Das Tertial in der Neurologie an der Uniklinik hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Vor allem durch das sehr nette Kollegium und die Rotation auf jede neurologische Station und Ambulanz hat (fast) das ganze Tertial durchgehend Spaß gemacht.
Die Rotationen umfassen 4 Wochen neurologische Allgemeinstation, 4 Wochen Stroke-Unit, 1-2 Wochen Neuroonkologie, 1-2 Wochen Epilepsie, 1 Woche ZNA, 1 Woche ITS, und 2 Wochen Ambulanzen mit verschiedenen Sprechstunden, Doppler-Labor, Neuroradiologie und EMG/ENG.
Es gab ein Mal pro Woche einen PJ-Unterricht, abwechselnd theoretisch mit "Syndromatologie" bei Prof. Kell (super lehrreich und nett) und praktisch mit Untersuchung. Dazu gab es eine PJ-Woche ohne Stationsarbeit mit Selbstlernzeit am Vormittag und Seminar / Fragenklärung mit Oberärzt*innen am Nachmittag (auch super hilfreich).
Am Anfang wurde einem ein Mentor / eine Mentorin zugeteilt, welche man jederzeit um Hilfe bitten konnte. Dazu wurden regelmäßig Gespräche zum aktuellen Befinden, Lernstatus, Wünschen, Kritik etc. geführt. Am Ende bekamen wir sogar die Chance auf ein Probe-Examen, welches wirklich super hilfreich war.
Gefordert wurden vier Wochenenddienste in der ZNA, wo man gegen 10:00 Uhr kommen soll und dann dort begleitet und auch selber viel machen kann. Ich fand da die richtigen Notfälle mit CT- / MRT-Fahrten, Lyse oder ähnlichem am spannendsten. Dafür bekommt man in der nächsten Woche einen Tag frei.
Ein durchschnittlicher Tag:
Begonnen hat der durchschnittliche Tag um 08:00 Uhr, wobei es auch nicht schlimm ist, wenn man erst 5-10 min später aufkreuzt. Dann gab es meistens 3-4 Blutentnahmen oder Zugänge zu erledigen, die manchmal aber auch die PA's übernommen haben. Um 09:00 Uhr ist dann jeden Tag eine radiologische Frühbesprechung, danach Visite (2x / Woche mit Oberarzt und 1x / Woche mit Chefarzt). Je nach Station gab's dann pro Tag im Schnitt noch eine Lumbalpunktion, die man eigentlich immer selber machen darf. Nach dem Mittagessen kommen dann meistens neue Patient*innen, die man aufnehmen darf (und auch darum gebeten wird). Diese darf man gerne über einen längeren Zeitraum begleiten und auch selbst betreuen (inkl. Anforderungen & Arztbrief schreiben, dazu kriegt man auch gerne Rückmeldungen und Hilfe). Dann, meist so gegen 15:30 - 16:00 Uhr darf man gehen, solange man danach fragt. Andere sind gerne auch mal bis 17:00 Uhr geblieben.
Zusammenfassend:
+ super nettes Kollegium, selbst mit den meisten Oberärzt*innen per du
+ sehr guter Rotationsplan
+ viele praktische Sachen darf man selber machen
+ Probe-Staatsexamen
+ bei Fehltagen wird auch mal ein Auge zugedrückt (solange es nicht mehr als 2-3 sind)
- etwas mehr Selbstlernzeit zum theoretischen Aufarbeiten hätte ich mir gewünscht
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Über das PJ-Portal: viele verfügbare Plätze, meist noch Platz