PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Universitaetsklinikum Rostock (9/2025 bis 11/2025)

Station(en)
Allgemeinchirurgie
Einsatzbereiche
OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Rostock
Kommentar
Insgesamt haben mir die zwei Monate in der Allgemeinchirurgie wenig gefallen. Ich habe grundsätzlich Interesse an Chirurgie und bin positiv in dieses Tertial gestartet, wurde dann aber relativ schnell enttäuscht. Am ersten Tag wurden wir begrüßt, mit einer kleinen Einführung durch einen der Assistenten. Hier wurde uns gesagt, dass klare Hierarchien gelten, in denen wir uns einzuordnen haben. Das würde als PJlerin auch bedeuten, Famulantinnen und Blockpraktikant*innen einzuteilen. Man wisse, wir hätten wahrscheinlich wenig Interesse am OP, sollten uns aber täglich einteilen und jeden Saal besetzen.

Der Tag beginnt um 7 Uhr mit einer sehr zügigen Visite, bei der es unsere Aufgabe war, zu dokumentieren und den Bauch zu untersuchen. Durch den Wechsel zwischen den Tertialen waren wir deutlich weniger Studierende als dort üblich und waren mit Blutentnahmen, Zugänge legen und Venenverschlussdruckmessungen auf Station häufig bis zum Mittag beschäftigt. Man konnte dann in die Notaufnahme oder Sprechstunde gehen, wurde aber regelmäßig angerufen, um Zugänge zu legen, Blutentnahmen durchzuführen und Reha-Anträge auf Station zu erledigen, sodass ich in den zwei Monaten insgesamt nur einen Tag in der Notaufnahme und zwei Stunden in der Sprechstunde war.

Die Ärztinnen auf Station hatten keine Zeit, sich mit uns zu befassen. Es wurde immer wieder von einem Oberarzt versucht, dass wir eigene Patientinnen übernehmen, das ist dann aber daran gescheitert, dass wir in den OP gerufen wurden oder die meiste Zeit mit den Blutentnahmen beschäftigt waren. Von 15 bis 16 Uhr ist die Nachmittagsbesprechung. Danach war es unsere Aufgabe, noch einmal über die Stationen zu gehen und Blutentnahmen sowie Zugänge zu machen, sodass wir regelmäßig länger geblieben sind. Nach Absprache haben wir dann als Ausgleich auch mal früher gehen dürfen.

Im OP lernt man je nach Operateur*in dazu und darf gelegentlich nähen. Einige Oberärzt*innen sind wirklich sehr nett und die Stimmung ist angenehm. Der Chef hatte immer wieder Praktikantinnen aus seinem privaten Umfeld, die dann bei spannenden Operationen bevorzugt am Tisch stehen durften, während PJler*innen und Famulant*innen zugeschaut haben. Wenn man sich interessiert zeigt, kann man einiges mitnehmen, insgesamt ist die Stimmung in der Abteilung aber eher angespannt. Der wöchentliche Unterricht mit Fallbesprechungen war ganz lehrreich. Auch nach dem Tagdienst zu bleiben und den Dienst mitzulaufen ist ganz spannend und ermöglicht es, einen anderen Tag frei zu nehmen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass man hier sicherlich spannende Fälle mitbekommt und ein breites Spektrum der Chirurgie sehen kann. Einige Ärzt*innen sind wirklich sehr nett und bemüht, der Umgang mit den Studierenden ist insgesamt jedoch unschön gewesen und die Lehre kam relativ kurz. Wie gesagt, waren wir ungewöhnlich wenig Studierende was sicherlich dazu beigetragen hat.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Braunülen legen
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
400

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
3
Freizeit
3
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.87