PJ-Tertial Chirurgie in Klinikum Memmingen (4/2026 bis 7/2026)

Station(en)
UCH, ACH/Gefäß
Einsatzbereiche
OP, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Leider muss ich sagen, dass ich die durchweg positiven Berichte meiner Vorgänger nicht bestätigen kann! Ich glaube, das PJ hier entspricht in vielerlei Hinsicht den Klischees über das Chirugie-Tertial. Nicht mehr und nicht weniger. Meine Hauptaufgaben waren letztendlich Blut abnehmen, Briefe vorbereiten und im OP Haken halten. Man rotiert dabei jeweils 2 Monate in die UCH und in die ACH/Gefäß. Dabei ist anzumerken, dass es allgemein am Klinikum Memmingen einen PJ-Platz pro Tertial und Fach gibt, weswegen man doch recht allein ist und sich häufig auf eigene Faust durchschlagen muss. Der Tagesablauf war in beiden Abteilungen ziemlich ähnlich. Um 7:30 war Frühbesprechung, anschließend Blutentnahmen oder (seltener) OP-Assistenz gefolgt von Mittagessen. Nachmittags steht Briefe vorbereiten/OP-Assistenz/was es eben noch so zu tun gibt an. Gerade war ich mit den Blutentnahmen so lange beschäftigt, dass ich ca. 70% der Visiten verpasst habe und die Entnahmen eigentlich meine Hauptaufgabe ab 8:00 bis ca. 11:00 Uhr jeden Tag war. Natürlich kann ich verstehen, dass die PJler Blut abnehmen sollen und man muss da ja auch in gewissem Maße routinieren, aber von der schieren Menge war ich häufig überwältigt. Ich habe das mal grob überschlagen und in den 4 Monaten ca. 900-1000 Entnahmen/Viggos gemacht…-.- Im Prinzip ist man bei beiden Abteilungen ziemlich frei, sich verschiedene OPs anzuschauen und auch so bei bestimmten Wunsch-OPs mit an den Tisch zu gehen. Wer also seine Blutentnahmen schnell erledigt, und dann von einer in die nächste OP huschen will, ist hier ziemlich richtig. Jedoch war mein selbstgesetzes Ziel des Tertials, einen breiten und weitsichtigen Überblick über die Chirurgie zu erfassen und nicht nur im OP zu verweilen. Häufig war ich zwischen Station und OP hin- und hergerissen, was im Alltag auch etwas stressig sein konnte.

UCH: Leider war hier absolut keine Einarbeitung vorhanden, und ich habe mich selbst auf meine eigene Faust einarbeiten müssen. Es ist mir schon klar, dass ich keine strukturierte Einarbeitung als PJler erwarten kann und dass der Stationsarzt auch viel um die Ohren hat. Aber mir weder zu zeigen, wo sich das Abnahmegeschirr befindet, wie die Station aufgeteilt ist, mir nicht ein paar Klicks im PC-Programm zu zeigen oder mir überhaupt Aufgaben zu sagen, die ich machen kann, war dann schon etwas zu mager. Naja, also habe ich die ersten zwei Wochen damit verbracht, Blut abzunehmen sowie im OP zu assistieren und habe mir irgendwie meine Aufgaben selbst aus den Fingern gesogen. Im OP hält man viele Extremitäten, das ist natürlich recht anstrengend, aber wohl in jeder UCH der Fall. Ein kleiner Lichtblick der UCH war, dass man nachmittags auch recht spontan in die UCH-Notaufnahme schauen konnte. Dort hat man unter lobenswerter Betreuung Patienten selbstständig gesehen und dann ggf. weitere Diagnostik angeordnet. Ich habe tatsächlich wertvolles Handwerkszeug mitnehmen können!!
ACH/Gefäß: Hier hat man die ersten paar Tage etwas Einarbeitung erhalten, das war ein wirklicher Luxus! Jedoch waren die Tätigkeiten im Prinzip kongruent, während die Blutentnahmen rapide gestiegen sind. Im OP ist meist Hakenhalten angesagt, ab und an darf man nähen oder tackern. Weiterhin habe ich auch ein Telefon bekommen, so dass ich von Viggo im Keller zur Blutentnahme im 5ten Stock zur Viggo im ersten Stock hin und her gesaust bin. Naja, demnach war mein morgendliches Kardio-Training bereits vor dem Krafttraining im OP abgehakt.

Krankenhaus/Wohnheim/Stadt: Das Krankenhaus ist schon in die Jahre gekommen, weswegen momentan auch ein Neues gebaut wird. Das kostenfreie Essen fand ich generell sehr gut, und es hat mir jeden Tag geschmeckt. Wobei PJler, die davor in der Schweiz oder in Österreich waren, das Essen eher als nicht ganz so gut empfunden hatten. Das Appartement im Wohnheim (gratis für PJler) ist ganz gut, es ist alles dabei, was man braucht. Das Krankenhaus sowie ein Supermarkt sind leicht fußläufig erreichbar und man gelangt auch schnell in die Innenstadt. Die Stadt ist nicht so groß, kristallisiert sich aber als architektonisches Kleinod hervor. In 1h hat man jedoch wirklich alles gesehen und wer ein pulsierendes Nachtleben erwartet, den muss ich leider enttäuschen.

Fazit: Ich denke, wer sowieso schon in Memmingen ist, und ein allgemeinbekanntes stereotypisches Chirurgie-Tertial sucht, wird hier fündig. Ich würde aber nicht nochmal extra nach Memmingen kommen, wenn ich mir viel Teaching und einen hochwertigen Einblick in die Chirurgie erhoffe, was leider hier nicht der Fall ist. Es gibt andere Krankenhäuser, bei denen man sich die Blutentnahmen zwischen den PJlern aufteilen kann, die so gut wie jeden Nachmittag PJ-Unterricht verschiedenster Fachrichtungen anbieten und die Städte einen höheren Freizeitwert aufweisen.
Klar, hier und da durfte man mal was machen, hier und da wird im OP etwas erklärt und der PJ-Unterricht einmal die Woche war in der Regel ganz gut, aber der hohe Lerneffekt oder die Begeisterung für das Fach blieben einfach leider aus. Um noch auf den PJ-Bericht einer meiner Vorgänger Bezug zu nehmen, muss ich leider auch gestehen, dass das Tertial in Memmingen mein schlechtestes war.
Bewerbung
Über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Rehas anmelden
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Braunülen legen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
300

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
2
Betreuung
5
Freizeit
3
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3.07