Ich möchte hiermit nur einmal stärkstens davon abraten, einen Teil des PJs in der Allgemeinchirurgie des AK ST. Georg zu absolvieren. Das Erlebnis in den anderen chirurgischen Fachabteilungen war durchweg in Ordnung, aber auch kein Highlight. Der PJler wird hier ausnahmslos als unbezahlte Arbeitskraft genutzt. Man wird für Blutentnahmen, Zugänge und Haken halten auf dem PJ-Telefon angerufen, ansonsten sitzt man irgendwo rum und wird nicht weiter beachtet. Von der Teilnahme an der Visite wurde uns aktiv abgeraten, diese sei ja eh sehr kurz in den chirurgischen Abteilungen. Die Bereitschaft der Oberärzte zu lehren ist nicht existent, der PJ-Unterricht fällt abteilungsübergreifend regelmäßig aus. Es wurde ein Zweischichtsystem eingeführt, sodass auch bis zum späten Abend unbezahlte Arbeitskräfte zum Haken halten vor Ort sind. Regelmäßig wurde in Spätdiensten von 12-16 Uhr rumgesessen, um danach im Dienst bei den OPs zu helfen, die im Tagesprogramm nicht geschafft wurden.
Die Kommunikation und Umgangsweise innerhalb des Teams kam mir überwiegend gereizt und missgünstig vor. Inhaltlich wurde dann häufig zu wenig abgesprochen, sodass es nicht selten zu kurzfristigen OP-Verschiebungen und Absagen aufgrund organisatorischer Mängel kam. Bei einigen ärztlichen Mitarbeitern der Abteilung konnte man sich nicht mal auf ein Mindestmaß an zwischenmenschlicher Höflichkeit ("Hallo, ich bin ...", "Danke", etc) verlassen, was die Zeit insgesamt nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich enttäuschend gemacht hat.