Einen Teil meines Innere-Tertials im PJ habe ich in der Pneumologie bei Prof. Gall an der Hochtaunus-Klinik in Usingen gemacht. Da das Haus eher klein ist, hatte ich gehofft, dort viel praktisch arbeiten zu können – und genau so war es auch.
Der Tag startete immer mit der Morgenbesprechung. Dort wurden die neuen Patienten vorgestellt, besondere Ereignisse aus dem Nachtdienst besprochen und das weitere Vorgehen geplant.
Danach konnte ich mir meistens aussuchen, wo ich mitgehen möchte: Station, Notaufnahme, Intensivstation oder Funktionsdiagnostik. Das war super, weil man so viele unterschiedliche Bereiche der Pneumologie kennenlernen konnte und nicht nur auf einer Station festhing.
Was ich besonders positiv fand: Man wurde wirklich in die ärztliche Arbeit eingebunden. Natürlich habe ich auch Blut abgenommen und Zugänge gelegt, aber das war eher nebenbei. Ich durfte deutlich mehr machen als nur PJ-Standardaufgaben.
Im Laufe des Tertials konnte ich unter Anleitung vieles lernen und auch selbst durchführen, zum Beispiel:
• Thoraxsonographie
• Pleurapunktionen
• Assistenz bei Anlage von ZVKs
• Wechsel von Thoraxdrainagen
• Assistenz und Durchführung von Bronchoskopien und Biopsien
Gerade die Sonographie und die Pleurapunktionen durfte ich regelmäßig machen, was extrem geholfen hat, sicherer zu werden.
Um 12 Uhr gab es täglich die radiologische Besprechung. Dort wurden CTs und Röntgenbilder gemeinsam angeschaut und diskutiert. Das war besonders hilfreich, um die Bildgebung besser zu verstehen und mit der Klinik zu verknüpfen.
Danach ist das Team zusammen essen gegangen. Trotz anspruchsvoller Medizin war die Stimmung insgesamt sehr locker und freundlich. Man wurde als PJler ernst genommen und hatte nie das Gefühl, nur mitzulaufen.
Fazit
Prof. Gall und sein Ärzteteam haben sich viel Zeit genommen, Dinge zu erklären – sowohl praktisch am Patientenbett als auch theoretisch. Fragen waren immer willkommen, und man hatte das Gefühl, dass wirklich Interesse daran besteht, einem etwas beizubringen.
Insgesamt war das Tertial für mich fachlich und praktisch sehr gewinnbringend. Ich habe viel gelernt, viel selbst gemacht und fühle mich deutlich sicherer für den Berufsstart. Für alle, die im PJ wirklich praktisch arbeiten und nicht nur zuschauen wollen, kann ich die Abteilung auf jeden Fall empfehlen.