dann alles erledigt, was auf der Station so anfällt: Briefe schreiben (v.a. bei den eigenen Patienten und wenn man Lust hat auch bei anderen Patienten), Telefonate mit Hausärzten, Angehörigen, anderen Abteilungen, etc., Gespräche mit Patienten und Angehörigen, LPs machen (da durfte ich eigentlich alle, die angefallen sind machen; knappe 10 pro Woche würde ich schätzen), elektive Patienten aufnehmen oder Patienten nachuntersuchen.
Als PJler kann man immer unter Supervision eigene Patienten betreuen. Und die Assistenten haben zwischendurch immer mal Krankheitsbilder, Therapien, etc. besprochen. Ich hatte vielleicht auch Glück, dass fast alle Assistenten schon sehr weit in ihrer FA-Ausbildung waren und dadurch über genug Wissen/ Erfahrung und Zeitmanagementfähigkeiten verfügt haben, dass ich nebenher noch einiges lernen konnte.

Auf der Stroke Unit war ich nur für eine Woche. Sie ist als überregionales Schlaganfallzentrum zertifiziert und damit sind Schlaganfälle eines der Schwerpunktgebiete. Es liegen zwar viele Strokes/TIAs auf der Station, aber nicht ausschließlich, sondern auch Hirnblutungen und alles, was sonst noch monitorüberwacht werden soll. Die Arbeitszeit beginnt hier morgens um 7.30. Zunächst gibt es eine Übergabe des Nachtdienstes, dann folgt die Frühbesprechung mit der ganzen Abteilung. Im Anschluss gibt es eine kurze Besprechung mit den Therapeuten (Logo, Ergo, Physio) über die Fortschritte der Patienten oder sonstige Anliegen. Lehrreich sind die täglichen OA-Visiten, die gut und gerne einige Stunden dauern. Der OA erklärt gerne viel und verständlich. Während der Visite werden quasi alle Patienten nachuntersucht. Davor oder danach bespricht er auch nochmal interessante Bilder und Ultraschallbefunde. Damit ist dann der Vormittag eigentlich gefüllt. Nachmittags stehen neben der Röntgenvisite ggf. noch Ultraschall und dann die Übergabe an den Spätdienst auf dem Plan. Auf der Stroke macht man als PJler eher weniger selbst. Man kann Patienten nachuntersuchen z.T. direkt in der Visite, die anfallenden LPs machen und sich mal an einem Ultraschall versuchen und sonst die eine oder andere BE/ Zugang legen. Während ich da war, hatte ich auch die Chance bei der klinischen Untersuchung zur Hirntodbestimmung dabei zu sein, was ich vorher auch noch nie gesehen hatte.

Zur Notaufnahme muss ich, glaube ich, nicht viel sagen. Da ich in der ersten Tertialhälfte sehr viel Zeit in der Notaufnahme verbracht habe, war das in Altona nicht meine erste Priorität und ich war nur kurz dort. Man kann selbst Patienten sehen und bespricht sie dann im Anschluss und schaut sie nochmal mit dem OA an. Wie viele und welche hängt dann von der eigenen Motivation ab. Bei Schlaganfallalarmen kann man, wenn man mag immer mitlaufen und mitdenken (Stichwort: Welches Stromgebiet ist wohl betroffen?). Ansonsten sieht man hier auch vor allem das Übliche: Schwindel, Gangunsicherheit, epileptische Anfälle, Kribbeln und Missempfindungen, Kopfschmerz, etc. Und die Neuro macht hier auch die Psych-Konsile, weil es keine eigene Psychiatrie gibt.

Blutentnahmen/ Zugänge legen: Eigentlich nehmen die MTAs Blut ab, aber wenn sie mal krank sind oder die Patienten morgens nicht im Zimmer waren, freuen sich alle, wenn man die paar Blutentnahmen erledigt. Wenn auf der Stroke die Pflege unterbesetzt ist, dann muss das einer der Assistenten machen und bei hoher Arbeitsbelastung wird man gebeten/gefragt ein paar der Blutentnahmen zu machen. Insgesamt hält sich das im Rahmen und die Assistenten brechen sich keinen Zacken aus der Krone und nehmen auch selbst Blut ab. Zugänge legen die MTAs nicht, aber viele sind es nicht, die man legen muss. Ich fand es ganz angenehm, man bleibt in Übung ohne sich ausgenutzt zu fühlen.

Unterricht: Es wird PJ-Unterricht von verschiedenen Disziplinen angeboten (Liste am Studierendensekretariat). Nachdem aber die ersten beiden Veranstaltungen ausgefallen waren, habe ich mich dann nicht mehr weiter darum bemüht. Daher kann ich zu der Qualität des PJ-Unterrichts nichts sagen. In der Neuro gab es keinen festgelegten Unterricht, aber die Oberärzte haben sich zwischendurch immer mal wieder Zeit genommen Themen durchzusprechen. Für mich war die Lösung so in Ordnung und wenn mehr als ein PJler da ist, dann gibt es wohl auch jeden Donnerstag PJ-Unterricht in der Neuro.

Arbeitszeit: Arbeitsende ist17 Uhr bzw. 16 Uhr auf der Stroke. Es wurde drauf geachtet, dass ich pünktlich nach Hause gehe. Die Male, die ich länger geblieben bin, habe ich das freiwillig gemacht. Für diejenigen, die mit möglichst wenig Anwesenheitszeit durchs PJ kommen wollen, ist das vermutlich die falsche Stelle. Dafür sind auch alle zu nett und engagiert.
Bewerbung
Mittlerweile soll das System neu sein. Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe mitbekommen, dass in der Vergangenheit mehreren Kommilitonen durch das Studierendensekretariat mitgeteilt wurde, dass die Plätze schon vergeben seien. Im Gespräch mit den Ärzten hat sich dann aber herausgestellt, dass in der Zeit kein PJler in der Neuro war. Vielleicht kann man da irgendwie genauer nachhaken oder in dem Fall direkt im Chefsekretariat nachfragen.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Rehas anmelden
Notaufnahme
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Punktionen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger

Noten

Stimmung Station
1
Kontakt zur Pflege
1
PJler-Ansehen
1
Stimmung Klinik
2
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Lehre auf Station
1
Insgesamt
1

Durchschnitt 1.27