PJ-Tertial Chirurgie in Krankenhaus Agatharied (7/2019 bis 10/2019)

Station(en)
UCH, ACH
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Allgemeines:
In diesem Krankenhaus ist einiges sehr umständlich und kompliziert organisiert. Unsere Schlüssel haben wir erst ausgehändigt bekommen, als eine bestimmte Person es telefonisch bestätigt hatte. Wir standen direkt vor den Schlüsseln und dem ausgefüllten Formular, aber rausgerückt wurden sie nicht. Als würden sie nicht wissen, dass wir kommen. Gleiches beim PC-Zugang. Geld für Rehaanträge kriegen hier übrigens nicht die Ausfüller, daher fehlt die dritte Seite vom Antrag (die mit der Kontonummer) immer. Wäre interessant, auf wessen Konto dieses Geld landet...
Der Start war von allen Tertialen mit Abstand der chaotischste. Der PJ Beauftragte war am ersten Morgen beschäftigt. Wir haben ihn leider erst am Donnerstag erwischt, bis dahin hatten wir uns den Großeil schon selbst organisiert. AAAABER das muss wohl eine absolute Ausnahme sein. Eigentlich läuft das wohl immer gut und der PJ-Betreuer ist wirklich nett.

6 Wochen UCH:
Los gings in der Unfallchirurgie. Ich hatte echt Lust auf UCH, hatte das Fach als Facharzt für mich nie ausgeschlossen und wollte das nach dem PJ entscheiden.
Leider war die Abteilung zu der Zeit ziemlich unterbesetzt und so ist das passiert, was ich an der Uniklinik umgehen wollte: Man stand den Großteil der Zeit als Hakenhalter in Prothesen. Als ich offiziell schon in der Viszeral war, habe ich mich dann manchmal in unfallchirurgische OPs (also alles außer Prothesen) gestellt, die mich interessiert haben. Das hat echt unglaublich viel Spaß gemacht und da haben sich die Operateure auch wirklich sehr viel Mühe gegeben. Mir wurde dabei viel erklärt und ich konnte auch praktisch Hand anlegen. Wäre das die 6 Wochen vorher so passiert, hätte ich dort vermutlich angefangen zu arbeiten.
Absoluter Pluspunkt bei den Unfallern: Die super lieben Assistenten! Sie haben sich tausend Mal bedankt und uns super integriert sowie wertgeschätzt. Da waren wir echt gut aufgehoben und haben auch öfters gemeinsam was unternommen. Das hat das Endoprothetik-PJ ;) sehr viel angenehmer gemacht.

6 Wochen ACH:
Weiter gings in der Allgemeinchirurgie, so ziemlich das Spiegelbild zu den Unfallern: Man wurde nicht fest gebraucht, um das OP-Programm aufrechterhalten zu können und stand somit nicht fix eingeteilt auf dem Plan. Dies bedeutete, dass man ganz frei wählen konnte, was man sich ansehen möchte. Im OP war man immer willkommen, man wurde meistens gefragt, ob man mit an den Tisch will und die Operateure haben dann auch viel erklärt.
Die Assistenzärzte hingegen hatten nicht den Zusammenhalt wie in der UCH und haben sich meist nicht so wirklich für einen interessiert. Es wurde erwartet, dass morgens (und auch zwischendurch tagsüber) das Blut abgenommen/alle Viggos gelegt werden. Den Assis war es zum Großteil egal, was man gerade tut. Relevant wurde das erst, wenn es eine Blutabnahme gab. Dazu wurde man auch aus dem OP rausgerufen bzw hatte ich die nette Diskussion, dass ich jetzt nicht in den ersten Punkt gehen darf, wenn das Blut noch da steht (es war noch ein anderer PJler zum Abnehmen da und der Punkt war sehr sehr kurz).

Notaufnahme:
Die Notaufnahmen-Rotation war bei mir wie in den anderen Tertialen auch die beste. Man lernt hier schlichtweg die relevanten Dinge, klinisches Denken und sinnvolles praktisches Vorgehen. Leider waren wir nur für 1 Woche eingeplant.

Dienste:
Aus den "freiwilligen Samstagsdiensten" in den vorherigen Bewertungen sind Pflichtdienste geworden. Man wird dazu vor PJ Beginn fest eingeteilt und bekommt die Einteilung (bei uns) 2-3 Wochen vorher per Mail. Wer die Wochenenden bereits verplant hat, sollte einen Tauschpartner finden. Insgesamt findet sich meist eine Lösung und der PJ-Beauftragte macht wirklich sehr Vieles möglich. Samstags darf man dann übrigens das Blut für beide Chirurgieabteilungen abnehmen :D

Rund herum:
Zur Wohnung: Es handelt sich um Zweibettzimmer. Das wurde vorher nicht kommuniziert. Bei mir hat das super funktioniert, aber da kann man auch Pech haben mit den Mitbewohnern. Allgemein finde ich, dass es auf der Homepage keine PJ-Infos (Wohnsituation, Bezahlung, Dienste, Rotation) gibt. Die meisten Infos hab ich hier aus den Bewertungen. Das haben wir aber gefeedbackt und ändert sich ggf bald.
Essen ist gut. Seminare waren hier meistens Vorträge und weniger praktisch orientiert. Aber trotzdem inhaltlich in Ordnung.

Fazit UCH: Unglaublich nette Aufnahme ins Team, jedoch als fest eingeplanter Hakenhalter benötigt.
Fazit ACH: Freie OP-Wahl, aber keine so gute Integration ins Team.

Im Großen und Ganzen hätte es besser laufen können. Es war bei mir aber auch das 3. Tertial, da ist manchmal einfach die Luft raus und die Frustation stellt sich früher ein. Und v.a. weiß man da aus den anderen Tertialen schon, wie es laufen könnte.
In meine Notenbewertungen sind beide Abteilungen eingeflossen, sodass ich praktisch Mittelwerte gebildet hab. Aber oben könnt ihr ja gut rauslesen, was wo gut/schlecht lief.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Chirurgische Wundversorgung
Briefe schreiben
Notaufnahme
Rehas anmelden
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt

Noten

Stimmung Station
3
Kontakt zur Pflege
2
PJler-Ansehen
3
Stimmung Klinik
3
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
3

Durchschnitt 2.60