Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Krems (Oesterreich)
Kommentar
Allgemeine Rahmenbedingungen des PJs an den SLK-Kliniken
Unabhängig von der jeweiligen Abteilung sind die Rahmenbedingungen für PJler an den SLK-Kliniken insgesamt wirklich sehr gut. Mit einem Gehalt, welches sich mit 855€ am Bafög Höchstsatz orientiert, fühlt man sich als Student willkommen. Es sind immer relativ viele PJler im Haus, nicht nur in der Inneren oder der Chirurgie, sondern auch in anderen Fachrichtungen. Dadurch findet man schnell Anschluss und es ergibt sich ein sehr angenehmes Miteinander unter allen PJlern. Man trifft sich häufig zum Mittagessen und unternimmt auch außerhalb der Klinik immer wieder etwas zusammen.
Für PJler gibt es außerdem einen eigenen PJ-Raum innerhalb der Klinik. Der ist zwar nicht besonders groß, aber es ist wirklich positiv, dass es überhaupt einen eigenen Raum gibt. Dort stehen zwei Computerarbeitsplätze zur Verfügung und jeder PJler hat dort auch seinen eigenen Spind.
Allgemein genießt man als PJler an der Klinik auch einige der gleichen Annehmlichkeiten wie alle übrigen Angestellte. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Vergünstigungen innerhalb Heilbronns. Außerdem gibt es über das betriebliche Gesundheitsmanagement ein jährliches Kontingent von 100 Euro, das man für Gesundheitsangebote innerhalb des Hauses nutzen kann. Davon kann man sich zum Beispiel im hauseigenen Geräteraum eine Einführung geben lassen, sodass man nach der Arbeit auch kostenlos ins Gym gehen kann. Oder die Mitarbeiterpreise im hauseigenen Labor, falls man mal einen Wert checken lassen will.
Ein weiterer riesiger Pluspunkt ist der PJ-Unterricht. Die Lehre wird hier im Haus wirklich großgeschrieben und der PJ-Unterricht findet tatsächlich jeden Tag statt und wird von nahezu allen Fachabteilungen organisiert. Die Pflichtfachrichtungen finden dabei wöchentlich statt und die Wahlfächer wechseln sich durch, machen öfter, manche seltener. Als PJler kann man dabei in der Regel auch an allen Veranstaltungen anderer Fachrichtungen teilnehmen. Der Unterricht findet meist am Mittag/Nachmittag statt, und danach ist man als PJler in der Regel für den Tag entlassen. Dadurch hat man auch einen einigermaßen geregelten Tagesablauf und weiß ungefähr, wann der Arbeitstag beginnt und wann er endet.
Gesamteindruck der HNO
Die Abteilung von Herrn Prof. Lippert ist wirklich überwältigend groß. Mit knapp 70 Betten und 4 OP-Sälen konnte ich hier einen umfassenden Einblick in die HNO bekommen. Die Klinik bietet eigentlich alles an, was es in der HNO gibt und als PJler kann man sich auch alles anschauen.
Wenn ich mein Wahltertial in der HNO ganz kurz zusammenfassen würde, dann hätte ich es mir eigentlich kaum besser vorstellen können. Es hat meine Erwartungen wirklich übertroffen. Sogar so sehr, dass ich ursprünglich geplant hatte, während meines Wahltertials noch einmal an eine andere Klinik zu rotieren. Letztlich habe ich mich aber entschieden, hier zu verlängern, weil es mir so gut gefallen hat.
Das lag hauptsächlich am Team der HNO-Abteilung selbst, das man wirklich nur positiv hervorheben kann. Obwohl der erste Tag normalerweise eher schlecht in Erinnerung bleibt – voller Stress und neuer Gesichter, bei denen man sich selbst als Neuer oft etwas fehl am Platz fühlt –, war es hier genau das Gegenteil. Ich wurde in der Frühbesprechung sehr herzlich empfangen, und ich hatte es vorher noch nie erlebt, dass sich Assistenzärzt:innen und Oberärzt:innen nach einer Frühbesprechung persönlich bei mir vorstellen. Am ersten Tag hat mich Dr. Zweigart direkt mit auf Station genommen, sodass ich von Anfang an in die tägliche Stationsarbeit eingebunden wurde und eigentlich immer eine:n festen Ansprechpartner:in hatte – fast schon wie eine:n Mentor:in.
Was ich besonders positiv fand, war, dass man zu keinem Zeitpunkt alleine gelassen wurde oder sich in einer Situation wiedergefunden hat, in der man sich einer Aufgabe nicht gewachsen gefühlt hätte. Die Tätigkeiten, die man machen durfte oder die einem aufgetragen wurden, waren immer so, dass man sich ihnen gewachsen gefühlt hat. Gleichzeitig hatte man jederzeit einen Ansprechpartner, bei dem man sich für Rückfragen melden konnte. Dadurch hat man sich die ganze Zeit sicher gefühlt in dem, was man tut.
Tagesablauf
Der Tag begann für mich als PJler morgens um 7:10 Uhr, wenn man sich zur Visite auf Station begibt. Ich habe immer einen Teil der K7-Station mitbetreut. Dort gehörten vor allem die üblichen Aufgaben der Patientenversorgung auf Station zu meinem Alltag. Ein großer Teil dieser Arbeit spielte sich im Untersuchungszimmer ab. Man hat Verbände gewechselt, de-tamponiert, Nasen gepflegt, Ohren mikroskopiert und mit der ENF den Rachen beurteilt und noch so vieles vieles mehr. Insgesamt gab es eigentlich jeden Morgen viele kleinere Tätigkeiten, die regelmäßig angefallen sind. Dadurch hat man eine gute Routine in den innerhalb der HNO anfallenden Untersuchungen erlernt. Blutabnahmen und Vigos legen gehörte eher zu den Tätigkeiten, die ich als PJler in Ausnahmen, z.B. bei krankheitsbedingtem Ausfall von MFAs übernommen habe.
Die größte Zeit habe ich dort auf Station mit Frau Dr. Zweigart, Frau Debatin und Dr. Seeger verbracht. Mit ihnen hat mir die Arbeit wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch sehr viel gelernt. Mit Herrn Dr. Seeger durfte ich zum Beispiel meine erste Parazentese durchführen. Frau Debatin hat mir schnell einen Großteil der Stationsarbeit mit einem Blick über die Schulter zugetraut.
Wenn die morgendliche Stationsarbeit erledigt war, konnte man beispielsweise noch bei Freitexten oder Arztbriefen helfen. Häufig war man aber auch im OP-Plan integriert und wurde dann angerufen. Dafür hatte man auch ein eigenes PJ-Telefon, um immer erreichbar zu sein.
Ambulanz, Sprechstunden und Diagnostik
Einen großen Teil meiner Zeit habe ich außerdem in der Notfallambulanz verbracht. Dort sieht man wirklich sehr viele unterschiedliche Krankheitsbilder, und man durfte meistens auch relativ viel selbst mitmachen und helfen.
Darüber hinaus gibt es jeden Tag verschiedene Spezialsprechstunden, die jeweils von Oberärzten mit ihren jeweiligen Spezialisierungen geleitet werden. Hier wird man auch gerne gesehen. Außerdem konnte man bei den Voruntersuchungen für die Operationen aushelfen und wurde dabei auch gerne mit eingebunden. In der Abteilung gibt es zudem auch Bereiche wie die Pädaudiologie und Phoniatrie, in die man ebenfalls hineinschauen kann. Dort durfte ich zum Beispiel einmal bei einer BERA dabei sein, was ich sehr spannend fand, da man das im Studium meist nur theoretisch hört.
Teamkultur
Was ich unbedingt hervorheben möchte, ist die positive Stimmung unter den Assistenzärzten. Das Arbeitsklima ist immer freundlich und hilfsbereit untereinander. Sehr positiv war auch der enge Kontakt zwischen Assistenz- und Oberärzt:innen. Es war nie ein Problem, wenn man als PJler eine Frage hatte. Man konnte sich immer an Assistenzärzt:innen oder Oberärzt:innen wenden und bekam Hilfe. Diese Zusammenarbeit funktioniert im Team wirklich sehr gut. Bis zum Ende meines Tertials habe ich wirklich schon fast wie ein Teil des Teams gefühlt.
Ein Beispiel ist auch Herr Alqheiwi. Er hat mich immer wieder angerufen, wenn es etwas Spannendes bei ihm gab, was für mich interessant wäre. Er hat einen riesigen Wissensschatz, den er auch gerne an Studierende weitergibt. Mit ihm durfte ich zum Beispiel eine PTA-Spaltung probieren und er hat mir auch gezeigt, wie man Paukenröhrchen einlegen würde. Auch Herr Körber hat sich am Anfang viel Zeit genommen, mir den Umgang mit der ENF und die Ohrmikroskopie zu zeigen. Außerdem hat mir Dr. Abdallah sehr strukturiert ein Halssono beigebracht. Und es gibt noch so viel mehr Assistenten, die mir etwas beigebracht haben und hier gerne erwähnen würde.
Positiv hervorheben kann man auch, dass man als PJler wirklich gut in die Abteilung integriert wird. So war es zum Beispiel selbstverständlich, dass man als PJler auch zur großen Weihnachtsfeier der gesamten HNO-Abteilung eingeladen wurde, bei der wirklich alle dabei waren – also das gesamte Team der Abteilung. Außerdem durfte man auch an Fortbildungen teilnehmen. Es gab zum Beispiel eine größere Fortbildung zur Tumortherapie von HNO-Tumoren zusammen mit der Onkologie und der Strahlentherapie, an der man ebenfalls teilnehmen konnte.
OP-Erfahrung
Ein großer Teil des Wahltertials spielte sich natürlich im OP ab. Dort war man als PJler häufig mit eingeplant und oft sogar als erste Assistenz eingeteilt. Dadurch hat man wirklich sehr viel gesehen und gelernt. Es gibt hier auch viele größere Operationen, wie Laryngektomien mit Lappenplastiken. Das waren natürlich die Highlights, bei denen man sehr gerne mit am Tisch stand.
Zum Beispiel war ich am Anfang sehr häufig bei Dr. Tiefenbach im OP. Die Stimmung und Atmosphäre im OP waren immer sehr angenehm. Vor allem hat er einem immer extrem viel erklärt und gezeigt – sowohl die Anatomie als auch die einzelnen OP-Schritte. Auch bei Herr Lalos war ich häufiger im OP dabei. Bei ihm durfte ich relativ früh im Wahltertial wieder das Nähen lernen.
Bei Dr. Fiedler war ich ebenfalls häufiger im OP. Er legt einen großen Schwerpunkt auf Lehre und organisiert auch den PJ-Unterricht der Abteilung. Der spezifische HNO-PJ-Unterricht findet etwa alle sechs Wochen statt.
Ich kann es auch absolut empfehlen bei Dr. Feist, dem leitenden Oberarzt, im OP mit am Tisch zu stehen oder auch nur zuzuschauen. Ihm über die Schulter zu schauen ist wirklich beeindruckend. So wie er operiert, möchte man selbst einmal operieren können.
Generell war die Stimmung im OP immer sehr angenehm, und auch das gesamte nichtärztliche Personal der Abteilung war sehr freundlich zu mir als PJler.
Fazit
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich dieses Wahltertial sowohl von der Fachrichtung HNO als auch von der Abteilung her sehr überzeugt hat. Die Größe der Abteilung gibt einem die Möglichkeit die Fachrichtung der HNO zu überblicken und die Atmosphäre im Team war so, wie man sich einen angenehmen Arbeitsplatzt vorstellt. Man wird als PJler ernst genommen und bekommt viele Möglichkeiten, praktisch und theoretisch zu lernen. Der Umgang mit einem war immer wertschätzend, höflich und respektvoll.
Mir hat es sogar so sehr gefallen, dass ich mich am Ende meines Tertials in der Abteilung beworben habe. Das bringt natürlich möglicherweise auch einen gewissen Bias in diese Bewertung – zeigt aber gleichzeitig auch, wie positiv mein Gesamteindruck war.
Ich würde diese Abteilung für ein Wahltertial jederzeit wieder wählen!