PJ-Tertial Dermatologie in Universitaetsklinik Innsbruck (1/2026 bis 4/2026)
Station(en)
Station B, Allgemeine Ambulanz, Infektiologie
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Der Monat auf der Dermatologie ist klar strukturiert:
2 Wochen Station (Allgemeinstation oder Sonderstation)
1 Woche Allgemeine Ambulanz / Notfallambulanz
1 Woche Infektambulanz
Wir waren insgesamt 4 Studierende, die Rotation war sehr gut organisiert und transparent.
Tagesablauf & Station: Der Tag begann mit der Morgenbesprechung von ca. 8:00–8:15 Uhr.
In den Stationswochen, findet nach der Morgenbesprechung anschließend die Visite statt, die meist bis etwa 10:30 Uhr. Danach erfolgte eine kurze Kaffeepause, bei welcher mit den Assistenzärztinnen der Station die Aufgabenverteilung für den Vormittag erfolgte und die Patient:innen mit Ihren anstehenden Anliegen nochmals kurz durchgesprochen wurden. In der Zeit zwischen der Visite und der Nachmittagsvisite, welche in der Regel um 13:00 Uhr stattfand, hatte man als Student typische Aufgaben wie: Patientenaufnahmen (internistischer + dermatologischer Status) mit Dokumentation des Aufnahmestatus, teilweise nach Notwendigkeit: periphere Zugänge legen, Nahtentfernungen, Aufklärungen, Konsile schreiben.
Insgesamt waren die Aufgaben auf Station für Studierende eher begrenzt und die lange Visite vom Lerneffekt eher begrenzt., Auf der Allgemeinstation gab es allerdings häufig viele Aufnahmen, sodass man dort oft Status erheben sollte. Die Allgemeinstation war deutlich größer (teilweise 20–25 Patienten), während die Sonderstation wesentlich weniger Patienten hatte.
War auf Station keine Aufgaben für Studierende ausständig waren, hatte man immer die Möglichkeit in die Allgemeine Ambulanz zu gehen.
Ursprünglich war eine Rotation mit je einer Woche auf zwei Stationen vorgesehen. Aufgrund des höheren Lerneffekts bei längerer Mitarbeit auf derselben Station wurde auf unsere Anfrage problemlos ermöglicht, zwei Wochen auf einer Station zu bleiben.
Lehre & Fortbildungen: Der fachliche Austausch war ein klarer Pluspunkt des PJ-Monats:
Mittwoch 8:15–9:00 Uhr: regelmäßige Fortbildungen entweder durch externe Referenten
oder durch Ärzte der Dermatologie mit Fallpräsentationen
Donnerstag 13:00–14:00 Uhr: Diaklinik (m.M.n. immer sehr spannende Fälle, präsentiert durch Ärzte)
Zusätzlich: morgens teilweise Fallpräsentationen zu speziellen Themen oder aktuellen Fällen aus Ambulanz und Station
Durch diese regelmäßigen Lehrformate konnte man fachlich, auch als Student wirklich profitieren!
Woche Allgemeine Ambulanz / Notfallambulanz
Diese Woche war sehr lehrreich, allerdings abhängig vom jeweils zuständigen Arzt.
Je nach zuständigem Arzt durfte man: Patienten selbst anschauen und dokumentieren, eine Therapie überlegen, Rücksprache mit dem Arzt halten, Therapie gemeinsam festlegen und rezeptieren
Dies ergab einen sehr guten Lerneffekt!
Einmal war es auch möglich, unter Supervision eine Stanzbiopsie durchzuführen.
Daneben fielen auch typische Ambulanz-Tätigkeiten an wie Blutabnahmen, Zugänge legen, Abstriche, KOH-Präparate.
Alle Ärzte erklärten auf Nachfrage sehr viel, sodass man gute dermatologische Grundkenntnisse erwerben konnte.
Woche Infektambulanz
Diese Woche war eher beobachtend und bescheide,
Eigenständiges Arbeiten war hier nicht möglich möglich, vereinzelt durfte man i.m.-Injektionen
und anale Zytologien nehmen. Ansonsten belief es sich hier vor allem auf Mitlaufen und Zuschauen, was am ersten Tag noch spannend war, allerdings hätten aus meiner Sicht 1–2 Tage in der Infektambulanz ausgereicht.
Nachmittags fanden immer unterschiedliche Spezialambulanzen statt, welche man je nach Interesse besuchen konnte: Phototherapie, Kollagenose-Sprechstunde, Prä- und Post-OP-Ambulanz, Allergieambulanz, etc.
Zusätzliche Möglichkeiten:
Sensibilisierungen: täglich möglich, bei Interesse kann man helfen → gute Übung für i.m.-Injektionen
OP: Mitgehen ist möglich, wenn man Interesse zeigt
Betreuung & Mentoring
Die Betreuung war außergewöhnlich gut.
Unsere Mentoren waren Prof. Ratzinger und Prof. Reider, beide sehr engagiert und freundlich.
Jeden Morgen nach der Morgenbesprechung kamen sie aktiv auf uns Studierende zu, informierten über stattfindende Spezialambulanzen und offene Fragen oder Anliegen. Man fühlte sich als Student wirklich wahrgenommen und wertgeschätzt.
Arbeitszeiten & Fazit
Überstunden waren nicht notwendig.
Ich bin meist bis zum Ende geblieben, da ich Interesse an der Dermatologie hatte. Wenn nichts mehr zu tun war, schien aber auch ein früheres Gehen möglich.
Fazit:
Ein sehr empfehlenswerter PJ-Monat für alle mit Interesse an Dermatologie!!
Kritikpunkte: Der Lerngewinn hängt m.M.n. von der Eigeninitiative ab: Wer Interesse zeigt und sich einbringt, kann sehr viel lernen und auch praktisch tätig werden. Ohne Eigeninitiative ist der Lernzuwachs eher begrenzt. Infektambulanz eher beobachtend und lehrarm; praktische Tätigkeiten auf Station begrenzt und repetitiv; Eigenständigkeit in der Ambulanz arztabhängig, aber meistens gegeben.
Bewerbung
etwa 1,5 Jahre vorher über das Buchungsportal des AZW.