PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Kantonsspital Winterthur (9/2025 bis 12/2025)

Station(en)
Unfall/Trauma, Notaufnahme, Gefäßchirurgie
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Pro:
- Mega modernes Krankenhaus (teilweise erst 2022 neu gebaut)
- Sehr gute Organisation (abgesehen von der Dienstplanung)
- Arbeit auf dem Notfall (=Notaufnahme)
- Freizeitangebot in Winterthur, viele Ausflugsmöglichkeiten
- Gutes Teaching in der Allgemeinchirurgie
- Flache Hierarchie mit Du-Kultur
- Nacht- und Wochenenddienste zusätzlich bezahlt (8 CHF/Stunde)

Contra:
- Sehr kurzfristige Dienstplanung, teilweise erst 5 Tage vor Monatsbeginn
- Hauptaufgabe der Unterassistent*innen war die OP-Abdeckung (ich wurde auch aus der Notaufnahme in den OP gerufen)
- Ausstattung des Wohnheims
- Fächerprioritäten (zur Auswahl stehen: GCH, ACH, KinderCH, Plastische) wurden nicht beachtet oder erst im Nachhinein nach first come first serve vergeben
- Umgangsformen der Oberärzt*innen in der Unfall- und Gefäßchirurgie

Vorab: Für mein Tertial am KSW kann ich kaum eine Gesamtbewertung abgeben, weil sich Stimmung und Aufgaben in den verschiedenen Fachbereichen sehr unterschieden haben. Generell kann ich aber sagen: Falls ihr nicht viel im OP sein wollt, ist das KSW mMn nicht das richtige Krankenhaus für euch. Chirurgische Unterassistent*innen sind - das wurde mindestens indirekt auch so kommuniziert - für das KSW vor allem dafür da, um OP-Assistenzen abzudecken.

Notfall:
Hier durfte ich viele Wunden versorgen (Spülen, Nähen, Tackern, etc.), gefühlt waren nur die Unterassistent*innen für die Wunderversorgung zuständig. Ich durfte schnell eigene Patient*innen übernehmen, allerdings mit Einschränkungen. Oft habe ich die Anamnese erhoben und die körperliche Untersuchung übernommen und entsprechend dokumentiert, dann wurde ich aber schon zu den nächsten Patient*innen geschickt. Dadurch habe ich die weiteren Behandlungsschritte nicht immer mitbekommen. Auf Dauer fand ich das etwas undankbar, denn meine Lernkurve bei Anamnese und Untersuchung flachte schnell ab. Insgesamt hatte ich trotzdem eine tolle Zeit auf dem Notfall, auch dank des sehr wertschätzenden Teams dort.

Unfallchirurgie:
Hier war ich fast jeden Tag im OP eingeplant. Egal ob Station oder OP, alle Tage starteten mit einer Frühbesprechung um 07:10 Uhr. Hauptaufgabe im OP war Haken halten, selbst Nähen durfte ich nur ein einziges Mal. Die Stimmung im OP hing sehr von den Operateur*innen ab. Sehr netten Ärzt*innen standen einige Oberärzte gegenüber, die sich cholerisch, abwertend und persönlich beleidigend verhalten haben (so erlebten es auch andere Unterassistent*innen). Auf Station war es schwierig mitzubekommen, wann die Visite stattfindet, es gab es so gut wie kein Teaching vor, während und nach der Visite. Hauptaufgabe auf Station war das Einholen von externen Befunden und das Vorbereiten von Briefen, im Endeffekt Sekretärsarbeit. Es gab die Option, in der Ambulanz dabei zu sein, auch hier meist in der (langweiligen) Rolle als Beobachter. War froh, als die Zeit in der UCH vorbei war, definitiv das lowlight meines gesamten PJs.

Gefäßchirurgie:
Auch hier war ich oft für den OP eingeplant, allerdings gab es insgesamt deutlich weniger OPs als in den anderen Fachbereichen. Bei einigen OPs waren keine Unterassistent*innen erforderlich, sodass ich hier deutlich mehr Zeit auf Station verbracht habe als in der UCH. Je nach Team habe ich auch hier cholerische Oberärzte im OP erlebt, aber immerhin nicht beleidigend. Auf der Station war ich in die Visite eingebunden, Teaching gab es leider kaum. Stattdessen vor allem langweilige Büroarbeiten und einige Tage, an denen ich quasi keine Aufgabe hatte.

Wohnheim:
Es gibt mehrere Flure, auf jedem der Flure sind neun Zimmer, während meines Tertials war aber keiner der Flure voll belegt. Küche und Bad sind modernisiert, die Zimmer hingegen versprühten die Atmosphäre eines Jugendarrests. Die Küchenausstattung (Töpfe, Pfannen, Gläser, etc.) variierte von Flur zu Flur, war aber auf den meisten Fluren völlig unzureichend. Nehmt euch möglichst viel mit, sonst müsst ihr diverse Dinge neu kaufen.
Bewerbung
Ca. 1,5 Jahre im Voraus, viele andere PJler*innen haben sich aber kurzfristiger beworben. Durch spontane Absagen wird ggf. auch wenige Wochen vor Tertialbeginn nochmal ein Platz frei.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Röntgenbesprechung
Notaufnahme
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
1100 CHF
Gebühren in EUR
Miete Wohnheim 450 CHF

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
3
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.33