PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Hopital Pitie-Salpetriere (5/2016 bis 9/2016)

Station(en)
Chirurgie digestive et viscerale (Pr. Menegaux)
Einsatzbereiche
OP, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Das Chirurgie-Tertial am Pitié hat mir insgesamt gut gefallen. Der Großteil des Teams rund um Pr. Menegaux ist einfach total lieb und nett (sogar die OP-Schwestern!) und es hat Spaß gebracht, mit ihnen zu arbeiten. Die französischen Studenten (externes) arbeiten ab dem 3. Studienjahr voll im Krankenhaus vormittags mit (nachmittags haben sie während des Semesters Kurse) und sind daher ein fester Bestandteil des Teams. Für viele Wochen am Stück sind sie stets einer Abteilung zugeteilt. Zusammen mit mir waren 11 andere französische Studenten aus dem 4. Jahr in der Allgemeinchirurgie. Daher waren wir sehr gut besetzt und es war nicht nötig, jeden Tag zu kommen. Auf Station hatten wir "externes" keine Aufgaben.. Zugänge legen und Blut abnehmen ist Aufgabe der Schwestern in Frankreich. Stattdessen bist du als Student den kompletten Tag im OP eingeteilt. Aus Kostengründen übernehmen die Studenten in der Regel die Rolle der OP-Schwester am Tisch. Es gibt lediglich eine Springerin in jedem Saal, die neue Sachen herbeibringt. Das war am Anfang natürlich super ungewohnt! Ich hatte sowieso schon beinahe null Erfahrung in der Chirugie, da ich dort nie eine Famulatur gemacht hatte, und sollte plötzlich Instrumente vorbereiten und zu den richtigen Momenten anreichen.. und das alles auf Französisch! Nach Startschwierigkeiten gewöhnt man sich aber tatsächlich ziemlich schnell daran. Der Schwerpunkt der Abteilung sind Schilddrüsen und es gab Tage, an denen nichts anderes außer Schilddrüsen operiert wurden. Manchmal durfte ich am Ende auch etwas zunähen oder klammern, aber nicht allzu häufig. Heim gehen kannst du erst, wenn alle OPs für den Tag durch sind "in deinem Saal". So konnte ich manchmal schon mittags heim, an anderen Tagen ging´s dann aber auch mal bis 19 Uhr. Auch die 24 Stunden Dienste (8 - 8 Uhr) müssen je von einem Studenten abgedeckt sein. Wenn du Lust hast, kannst du auch welche übernehmen. Ich habe einige mitgemacht und es war immer eine schöne und interessante Abwechslung zum sonstigen OP-Alltag. Du begleitest deinen Assistenzarzt (interne) währenddessen in der Notaufnahme und untersuchst die Patienten mit. Wenn nichts los ist, musst du während deines Diensts die "observations" (eine Art Deckblatt für die Patientenakten mit einer Zusammenfassung der Krankengeschichte) für die Patienten der kommenden Tage schreiben. Teilweise waren die Dienste wirklich anstrengend und wir haben fast die ganze Nacht über im OP gestanden. Wenn es in der Nacht ruhig bleibt, gibt es zum Schlafen aber auch ein Zimmer mit Bett für dich. Immer wenn du einen Dienst mitgemacht hast, musst du einen Patienten aus dem Dienst in der Frühbesprechung vor dem gesamten Team vorstellen samt Erklärung der Röntgen-/CT-Bilder und Erklärung der OP-Vorgehensweise. Das war immer super aufregend, aber dabei hat man auch viel gelernt. Ansonsten gab es nicht sonderlich viel Unterricht für die Studenten.. eigentlich nur ca. 1 x pro Woche eine Fallvorstellung von einem der Fachärzte, die er dann mit den Studenten einmal durchgegangen ist.

Fazit: Ich denke, das Chirurgie-Tertial bei Pr. Menegaux in Paris ist jedem zu empfehlen, der im OP mal was anderes machen möchte, als nur Haken zu halten. Auch sind es häufig relativ kurze OPs, da der Schwerpunkt auf Schilddrüsen liegt, und somit sicherlich was für diejenigen, die ungern 6 Stunden am Stück im OP stehen. Patienten untersuchen oder Aufnahmen macht man aber wie gesagt z.B. eher weniger dort. Man sollte übrigens schon relativ gut Französisch sprechen können, da im Krankenhaus alles nur auf Französisch läuft und auch viele Ärzte wirklich kaum Englisch sprechen können.

Und das wichtigste zum Schluss: Paris ist einfach eine wunderschöne Stadt und es bleibt neben dem PJ genügend Zeit, viel davon zu sehen!
Bewerbung
8 Monate vorher per Email bei Madame Saligot (Uni Pierre et Marie Curie). Motivationsschreiben und Lebenslauf möchte sie gerne dabei haben.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Bildgebung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Notaufnahme
Mitoperieren
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Stimmung Station
2
Kontakt zur Pflege
3
PJler-Ansehen
2
Stimmung Klinik
2
Unterricht
2
Betreuung
3
Freizeit
2
Lehre auf Station
2
Insgesamt
2

Durchschnitt 2.13