Mir hat das PJ im Adullam Spital sehr gut gefallen. Ich habe mich gut im ärztlichen Team mitaufgenommen gefühlt und die Betreuung ist super. Nach den ersten zwei Wochen habe ich eigene Patient*innen betreut. Ich wurde vorher gefragt, ob ich das möchte und es wäre auch total in Ordnung gewesen, wenn ich mir das noch nicht zugetraut hätte. Der/die zuständige Assistenzarzt/ärztin denkt trotzdem im Hintergrund mit, ich konnte jederzeit Fragen stellen und habe alle meine Patient*innen jeden Tag 1-2x mit einem Oberarzt oder Oberärztin durchgesprochen.
Das Essen ist in Ordnung, es gibt immer eine vegetarische Alternative, kostet ca. 6-8 CHF. Es wird immer mit dem gesamten ärztlichen Team gefrühstückt und Mittag gegessen, was sehr schön ist und man alle gut kennenlernt, auch wenn man nicht mit ihnen auf Station arbeitet.
Das Adullam hat zwei Standorte, bei dem du jeweils ungefähr die Hälfte deines Tertials eingesetzt wirst. Der Standort in Basel ist relativ zentral und man kann gut mit dem Fahrrad (in der Schweiz sagt man "Velo") hinfahren. Insgesamt kann ich sehr empfehlen, in Basel das Fahrrad mitzunehmen oder dort eins zu organisieren. Der zweite Standort ist in Riehen, ein Stückchen außerhalb von Basel. Ich habe in Basel gewohnt und bin trotzdem weiterhin mit dem Rad jeden Morgen nach Riehen gefahren (ca. 40min/Fahrt). Der Weg dahin geht an einem Fluss entlang und durch den Wald und ist wirklich schön. Ist aber auch alles super angebunden mit Bussen/S-Bahn.
Insgesamt würde ich das PJ dort allen empfehlen, die
- gerne Innere machen wollen
- selbstständig arbeiten wollen
- Stationsarbeits-Grundlagen lernen wollen
- Lust haben auf regelmäßigen PJ/Assistenten-Unterricht (1x/Woche) und Fortbildungen fürs gesamte ärztliche Team (1x/Woche)
Nachteile sind in meinen Augen nur die im Vergleich zu Deutschland langen Arbeitszeiten (8-18 Uhr, meistens kann man auch bisschen früher gehen gegen 16:30/17 Uhr) und es kommen ein paar bürokratische Organisationssachen in der Schweiz auf einen zu, die teilweise auch etwas kosten (z.B. Aufenthaltsbewilligung ca. 80 CHF, Befreiiung von der Krankenversicherung ca. 70CHF). Das hat man aber denke ich überall in der Schweiz und man bekommt ja auch ein Gehalt (1500CHF, Netto ca. 1250CHF). Ich war in Deutschland gemeldet (hatte die Grenzgängerbewilligung G) und musste deshalb in Deutschland Steuern zahlen. Wer in der Schweiz umgemeldet ist, zahlt etwas weniger Steuern.