PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Krankenhaus Siloah (11/2025 bis 2/2026)
Station(en)
A6
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Das Tertial beginnt mit einer zentralen Einführungsveranstaltung für alle PJ-Studierenden im Haus, die gut organisiert ist. Man erhält vorab alle wichtigen Informationen per E-Mail und bekommt am ersten Tag Namensschild, Schlüsselkarte und kann sich einen Spind organisieren.
Im Chirurgietertial sind maximal sechs PJler gleichzeitig eingeteilt, wovon eine Person regelmäßig auf die Gefäßchirurgie rotiert.
Der Arbeitstag beginnt um 6:45 Uhr auf Station mit der Visite. Zwei PJler sind für die Dokumentation zuständig, während die anderen entweder bereits mit Blutentnahmen beginnen oder zur Frühbesprechung um 7:45 gehen. Die Visite selbst ist sehr kurz und auf Effizienz ausgelegt – als PJler dokumentiert man hauptsächlich und wird kaum in Gespräche einbezogen. Nach der Besprechung müssen die Einträge häufig noch nachdokumentiert werden.
Ein großer Teil der täglichen Arbeit besteht aus Blutentnahmen, Viggos legen und organisatorischen Tätigkeiten auf Station. Zwar gibt es Blutentnahmestudenten, diese kommen jedoch sehr unregelmäßig und oft erst spät am Vormittag, sodass die meisten Blutentnahmen bereits von den PJlern erledigt werden müssen. Zusätzlich fallen häufig Blutentnahmen bei Außenliegern auf anderen Stationen an.
Der Kontakt zur Pflege gestaltete sich teilweise echt schwierig. Materialien für Blutentnahmen waren häufig nicht ausreichend vorhanden. Auf Nachfrage werden die Augen gerollt und man wird angepampt, warum man so viel Material verbrauche. Somit musste man morgens erstmal das Material zusammensuchen und teilweise von anderen Stationen holen, wo man wiederum ebenfalls kritisiert wurde.
Nach den Stationsaufgaben verbringt man einen großen Teil des Tages mit dem Schreiben von Arztbriefen. Feedback dazu erhält man kaum. Zwischendurch wird gelegentlich aus dem OP angerufen, sodass ein PJler zum Assistieren kommen muss. Die Aufgabe besteht dort überwiegend aus Hakenhalten; selten durfte man auch einmal eine Hautnaht durchführen.
Prinzipiell besteht die Möglichkeit, Zeit in der Notaufnahme zu verbringen. In der Praxis war dies jedoch schwierig, da man erst gehen konnte, wenn alle Stationsaufgaben erledigt waren. Der für den Tag zuständige Arzt für die ZNA ruft im Grunde nie an, wenn ein Patient da ist, auch wenn man vorher drum bittet. Daher kam es nur selten vor, dass man Patienten selbst untersuchen konnte. Wenn man jedoch einen Arzt in der Notaufnahme begleiten konnte, war das Teaching dort sehr gut und man durfte auch selbst untersuchen und sonografieren.
Das Arbeitsklima auf Station empfand ich insgesamt als eher toxisch. Zwischen Pflege und Ärzten sowie auch innerhalb des ärztlichen Teams kam es häufig zu Spannungen und es wurde viel über andere gesprochen. Die Stimmung war regelmäßig angespannt und ich habe mehrfach erlebt, dass Kolleginnen aufgrund der Belastung in Tränen ausgebrochen sind. Für PJ-Studierende trägt das nicht gerade zu einem guten Lernumfeld bei.
Positiv hervorzuheben ist die tägliche PJ-Fortbildung um 12 Uhr für alle Studierenden im Haus sowie das gemeinsame Mittagessen, was für viele ein echtes Highlight am Tag ist. Gelegentlich gab es auch Teaching durch einzelne Assistenzärzte, z. B. Sonographie-Einweisungen oder praktische Tätigkeiten wie Hautnähte oder VAC-Wechsel.
Insgesamt hatte ich jedoch den Eindruck, dass PJ-Studierende in erster Linie als Arbeitskraft auf Station eingeplant sind. Lehre fand nur unregelmäßig statt. Einige Assistenzärzte bemühten sich zwar um Teaching, waren jedoch häufig selbst stark belastet. Von oberärztlicher Seite gab es kaum Kontakt zu den PJlern.
Mein persönliches Fazit:
Das Tertial war insgesamt wenig strukturiert und nur begrenzt lehrreich. Wer Wert auf eine gute chirurgische Ausbildung legt, sollte sich nach anderen Kliniken umsehen.