PJ-Tertial Innere in SRO Spital Langenthal (5/2025 bis 8/2025)

Station(en)
Innere
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Insgesamt ist das SRO in Langenthal es ein sehr nettes kleines Schweizer Krankenhaus, Pflege wie Assistenz- und Kaderärzt*innen (= OÄ) sind fast durch die Bank richtig lieb und das ist echt viel wert. Komplexere Fälle findet man dort nicht und das hat mich manchmal frustriert. Aber als eher allgemeinmedizinisch-internistisches PJ-Tertial würde ich es trotzdem weiterempfehlen.
Ich habe versucht ein paar Dinge zusammenzufassen, die ich in den anderen Bewertungen noch nicht gefunden habe:
- Wohnheim: Das "Personalhaus" (Miete 2025: 460 CHF/Monat) ist wirklich total in Ordnung. Baulich nicht so extrem schön, aber funktional und sauber (Bäder und Küche werden bestimmt 3x die Woche geputzt). Bettwäsche wird gestellt und auch für einen gewaschen. Handtücher gibt es keine. Besuch zu haben ist auch ziemlich unkompliziert, es gibt pro Stockwerk ein "Zustellbett", was man sich dann in sein Zimmer holen kann. Im Sommer heizt sich das Gebäude leider echt auf und manche tropische Nacht habe ich eher mäßig gut geschlafen. Wie viel man im Wohnheim zusammen unternimmt, ist immer so ein bisschen abhängig davon, wer gerade dort wohnt (es werden nicht nur Unterassistent*innen dort untergebracht, sondern auch Assistenzärzt*innen, die noch keine Wohnung gefunden haben, OTAs, Pflegepersonal und es haben nicht alle so viel Interesse an Socializing). Über die Dachterrasse hatte ich schon auf dem PJ-Ranking-Portal gelesen und dem kann ich mir nur anschließen, denn da kann man wirklich sehr gut Zeit verbringen.
- SRO: Das Krankenhaus hat ca. 150 Betten. Die Innere hat verschiedene Stationen, dort liegen Patienten mit unterschiedlichen internistischen Erkrankungen, es gibt keine getrennten Stationen für Kardio, Pneumo, Gastro etc. Alle Fälle, die zu speziell sind oder wo Diagnostik/Intervention notwendig ist, die es in Langenthal nicht gibt, werden ins Inselspital Bern verlegt. Oft kriegt man die Patient*innen dann aber bald nach der Intervention wieder ("Regionalisierung") und übernimmt die Nachsorge bzw. die Organisation der Anschlussversorgung (Rehaplatz, "Ferienbett" = Kurzzeitpflege, "Spitex-Versorgung" = ambulanter Krankenpflegedienst).
In der Schweiz kann man an den größeren Krankenhäusern als Berufsanfängerin quasi nie direkt nach der Uni anfangen, da bei denen immer 1-2 Jahre Berufserfahrung erforderlich sind. Dementsprechend gibt es Krankenhäuser, die "Anfänger*innen-Häuser" sind und eines von denen ist das SRO in Langenthal. Dadurch sind manche der AÄ noch ziemlich damit beschäftigt ihren Alltag zu managen und hatten nicht so viele Kapazitäten für Lehre. Da man aber mindestens alle 3-4 Wochen einer anderen AÄ zugeordnet wird, ist man immer auch mal bei erfahreneren. Außerdem ist die Betreuung durch die OÄ (in der Schweiz "Kaderärzt*innen") sehr eng und es wird täglich die ganze Station ausführlich durchgesprochen sowie zweimal die Woche ist OA-Visite. Bei beidem lernt man echt viel.
Normale Dienstzeiten sind auf Station 7.30 -17:15. "Auf dem Notfall" (=In der Notaufnahme) gibt es Früh- (7.30 -17:15), Mittel- (10-19:30) und Spätdienste (15-24:00). Man hat pro Monat 2 Urlaubstage, die man sich flexibel legen kann.
Die Notfallrotation (meistens so 3-5 Wochen pro PJ-Tertial) fand ich besonders lehrreich, weil man dort Patient*innen alleine untersuchen darf und die ganze Behandlung oder Aufnahme begleiten kann. Die internistischen PJler*innen können sowohl chirurgische als auch internistische Fälle übernehmen, weshalb man auch durchaus zum Nähen kommt.
Jeden Tag ist eine Mittagsfortbildung, die so 30-45 Minuten dauert. Die Qualität und wie viel ich davon mitgenommen habe, war sehr abhängig von Thema und vortragender Person, aber ich fand es schonmal sehr positiv, dass der Weiterbildung überhaupt so viel Zeit eingeräumt wurde.
- Langenthal an sich: Ich wusste im Vorhinein sehr wenig über die Schweizer Geografie, deswegen sei euch hier gesagt: Nicht die ganze Schweiz liegt "in den Bergen" 😃 Von Langenthal bis in die Alpen sind es minimal 2h mit dem Zug. Ich hab mich im Nachhinein etwas geärgert, dass ich nicht näher an den Wanderregionen war. In Langenthal selber kann man nicht so ultraviel unternehmen. Es gibt ein sehr schönes Freibad und man kann in der Umgebung auch ganz schöne Radtouren machen. Ansonsten ist Bern aber wirklich nah (ca. 30 Minuten mit dem Zug) und auch die Aare zum Baden ist mit dem Fahrrad in 20 Minuten erreichbar.
Zugfahren ist in der Schweiz tendenziell etwas teurer als in Deutschland. Das „Halbtax“ (=BahnCard 50) lohnt sich dementsprechend schon sehr schnell. Relativ regelmäßig gibt es Schnupper-Halbtax-Angebote (z.B. 3 Monate für 33 CHF), die sich oft schon nach 2 Fahrten lohnen. Außerdem gibt es im Sommer oft ein „Schnupper-GA“ (=BahnCard 100), was ich auch einen Monat hatte und was sich für mich auf jeden Fall gelohnt hat.
Bewerbung
2 Jahre im Voraus
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
1100 CHF netto

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.2