Die Organisation war echt super, wir haben am ersten Tag eine Einführung bekommen, Schlüssel/Transponder, Kleidung, Schließfach, Namenschild.. Im Prinzip wurden wir als UnterassistentInnen immer zu den OPs in den OP-Plan eingetragen- meistens wusste man ca. 2 Wochen vorher in welche OPs man geht und morgens hat man immer nochmal nachgeschaut. Der Dienstplan war soweit ich mich erinnere immer mindestens 1-2 Monate im Voraus klar- man hat sich mit den anderen absprechen können um Dienste zu tauschen. Man hatte immer im Wochentakt Frühdienst, Zwischendienst und Spätdienst und ca. einmal im Monat ein Wochenende Picket Dienst, bei dem man falls es OPs gibt erreichbar sein musste (ich musste kein einziges Mal in die Klinik kommen, die anderen auch kaum). Das coole war, dass man sehr viel Zeit in der Notaufnahme eingeteilt war, was super viel Spaß gemacht hat! Man durfte viel Wundversorgung machen und Wunden nähen, eigene PatientInnen betreuen mit Rücksprache mit den AssistenzärztInnen /OberärztInnen. In der Notaufnahme gab es fast täglich teilweise sogar zweimal täglich Fortbildungen. Bei den OPs war man leider hauptsächlich bei den Orthos eingeteilt, weil die am meisten Hilfe gebraucht haben und eher selten in den anderen chirurgischen Bereichen das sollte man auf jeden Fall bedenken und man durfte auch nicht so viel selber mitoperieren sondern eher viel assistieren und nur selten etwas selber machen außer ab und an beim Zunähen helfen. Einmal pro Woche gab es noch extra Unterricht für die UnterassistentInnen. Insgesamt waren die Leute dort wirklich unfassbar nett und hilfsbereit- es gab sehr sehr viel Teaching und die Zeit dort hat mir echt sehr viel Spaß gemacht. Das Essen im Spital war auch der Hammer- wenn man ab 13:30h nach dem offiziellen Mittagessen gekommen ist konnte man für 5CHF sich eine ganze große Schüssel vollladen mit allem was noch übrig war (sehr viel meistens und sehr fancy, u.a. eine große Salatbar mit Pinienkernen und unterschiedlichen Toppings, mehrere verschiedene leckere Gerichte zur Auswahl).
Ich habe in der Zeit mit den anderen Studis im Personalwohnheim gewohnt. Die Hausverwaltung war leider etwas anstrengend - z.B. hat man sich etwas beobachtet gefühlt- manche haben zB ihr Fahrrad in die Wohnung mitgenommen und dann war da gleich ein Zettel an der Tür und so… Man musste auch streng den Müll in sogenannten “Uster Säcken” entsorgen die ich auch echt teuer fand. Ansonsten war aber das Zimmer echt toll bei mir mit Blick auf die Alpen, sauber, die Einrichtung/Materialien waren bei allen ein bisschen unterschiedlich aber teilweise ein bisschen dünn - ich war sehr froh dass ich mir gute Messer und einen kleinen Topf mitgenommen hatte. Man konnte auch nur unter der Woche einziehen und ausziehen was man beachten musste aber man konnte mit der Verwaltung dann alles per Email absprechen - die Tage mehr/weniger laut Mietvertrag wurden dann in die Abrechnung miteinbezogen. Die Miete wurde immer direkt vom Lohn abgezogen. Einen Staubsauger musste man immer extra ausleihen und per Email anfordern. Sehr zu empfehlen ist es sich einen eigenen WLAN Router mitzunehmen- es gibt nämlich nur einen LAN Anschluss. Es gab eine Waschküche die man sich mit den anderen geteilt hat wo Möglichkeiten zum Aufhängen und ein Trockner waren.
Was man auf jeden Fall dazusagen muss ist, dass es am Ende viele Kosten gab von denen man vorher nicht so richtig etwas wusste wie bspw. 250CHF Endreinigungsgebühr für das Personalwohnheim- wir haben das in der Klinik auch angesprochen aber man konnte daran leider nichts ändern. Wenn man 4 Monate in der Region um Zürich wohnt muss man sich bei der Einwohnermeldebehörde anmelden, was auch nochmal Geld gekostet hat. Es war auf jeden Fall relativ viel Bürokratie die man erledigen musste: Anmelden, zur Ausländerbehörde zum registrieren gehen/Ausländerausweis beantragen, man muss eine Schweizer Krankenversicherungen abschließen oder eine haben die als Äquivalent gilt und dann einen Antrag auf Befreiung stellen (da kann ich z.B. Swisscare empfehlen, da zahlt man sehr viel weniger und die sind genau darauf für Studenten spezialisiert und die helfen einem dann den Antrag auf Befreiung zu stellen) - habe dann meine in Deutschland vorübergehend gekündigt damit ich nicht doppelt zahlen muss. Vom ersten Lohn wurde außerdem ein Sicherheitsdepot abgezogen von 200CHF als Pfand quasi damit man am Ende alle Sachen ordnungsgemäß zurückgibt- man hat das Geld dann mit dem letzten Gehalt zurückbekommen. Man muss auf jeden Fall sagen, dass man dadurch im ersten Monat praktisch kein Geld überwiesen bekommt.
Was ich für die Schweiz sehr empfehlen kann ist sich eine Halbbtax zu holen (da gibt es immer wieder im Internet sehr günstige Angebote mit Gutscheinen die man einlösen kann) und damit kosten alle Bahntickets nur die Hälfte - das hat sich sehr gelohnt! Man war wirklich super schnell zu Fuß im Ortszentrum und konnte mit dem Zug sehr schnell in Zürich sein!
Bewerbung
ca. 1 Jahr vorher per Email (vllt auch 1,5 Jahre?)