Vor meinem PJ war ich ziemlich gespannt, wie sich die 2 Monate auf der Inneren am UKB gestalten werden. Wie sehr würde man wohl zum Vampir werden? Aber ich hatte eigentlich eine richtig gute Zeit. Das lag vor allem an einem netten Assistenzarzt, der sich noch gut daran erinnern konnte selber Student gewesen zu sein. Natürlich gehörten Blutabnehmen und Flexülen legen zum Alltag, aber er integrierte einen, nahm einen aktiv mit auf Visite, fragte ein bisschen aus, teilte einem 1-2 Patienten zu, um die man sich selbständig kümmern durfte und gab konstruktives Feedback und Tipps. Das war wirklich ein Glücksfall und so wie Lehre/ Studentenbetreuung im PJ/in Famulaturen aussehen sollte.
Der Tag begann mit der Morgenbesprechung und der Röntgendemo. Danach ist man auf Station und hat anstehende BE´s erledigt. Oft haben auch nur so 3-4 am Morgen auf einen gewartet, das war entspannt. Etwas nervig war es nur, wenn über den Tag verteilt immer so einzelne BE's dazu kamen. Da hatte man dann das Gefühl nie ganz fertig zu werden. Anschließend Visite, diese hat der Stationsarzt/ Ärztin immer allein ohne Facharzt/ärztin gemacht. Man durfte bei den eigenen Patienten selber die Visite und das weitere Vorgehen besprechen. Nach der Visite war meist Zeit für das Mittagessen. Es gab stets 3 Gerichte zu Auswahl mit Getränk und Nachtisch. In der Kantine hat man dann die anderen PJler und Famulanten getroffen. Mittagessen war jeden Tag möglich. Je nach Zeit konnte man im Anschluss noch einen Arztbrief schreiben und nach der Nachmittagsbesprechung um 15 Uhr so circa 15:30 nach Hause gehen.
Einmal ergab sich die Situation, dass eine Pleurapunktion indiziert war, diese durfte ich dann unter Aufsicht durchführen.
Ich war insgesamt 4 Wochen auf Station und 3 Wochen in der Notaufnahme. In der Notaufnahme hat man viele Erstgespräche mit Anamnese und Untersuchung durchgeführt. Diese anschließend dokumentiert, EKG ausgewertet und gemeinsam mit dem Arzt/ der Ärztin besprochen.
Prinzipiell kann man in unterschiedlichen Ambulanzen/ Schrittmachersprechstunden hospitieren oder mit ins Herzkatheterlabor gehen.
PJ Unterricht ist immer dienstags, leider sind viele Termine in meiner Zeit (Ende 3. Tertial) ausgefallen. Die Dyspnoe Fortbildung kann ich aber sehr empfehlen, wenn sie bei euch auf dem Plan steht.
Die Assistenzärztinnen und -Ärzte waren sehr nett, mit den Fach- und Oberärztinnen hatte man eher wenig zu tun. Kontakt zur Pflege war in Ordnung.
Grundsätzlich hat mir dieses PJ Tertial aber nochmal gezeigt wie verrückt Dinge im Krankenhaus geplant sind. Die Assistenzärztinnen und Assistenzärzte waren jeden Tag bis mindestens 20 Uhr da, oft auf bis 22 Uhr oder noch länger. Und das nicht weil sie langsam Arbeiten - keinesfalls !! Viele und komplexe PatientInnen und akute Situationen dauern nunmal ihre Zeit, aber auch die Tagesplanung hat einfach keinen früheren Feierabend zugelassen. Wenn nach der Nachmittagsbesprechung erst mit den Fach-/OberärztInnen die Station besprochen wird kann das auch mal 2 Stunden dauern. Und dann beginnt man um 17:30 die To do's zu erledigen... Da ist ja klar, dass man nicht ansatzweise pünktlich rauskommt oder das 2 Überstunden auch nicht reichen...
Da hat man auch keine Zeit um nach Feierabend, wie in der Morgenbesprechung vorgeschlagen, sich noch Patientinnen und Patienten zum Echo-Nachschallen und lernen ins Untersuchungszimmer zu nehmen.
Und auch lediglich eine Assistenzärztin/arzt für alle internistische PatientInnen in der Notaufnahme eines großen Berliner Krankenhauses ist absurd. Lange Wartezeiten garantiert.
Alles in allem hatte ich trotzdem eine gute Zeit, hab viel gelernt und vor allem mitgenommen, wie ich später selber arbeiten möchte.