Ich hatte diese Kardiologie wegen der sehr positiven Bewertungen gewählt und wollte deshalb gerne meine etwas anderen Eindrücke nun schildern…
An sich gibt es denke ich positive und negative Aspekte und es kommt etwas darauf an, was du suchst.
Auf der Station liegen zu großen Teilen Patient*innen, die nur für eine Koro oder PVI da sind, 1-2 Nächte bleiben und dann wieder gehen. Dadurch ist wenig Patient*innenkontakt, wenig besprochene Krankheitsbilder und wenig Lernkurve. Es gibt einen hohen finanziellen Druck (zB möglichst viele Koros etc. durchzuführen), was auch verbal kommuniziert wird. Hierbei scheint Profit wichtiger zu sein als gesundheitliche Indikation…
Deine Aufgaben sind vor allem blutentnahmen, flexülen, schellong test, ekgs schreiben. Ab und zu nehmen einen Assistenzärzt*innen mit auf Visite. Nach den blutentnahmen gibt es eigentlich nicht wirklich was zu tun. Deshalb kannst du oft früh gegen 14 Uhr gehen. Durch das EKGs schreiben, lernst du auch zu EKG recht viel.
Mit den Oberärzt*innen hast du eig. gar keinen Kontakt, sie stellen sich nicht vor, reden nicht mit dir, erklären dir nichts. Ich persönlich habe auch keine einzige Oberärztliche oder Chefärztliche Visite gesehen.
Jeden Morgen gibt es eine kurze Röntgenbesprechung, wo du wenigstens ein paar Röntgenthorax siehst und ggf kardiale Dekompensationen besser erkennst.
Ganz cool kann es sein mal ins Echo zu gehen. Eine Ärztin ist da sehr lieb und erklärt viel + ich durfte auch eine EKV mitmachen. Aber du musst es echt einfordern dahin zu gehen und falls da die Oberärzt*innen sind spricht eig niemand mit dir.
Im Gegensatz zu der Kardio war ich nun einen Tag auf der Geriatrie und habe inhaltlich so viel gelernt wie gefühlt die gesamte Kardiohälfte zusammen. Dafür bin ich aber auch bis 17 Uhr geblieben…