PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Bundeswehrzentralkrankenhaus (1/2025 bis 4/2025)

Station(en)
Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Neurochirurgie, MKG
Einsatzbereiche
Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich habe mein chirurgisches Tertial als letztes Tertial am BwZK in Koblenz verbracht. Ich bin zivil und hatte vorher nie Kontakt mit der Bundeswehr, dachte aber, dass das eine interessante Erfahrung sein könnte. Aktuell können PJler ihren Arbeitsvertrag mit dem BwZK entweder über die Universität Mainz oder die Universität Bonn abschließen. Die beiden Arbeitsverträge unterscheiden sich insb. in Höhe der Aufwandsentschädigung deutlich voneinander, wobei die Täägkeit als PJler letztendlich idenƟsch ist.Studierende, die über die Universität Mainz angestellt sind, erhalten eine Aufwandsentschädigung i.H. von 855 €. Studierende, die ihren Vertrag über die Universität Bonn abgeschlossen haben, erhalten 520 € monatlich. Welchen Arbeitsvertrag man bekommt, hängt davon ab, über welches Koningent an PJ-Plätzen man sich im PJ-Portal anmeldet.

Als ich im Personalwohnheim Haus P gewohnt habe, wurden in dem Gebäude umfassende Sanierungsarbeiten ausgeführt. Infolgedessen war u.a. das Treppenhaus des 2. OG gesperrt, wodurch der Zugang zu bestimmten Fluren nur über eine der Witterung ausgesetzten Außentreppe möglich ist. Die in den Fluren des 2.0G befindlichen Sanitäranlagen sind aufgrund der Baustelle ebenfalls nicht benutzbar. Das nächste WC befand sich somit in einer anderen Etage und ist nur über die o.g. Außentreppe erreichbar. Einige Zimmer verfügen nicht über einen eigenen Wasserzugang i.F. eines Waschbeckens im Zimmer, sodass auch z.B. zum Zähneputzen oder Auffüllen der Wasserflasche jedes Mal ein anderes Stockwerk aufgesucht werden muss. Die Außentreppe besteht aus Metall, ist bei entsprechender Witterung nass oder auch vereist und dadurch sehr rutschig.
Wegen der Sanierungsarbeiten wurde die einzige den Bewohnern zugängliche Küche gesperrt. Es gibt einen Raum mit Kühlschränken für die Bewohner des Hauses P. Nach intensiven Gesprächen wurde dort zusätzlich eine Mikrowelle installiert. Es gibt allerdings keinen Wasserzugang, wo man Geschirr spülen könnte, geschweige denn eine tatsächliche Kochmöglichkeit.

Aus dem gesperrten Treppenhaus resultierte auch, dass der Flur nicht per Aufzug erreichbar ist. Dadurch wäre den Reinigungskräfen der Transport ihrer ArbeitsmiƩel und des Putzwagens nur über die Außentreppe möglich. Dieser Umstand schlägt sich leider deutlich in der Hygiene nieder.
Reinigungsmittel oder Staubsauger, mit denen die Bewohner ihre Stuben selbst reinigen könnten, stehen leider nicht oder nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Zusätzlich besteht das Problem, dass insb. über Nacht Tauben durch die zum Lüften gekippten Fenster in die Badezimmer eindringen
und sie mit Vogelkot und Federn verunreinigen. Daraus folgt auch ein stechender Geruch der Räume.

Auf der Website des PJ-Portals fand sich unter dem Reiter „Informationen zum Lehrkrankenhaus“ die Angabe, dass PJler, die ihren Arbeitsvertrag über die Universität Bonn abgeschlossen haben, das „Mittagessen frei“ gewährt werde. Das war in der Realität dann leider nicht der Fall, wir mussten dafür bezahlen. Da wir keine Kochmöglichkeit im Personalwohnheim hatten, war das die einzige Möglichkeit um einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu bekommen. Essen gibts nur zwischen 11:30 und 13 Uhr, wenn man während dieser Zeit im OP steht, hat man Pech gehabt. Das Essen in der Kantine schmeckt nicht.

Über die Situation in Haus P und die Verpflegungssituation wurden die zuständigen Personen und Ansprechpartner wiederholt informiert, passiert ist kaum etwas. Einmal wurde mir gesagt, ich könne doch ausziehen und mir eine Unterkunft auf dem zivilen Wohnungsmarkt suchen, was ich dann letzendlich auch getan habe.

Vom medizinischen Aspekt her war das Tertial okay. Man kann von der Allgemeinchirurgie auch einige Wochen auf die die Unfallchirurgie oder die Kardio-vasculären Chirurgie rotieren. In der ACh macht man morgens mit den anderen PJlern die Blutentnahmen & Viggos (viele), geht mit zu den Besprechungen und kann sich mit den anderen PJlern absprechen, wer als Hakenhalter in welche OP geht. Die Stimmung in der ACh war mäßig, als PJler schwimmt man eher so mit.
In der UCh macht man auch Blutentnahmen & Viggos (etwas weniger), geht mit zu den Besprechungen und als Hakenhalter in den OP. Außerdem haben wir wirklich viele Fixateur externe geputzt. Die Stimmung erschien mit in der UCh lockerer und angenehmer als bei der ACh.
Dadurch dass es so viele PJler und Famulanten gibt, geht man etwas im System unter. Wenn man das zu nutzen weiß, kann man recht einfach seinen Interessen folgen und dann auch viel lernen. Mit ein bisschen Organisation durfte ich in die Neurochirurgie und die MKG rotieren. Dort habe ich mich gewertschätzt gefühlt und es waren die absoluten Highlights meines Tertials. Laut Plan wird auch jeden Tag PJ-Unterricht angeboten. Als ich da war, fanden nur in den Fächern Chirurgie, Pathologie und der EKG-Kurs regelmäßig statt. Wenn PJ-Unterricht stattfand, war er wirklich gut.

Leider kann ich nur von einem chirurgischen Tertial in Koblenz abraten, insb. wenn ihr direkt am BwZK untergebracht werden müsst/wollt. Mein Fazit ist sicherlich durch die Unterbringung negativ verzerrt. Trotzdem steht dieser Aspekt ja auch irgendiwe repräsentativ für die Wertschätzung, die einem als PJler an dem Haus entgegen gebracht wird. Die Neurochirurgie und die MKG des BwzK sind dagegen klasse und sicherlich eine gute Idee für ein Wahltertial.
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
EKG
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Braunülen legen
Blut abnehmen
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
520

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
4
Unterricht
2
Betreuung
4
Freizeit
4
Station / Einrichtung
6
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.8