Ehrlich gesagt dachte ich vor dem PJ-Beginn, dass das Chirurgie-Tertial lediglich ein notwendiges Übel wäre. Diese Meinung musste ich im Laufe des Tertials komplett revidieren. Insgesamt habe ich in den vier Monaten in den verschiedenen Abteilungen viel gelernt und gesehen, es war sehr abwechslungsreich und hat tatsächliches Interesse an den Fachrichtungen geweckt!
Am MHO rotiert man regelhaft durch die dortigen chirurgischen Abteilungen. Dabei wird zu Beginn ein Rotationsplan vorgegeben, dieser kann jedoch mit entsprechender Rücksprache relativ unkompliziert geändert werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine kurze Hospitation in der Kinderchirurgie des angrenzenden CKOs zu machen, welche sehr zu empfehlen ist.
Insgesamt waren alle Teams sehr freundlich und interessiert an guter Lehre sowie der Vermittlung von wichtigen Inhalten. Auch bei kürzerer Rotationsdauer hat man schnell in das jeweilige Team gefunden und konnte sich entsprechend einbringen. Häufig war man mit einem weiteren PJler in der gleichen Abteilung eingeteilt, sodass man sich für zu erledigende Aufgaben wie Blutentnahmen, Zugänge legen oder OP-Assistenz aufteilen konnte. Auf jeder Station gab es eine MFA, welche für die Blutentnahmen zuständig war, wodurch die Menge für die PJler überschaubar geblieben ist.
Zusätzlich wurde 2x pro Woche ein 90 minütiger PJ-Unterricht angeboten, welcher durch die verschiedenen Abteilungen des Hauses geleitet wurde. Dadurch konnte man auch noch das Wissen zu wichtigen Themen aus anderen Fachabteilungen auffrischen.
In der Neurochirurgie war man gelegentlich als 1. Asisstenz im OP eingeteilt, ansonsten stand vor allem die Stationsarbeit im Vordergrund. Aber auch vorstationäre Untersuchungen oder ein Mitlaufen in der ZNA war möglich.
Bei den Unfallchirurgen konnte man täglich entscheiden, ob man auf die Station oder in die ZNA möchte. Vor allem in der ZNA sieht man sehr viele verschiedene Krankheitsbilder und Verletzungsmuster. Zusätzlich wurde man häufig als 1. oder 2. Assistenz für den OP eingeteilt und erhält dort spannende Einblicke in die verschiedenen Versorgungsmethoden.
In der Gefäßchirurgie stand eher die Stationsarbeit mit den entsprechenden postinterventionellen Maßnahmen wie Sono oder ABI-Messung im Vordergrund. Gelegentlich war man für eine 2. Asisstenz im OP eingeteilt.
Bei den Allgemeinchirurgen konnte man im Rahmen der vorstationären Aufnahmen eine gewisse Routine in der körperlichen Untersuchung sowie Anamneseerhebung erlangen. Zusätzlich wurde man regelmäßig als 2. Assistenz für Operationen eingeteilt und konnte in der ZNA akute Krankheitsbilder sehen.
Insgesamt ist das Chirurgie-Tertial am MHO sehr zu empfehlen!