Ich kann das PJ-Tertial an der München Klinik uneingeschränkt empfehlen und würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden, insbesondere auch mit Blick auf eine spätere Weiterbildungsstelle in der Dermatologie. Es war mit Abstand das beste, lehrreichste und gleichzeitig angenehmste Tertial meines PJs.
Die Bewerbung erfolgte unkompliziert über das PJ-Portal. Einige Wochen vor Beginn wurde ich von der München Klinik kontaktiert und erhielt alle wichtigen Informationen zum Ablauf des ersten Tages, Treffpunkt etc., was den Einstieg sehr entspannt gemacht hat.
Zu Beginn bekommt man einen eigenen Spind im 1. OG, Dienstkleidung (Kasack, Kittel) sowie ein Namensschild. Zusätzlich wird täglich ein Essensguthaben von 7 ⬠für die Kantine aufgeladen.
Ich war gemeinsam mit einer weiteren PJ-Studentin eingeteilt. Am ersten Tag waren wir um 8:00 Uhr auf Station, obwohl der offizielle Start meist gegen 8:15 Uhr ist. Die Zeit haben wir genutzt, um uns bei der Pflege vorzustellen. Das Pflegeteam ist überwiegend sehr freundlich und hilfsbereit.
Das ärztliche Team ist wirklich herausragend. Die Assistenzärzt:innen sind extrem offen, herzlich und dankbar für jede Unterstützung. Auch die Oberärzt:innen sind sehr engagiert und nehmen sich Zeit, Dinge zu erklären und beizubringen. Seit Januar 2025 gibt es zudem eine neue Chefärztin, die zuvor Oberärztin an der LMU Klinikum war. Sie ist fachlich wie menschlich eine hervorragende Führungspersönlichkeit, sehr nahbar und ausgesprochen wertschätzend gegenüber Studierenden. Engagement wird gesehen und ausdrücklich gefördert vor allem bei Visiten, Patientenvorstellungen in der Mittagsbesprechung oder im OP.
Zum Tagesablauf: Als PJ-Studierende:r ist man in der Regel ab 8:00 Uhr da, druckt die Visitenlisten aus und unterstützt bei Blutentnahmen oder dem Legen von Viggos (meist bereits von der Pflege vorbereitet). AnschlieÃend geht man je nach Einteilung (Nord, Süd oder Privatstation) mit auf Visite. Eine Chefärztinnenvisite findet täglich auf der Privatstation sowie jeweils einmal pro Woche auf Nord und Süd statt.
Im weiteren Verlauf übernimmt man eigenständig Patientenaufnahmen, führt Probeexzisionen oder Shave-Exzisionen durch. Um 13:00 Uhr findet die tägliche Mittagsbesprechung statt, in der Neuaufnahmen diskutiert werden. Hier hat man regelmäÃig die Möglichkeit, eigene Patient:innen vorzustellen. Mittwochs kann man zusätzlich an internen Fortbildungen teilnehmen, auÃerdem besteht einmal wöchentlich die Möglichkeit, am Studentenunterricht der LMU teilzunehmen.
Es gibt keine starren Rotationen, wie man sie aus anderen Häusern kennt, vielmehr kann man jederzeit in den OP, die Privatambulanz oder die Tagesklinik mitgehen. Wer Interesse zeigt und aktiv nachfragt, bekommt sehr viel beigebracht und darf auch praktisch mitarbeiten. Besonders hervorzuheben sind die Sentinel-OPs am Freitag sowie die ästhetische Sprechstunde am Mittwoch mit einer Oberärztin aus der Privatambulanz, bei der man viel über Lasertherapien und ästhetische Dermatologie lernt.
Ein Gehalt wird leider nicht gezahlt, dafür hat man jedoch die Möglichkeit, einmal pro Woche einen Studientag zu nehmen oder diese zu sammeln und am Ende des Tertials gebündelt zu nutzen.
Fazit:
Dieses PJ-Tertial war für mich eine rundum positive Erfahrung. Ich würde mich jederzeit wieder für die München Klinik entscheiden â klar vor Alternativen wie der Dermatologie Biederstein oder der LMU. Durch das vergleichsweise kleinere Team und die geringe Anzahl an PJ-Studierenden ist die Atmosphäre deutlich persönlicher. Zwar sieht man möglicherweise etwas weniger seltene Krankheitsbilder als an groÃen Universitätskliniken, dafür ist die Lernkurve steil, die Einbindung exzellent und die Chance auf eine spätere Ãbernahme als Assistenzärztin bei Engagement realistisch und hoch, nicht zuletzt auch aufgrund der personellen Fluktuation.
Bewerbung
über das PJ Portal. Ansonsten man kann sich unabhängig davon noch über die leitende Oberärztin ([email protected]) bewerben, falls im PJ Portal keine Stelle mehr frei sein sollte :)