Mein Tertial am KEH war sehr durchwachsen.
Am Anfang ging es gut los. Man bekommt eine Einführung an Tag 1, bei der alle möglichen Schulungen gemacht werden und man sofort seinen Zugang für die Computer und Programme bekommt. An Tag 2 gibt es eine persönliche Begrüßung vom Chef, der wirklich sehr nett ist und man wird auf die Stationen aufgeteilt. Wir waren zu fünft in der Innere, das heißt jeder von uns war leider alleine auf einer Station, anders als bei den Chirurgen die alle zu zweit eingeteilt waren. Bei uns hatte man sozusagen eine ,,Hauptstation" auf der man insgesamt für 2 Monate war, eine ,,Zweitstation" auf der man für einen Monat war, und jeder von uns hat jeweils 2 Wochen in der ZNA und 2 Wochen in der Funktion verbracht. (Kleiner Tipp, man kann auch Wünsche abgeben, auf welche Station man gerne möchte. Wenn nicht alle das gleiche wollen wird das berücksichtigt.
Je nach Station und Zeit waren die Erfahrungen wirklich sehr unterschiedlich. Es gibt sehr viele sehr junge Assistenzärzte im Haus, die selber gerade erst anfangen bzw. neu auf die Stationen rotieren, daher hing es stark davon ab mit wem man gerade eingeteilt war.
Auf der Geriatrie habe ich mich sehr wohl gefühlt. Sowohl die Assistenzärztinnen, Oberärztinnen als auch die Chefärztin haben mich ab Tag 1 sehr nett mit ins Team aufgenommen. Es war eigentlich immer möglich, mit auf Visite zu gehen da es auf der Geriatrie sehr viel weniger BEs zu machen gibt als auf anderen Stationen. Und auch wenn es mal nicht geklappt hat, waren alle immer super nett und haben gerne mitgeholfen auch wenn es manchmal vielleicht etwas stressig war. Abgesehen von mit auf Visite gehen habe ich auch eigene Patienten aufgenommen, Untersuchungen angemeldet, mit bei Aufklärungen geholfen, durfte oft alleine Ultraschalle machen und Visiteneinträge schreiben bzw. mich an Arztbriefen probieren. Wenn etwas mal nicht geklappt hat oder man nicht wusste wie genau etwas geht, konnte man immer fragen und die Ärztinnen waren sehr hilfsbereit. Es wurde viel von sich aus erklärt, aber selbst wenn man mal Fragen hatte waren die auch gerne gesehen und es wurde immer viel erklärt. Außerdem waren die Arbeitszeiten auf der Geri sehr nett, wenn ab nachmittags nichts mehr zu tun war durfte man auch oft schon vor 15 Uhr gehen.
Die 2 Wochen in der Notaufnahme waren bei mir auch gut. Die Ärzte dort haben einen viel selber machen lassen. Dort hat man eher weniger mit BEs und Flexülen zu tun, das macht alles die Pflege, die dort leider wirklich sehr unfreundlich ist größtenteils. Von ärztlicher Seite wurde ich gut begleitet und durfte schon am ersten Tag dort Patienten selber untersuchen und aufnehmen, Untersuchungen anmelden und natürlich in Rücksprache mit den Ärzten das weitere Prozedere entscheiden/überlegen. Auch die Oberärzte in der ZNA waren sehr nett und hilfsbereit. Nur an manchen Tagen gab es sehr wenig zu tun, da viele größere spannende Fälle dann doch eher an andere Kliniken weitergeleitet werden. An sich bekommt man aber einen guten Einblick in das day to day würde ich sagen.
In der Funktion habe ich leider nichts gelernt. Da kommt man an, stellt sich vor und keiner fühlt sich wirklich für einen zuständig. Es war so ziemlich egal, wo man sich rumgetrieben hat, viele der Ärzte haben einen nicht mal wirklich beachtet, wenn man mit im Raum war und auch nichts von sich aus erklärt. Selbst wenn ich mal ein paar Fragen gestellt habe waren die Antworten eher kurz und knapp beziehungsweise sehr uninteressiert. Das fand ich sehr schade, da die Funktion eigentlich dort sehr breit aufgestellt ist und man dort viel lernen könnte.
In der Kardiologie habe ich sehr gemischte Erfahrungen gemacht. Dort ist die Hauptaufgabe wirklich das Blut abnehmen und Flexülen legen als PJler. Zwar sagen die Ärzte immer, man kann Bescheid sagen wenn es zu viel wird aber wirklich Zeit einem etwas abzunehmen hat dann auch keiner. Meistens waren es so viele Blutentnahmen, dass man dadurch die Visite verpasst hat obwohl die auch mal mehrere Stunden gegangen ist. Je nach Besetzung sind aber auch die Assistenzärzte wirklich sehr nett und bemüht einem trotz Stress dann etwas beizubringen.
Der PJ-Unterricht hat 1-2x/Woche stattgefunden. Was ich richtig gut fand war, dass wir am Anfang alle 2 Wochen EKG-Kurse hatten, die wirklich auch die Basics mit abgedeckt haben, sodass ich mich nach ein paar Wochen sehr viel sicherer gefühlt habe. Die Ärzte in den Seminaren waren immer sehr nett, aber manche Themen waren leider auch einfach nicht so relevant für die Vorbereitung fürs 3. Stex oder eher wie eine Vorlesung aufgebaut, in der viele neue (interessante) aber eben nicht so relevante Studien gezeigt wurden.
Zum Mittagessen bekommt man für jeden Tag einen 10€ Gutschein, den man auch komplett aufbrauchen muss. Wir haben daher jeden Tag noch sehr viele Snacks genommen. Tipp: Durch Studientage sammeln sich viele Gutscheine an, benutzt die einfach von Anfang an um mit den anderen PJlern nach dem Essen noch einen Kaffee zu trinken.
Insgesamt hat mir das Tertial am KEH ganz gut gefallen, alle Leute waren sehr nett und eigentlich auch gewillt einem etwas beizubringen. Aber im Zweifel ist es dann doch so, dass man für die typischen PJ-Aufgaben (BEs, Flexülen, Botengänge) zur Verfügung steht und das Lernen etwas zu kurz kommt.