Mein erstes PJ-Tertial habe ich in der Anästhesie absolviert. Von Beginn an war alles hervorragend organisiert: Die Einführung am ersten Tag war sehr gut strukturiert, sodass man schnell einen Überblick über Abläufe und Zuständigkeiten erhielt.
Während des Tertials rotierte man überwiegend auf der Intensivstation (ITS) bzw. Intermediate Care (IMC), falls die ITS voll war. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, kurz in der Rettungsstelle mitzuarbeiten und NEF-Fahrten zu begleiten.
Das Teaching insgesamt ist sehr gut: Einmal pro Woche findet Unterricht beim Chefarzt statt, auf den besonders viel Wert gelegt wird. Im Operationssaal sind die meisten Anästhesist:innen bemüht, Studierende zu unterrichten. Natürlich gibt es wie überall auch Kolleg:innen, die weniger Lust haben, zu erklären, aber dies ist die Ausnahme.
Gibt sonst 1x/Woche auch PJ-Unterricht für alle PJler, ist super abhängig von den Abteilungen, aber fand immer Stand und war meist ganz gut!
Ziel des PJ ist es, am Ende selbstständig Allgemeinanästhesien unter Supervision durchzuführen – dies ist dort sehr gut möglich. Arterienpunktionen, ZVK-Anlagen, Intubationen und LAMAs lernt man während des Tertials praktisch anzulegen. Es wird darauf geachtet, dass man möglichst viele OPs sieht. Bei teils sechs PJlern und Famulanten kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten, aber die Eigenverantwortung wird gefördert: Man kann jederzeit ansprechen, wenn man etwas Bestimmtes sehen möchte.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Vergütung: Mit etwa 900 € ist sie sehr attraktiv. Essen dafür nicht kostenlos (für VeganerIn eh nicht geeignet und Vegetarier haben es teils auch schwer...)
Kommen wir nun zu den größten negativen Punkten: Das Krankenhaus liegt in Eberswalde, was aus Berlin relativ lange Anfahrtszeiten bedeutet. Positiv ist, dass man günstig ein Studierenden-Zimmer mieten kann. Wer schnell ist, kann außerdem ein Leihfahrrad bekommen, was den Weg vom Bahnhof zum Krankenhaus deutlich verkürzt. Man sollte zudem immer den Schienenersatzverkehr im Blick haben – bei mir war es nur ein Tag, für die PJler vor mir konnte es aber über sechs Wochen hinweg die Pendelzeit um eine Stunde verlängern.
Würde ich das Tertial noch einmal machen? Ja, definitiv – allerdings dann mit einem eigenen Zimmer in Eberswalde, um die Anfahrt stressfreier zu gestalten.
PS: M3 Simulationen kurz vor der Prüfung, werden vom Chefarzt angeboten :))
Bewerbung
Wie immer übers PJ-Portal, muss man Glück haben ://