Ich bin nach Mayen gekommen, nachdem es keinen näheren Platz mehr an meiner Uni für Pädiatrie gab und kam zähneknirschend, bin jetzt aber super zufrieden!
Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Mayen gehört zum GKM und ist ein eher kleines Haus der Regel- und Schwerpunktversorgung. Als PJlerin ist man hier aber absolut gut aufgehoben.
Zunächst die harten Fakten:
An Vergütung erhaltet ihr den Bafoeg-Höchstsatz (aktuell 992 Euro!), ein Wohnheimzimmer (inkl. eigenem Bad und eigener Küche, möbliert im Charme der 70er, aber sauber, ruhig und mit Balkon!) wird euch bei Bedarf kostenlos gestellt, euch entstehen durch das Wohnen hier keine Kosten und es wird auch nichts von der Vergütung abgezogen. Die Sache hat keinen Haken! ;)
Meldet euch für das Wohnheimzimmer am Besten sobald für euch das Tertial fix ist (falls das vor PJ-Portal-Schluss ist) per Mail hier im Hause, das macht für alle die Planung leichter; so war für mich bspw. schon ein Einzug am Freitag vor Tertialbeginn (und damit ein entspanntes Ankommen) möglich! :)
Es gibt einen Deal mit einem Autohaus in der Nähe, bei dem ein Auto kostenlos bis sehr kostengünstig für bis zu 3 Tage ausgeliehen werden kann bei Bedarf.
Auch, wenn man das Gefühl hat, in der Eifel wird man ein Auto brauchen: Vom KH und Wohnheim aus ist die Innenstadt in 10 Minuten zu erreichen und hier gibts die Läden des täglichen Bedarfs.
Nun zum Krankenhaus an sich:
Bekleidung gibts vom Haus, ihr braucht nur eigene Schuhe.
Jeder PJler erhält zudem ein Diensttelefon mit eigener Nummer, so seid ihr untereinander und für ärztliche Kollegen erreichbar, könnt aber auch selbst jederzeit Menschen erreichen.
Ihr erhaltet direkt am ersten Tag Zugang zu allen Klinik-Systemen, so dass ihr tatsächlich Teil des Teams seid und 'richtig' mitarbeiten könnt. Ob in den OP-Plan schauen, Arztbriefe oder Anamnesen anlegen, in eine Patientenkurve schauen, Labor anmelden und Ergebnisse einsehen und sogar Medikation und Untersuchungen vorplanen, die dann ärztlich freigegeben werden, (fast) alles ist möglich und erlaubt damit auch das Erlernen und Üben von Dokumentation im klinischen Alltag.
Papierakten sucht ihr in Mayen vergebens, - für ein kleines Haus ganz schön modern!
Unterricht findet an vier Tagen die Woche super zuverlässig mittags statt. Regelhaft von Ober- und Chefärzten gehalten, informativ und wirklich gut.
Da es in Mayen in der Regel nicht so viele PJler gibt, ist man in angenehmer kleiner Runde und kann so Themen auch vertieft besprechen oder zum Beispiel Naht-Skills üben.
Einen Studientag könnt ihr alle 2 Wochen (4h/Woche) flexibel nehmen. (Auch Freitag oder Montag sind erlaubt! :) )
Die Betreuung durch den PJ-Beauftragten und seine Sekretärin ist super. Wenn es ein Problem gibt, kann man sich jederzeit melden und sich auf das Team hier verlassen. Ein Mit-PJler sagte hier mal sehr treffend 'Sie behandeln uns hier wie echte Menschen!'.
Minimalstes Manko? Das Essen in der Cafeteria müsst ihr zum Preis von 5 Euro pro Gericht selbst kaufen, wenn ihr dort Essen wollt. Finde ich aber durchaus verkraftbar, wenn man die anderen Benefits betrachtet.
Gemeinsam mit den PJlern des GKMs in Koblenz (Stift und Kemperhof) habt ihr einmal monatlich ein Studium Generale, bei dem ihr in den Kliniken des GKMs oder dem BFI in Koblenz zusammenkommt und bei Kaffee und Keksen kurze Vorträge abseits der reinen Medizin hört. Nach diesen Terminen gibt es in der Regel ein schönes Beisammensein mit anderen PJlern, so dass auch ein Austausch möglich ist.
Hospitationen in anderen Häusern des GKMs sind auch relativ unkompliziert möglich.
Nun aber zur Pädiatrie:
Das Team der Pädiatrie hat mich in meinem ersten Tertial super herzlich aufgenommen.
Ich habe selten erlebt, dass ärztliche und pflegerische Berufsgruppen so eng und harmonisch zusammenarbeiten und auch PJlern gegenüber so aufgeschlossen und kollegial sind.
Ihr seid hier stets in einer 1:1 bzw. 2:1 Betreuung, in der Regel ist die Stationsärztin (AiW / FA) und die Oberärztin der Station für euch ansprechbar, so dass ich wohl behütet schon bald meine ersten Schritte und Gehversuche in der Kinderheilkunde machen konnte.
Ich hatte stets das Gefühl, dass man mir vertraut und ich Dinge ausprobieren und üben durfte, zugleich fühlte ich mich aber nie alleingelassen oder 'ins kalte Wasser geworfen'.
Wer in seinem Tertial in der Pädiatrie gerne wirklich hands-on mitarbeiten, Kinder untersuchen, Anamnesen verfassen, Untersuchungen und Therapien planen und nach Möglichkeit auch mit-durchführen möchte und sich gerne mit der Grund- und Regelversorgung der Pädiatrie befassen möchte, ist hier wirklich genau richtig.
Von meiner Seite eine absolute Empfehlung!