Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, Notaufnahme, Diagnostik, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich hatte eine wunderbare Zeit in der Frauenklinik am Diakoniekrankenhaus und kann die Abteilung nur wärmstens weiter empfehlen!!
Die Eindrücke, die man sammelt, sind super vielfältig. Wir waren zu meiner Zeit 4-7 PJler:innen, sodass wir uns eigenständig auf die verschiedenen Aufgaben/Bereiche aufteilen konnten, teilweise waren wir sogar zu viele. Es gibt eine PJ-Beauftragte, der ein Vor-, Zwischen- und Nachgespräch sehr wichtig sind, was ich als sehr positiv empfand.
Es startet mit einer Frühbesprechung am Morgen mit dem gesamten Team. Hierbei wird die Übergabe des Dienstes berichtet, wichtige Dinge für die Stationen sowie der OP-Plan des Tages besprochen. 1x/Monat findet eine gynäkologische Fortbildung mit einem Vortragsthema der Assistenzärztinnen für alle statt. Danach startet die Arbeit in den verschiedenen Bereichen. Hierbei wird von den PJler:innen vor allem die Assistenz in den OPs erwartet, die man sich mit studentischen Hilfskräften teilt.
Im OP bekommt man viele Einblicke in die verschiedenen gynäkoligschen OPs: es gibt Sectiones, urogynäkologische, senologische, allgemeingynäkologische, laparoskopische OPs sowie große OPs mit Laparotomien. Hierbei ist man je nach OP als 1. oder 2. Assistenz eingeplant und übernimmt das Lagern der Patientinnen. Teilweise gibt es die Möglichkeit zu nähen. Erklärungen gibt es eher weniger, daher ist der Wissenszuwachs eher passiv bzw. abhängig von den Operateur:innen. Jedoch sind alle im Team (inklusive OP-Team) extrem lieb und sind bereit auf Nachfragen einzugehen (zB richtiges Einwaschen, Lagern). Es gibt auch einen ambulanten OP für kleinere Eingriffe wie zB HSKs und Konisationen. Hierbei ist man ebenfalls 1. Assistenz.
In der stationären Versorgung ist man als PJler:in vor allem auf der Wöchnerinnenstation eingebunden. Hier übernimmt man nach Anleitung und Einführung in der Regel selbstständig die Entlassungsgespräche inklusive Abschlussuntersuchung, ggf. Neugeborenenimpfung und Arztbriefschreibung. Es sind stets Ansprechpersonen bei Fragen verfügbar. Auf der allgemeingynäkologischen Station gibt es eine kurze Visite, bei der man hospitieren kann. Selten wird man von der Pflege mal für Blutentnahmen oder Flexülen angerufen. Es gibt regelmäßig die Aufgabe, postoperative Nierensonos selbstständig durchzuführen. Ebenfalls kann man bei Abschlussuntersuchungen teilnehmen und unterstützen, teils unter Anleitung selbst durchführen.
In den verschiedenen Fachambulanzen bekommt man vielfältige und spannende Einblicke. Es gibt allgemeingynäkologische, urogynäkologische, senologische und geburtshilfliche Sprechstunden sowie Spezialsprechstunden zB für Dysplasien und Endometriose. Hierbei habe ich durch das Hospitieren jede Menge gelernt und konnte stets Fragen stellen. Es wurde selbstverständlich und empathisch auf die Privatsphäre und Wunsch der Patientinnen geachtet. Nach einer Weile durfte ich vereinzelt in Absprache mit Patientin und Ärztin eigenständige Untersuchungen unter Anleitung durchführen und die ersten Erfahrungen in der gynäkologischen Untersuchung, dem transvaginalen Ultraschall sowie der Fetometrie (inkl. Erhebung Bishop-Score) sammeln. Dies möchte ich als besonders gewinnbringend und nicht selbstverständlich hervorheben!
Im Kreißsaal ist es im Tagdienst als PJlerin eher schwierig einen Einblick zu bekommen. Meistens sind genügend Hebammenstudentinnen da, sodass die Frauen unter Geburt schon von mehreren Menschen betreut werden und man als PJler:in selten die Möglichkeit hat, Geburten mit zu betreuen. Teilweise kann man Fetometrien durchführen/dabei hospitieren. Im Kreißsaal hat man mehr die Chance, wenn man an Diensten teilnimmt (auf freiwilliger Basis, siehe unten) oder in der Hebammenwoche. Für alle PJler:innen ist eine Hebammenwoche vorgesehen, bei der man im Dienstsystem der Hebammen (früh, spät, nacht) eingeteilt wird und jeweils mit einer Hebamme Geburten betreuen. Auch hier möchte ich hervorheben wie lieb und welcoming das gesamte Team gegenüber PJler:innen war! Ich hatte eine richtig gute Zeit in der prä- und postpartalen Betreuung, konnte einige Geburten miterleben und wurde hands-on eingebunden.
Eine weitere Aufgabe als PJler:in ist das Durchsehen der OP-Akten für den nächsten Tag sowie das Überprüfen der Labore des Tages. Dieses stellt man dann in der Nachmittagsbesprechung um 16 Uhr vor. Ein Mittagessen war stets möglich, oft wurde im Team gemeinsam gegessen und sich auf persönlicher Ebene begegnet.
Es gibt die Möglichkeit als PJler:in an den Diensten teilzunehmen. Man startet 15 Uhr und endet mit der Frühbesprechung am nächsten Morgen (ca. 8:30 Uhr). Der Folgetag ist frei und man bekommt als Aufwandsentschädigung 30€/Dienst (ich glaube, es waren 30?). Es wird ein Zimmer mit Dusche zum Schlafen gestellt. Ich kann die Dienste nur empfehlen, da man die ganze Zeit mit einer Assistenzärztin unterwegs ist, viele Einblicke gewinnt und selbst arbeiten kann. Größtenteils wird im Dienst der Kreißsaal betreut und man erlebt häufiger Geburten in der Nacht. Teilweise wird man in die Notaufnahme gerufen und betreut gynäkologische Notfälle. Ich habe viele spannende Dinge im Dienst erlebt, habe mich sehr nett aufgenommen gefühlt und konnte meistens für ein paar Stunden schlafen.
Mein Fazit über die Gyn&GebH ist durchweg positiv! Mag wohl daran liegen, dass mir diese Fach so viel Spaß macht, aber einen riesigen Anteil hat das Team des Diakoniekrankenhauses! Ich habe mich stets gesehen und wertgeschätzt gefühlt. Es wird ein hoher Anspruch an Selbstorganisation und Eigeninitiative gesetzt. Ich empfand das Tertial als sehr vielfältig und lehrreich.