PJ Neuroradiologie: Erfahrungsbericht (4 Monate) TUM MRI
Ich habe mein viermonatiges PJ-Tertial in der Neuroradiologie gemacht und kann die Rotation wirklich sehr empfehlen. Von Anfang an war die Stimmung im Team sehr angenehm und man hat sich schnell gut aufgehoben gefühlt. Sowohl die Assistenzärzt:innen als auch die Oberärzt:innen sind sehr freundlich, ansprechbar und nehmen sich, auch im stressigen Alltag, Zeit für Fragen und Erklärungen.
Tagesablauf:
Treffpunkt ist jeden Morgen um 07:55 Uhr zur Frühbesprechung mit der gesamten Abteilung, um 08:00 Uhr startet dann der normale Tagesbetrieb. Als PJler ist man tagsüber meistens zusammen mit den Assistenzärzt:innen eingeteilt, entweder am CT oder am MRT (inkl. Einblick in den Ablauf rund um das intraoperative MRT). Praktisch gehört dazu vor allem das Aufklären/Einwilligen von Patient:innen, das Legen von Zugängen, wenn Kontrastmittel geplant ist, und man wird auch sonst gut in die Abläufe integriert.
Im Verlauf der Rotation bekommt man zunehmend die Möglichkeit, selbst aktiv mitzudenken und zu arbeiten, z.B. indem man nachmittags bei CT- und MRT-Befunden mitarbeitet und Teile von Befundentwürfen schreibt, die dann gemeinsam mit den Assistenzärzt:innen und Oberärzt:innen durchgesprochen und korrigiert werden. Gerade dieses direkte Feedback war extrem lehrreich.
Boards (interdisziplinär):
Wenn man Interesse hat, kann man auch sehr gut an den interdisziplinären Boards teilnehmen. Mittwochs um 08:00 Uhr findet das ZNS-Tumorboard statt und Donnerstags um 08:00 Uhr das vaskuläre Board, beide gemeinsam mit der Neurochirurgie und weiteren beteiligten Disziplinen. Das ist eine gute Gelegenheit, die klinische Entscheidungsfindung mitzuerleben und Fälle auch mal über die Bildgebung hinaus einzuordnen.
Interventionen am CT (PRT / Biopsien):
Zusätzlich gibt es eine interventionelle Schiene im Team: Pro Tag ist meist ein Assistenzarzt (manchmal auch zwei) für Interventionen am CT eingeteilt. Wenn man dort mitgeht, kann man sehr direkt in die praktische Arbeit reinschauen und je nach Erfahrung und Situation auch mithelfen. Dazu gehören z.B. diagnostische oder therapeutische PRTs sowie spinale Biopsien. Das war für mich ein großes Plus, weil man dadurch nicht nur Bilder sieht, sondern auch den interventionellen Anteil der Neuroradiologie im Alltag miterlebt.
Praktischer Kurs / Simulation Thrombektomie:
Ein besonderes Highlight ist außerdem, dass es regelmäßig einen Kurs für interessierte Medizinstudierende in der interventionellen Neuroradiologie gibt. Dort arbeitet man an einem Modell und kann den Ablauf einer Thrombektomie realistisch üben, inklusive Einsatz von Stent-Retriever, Kathetern und weiterem Material. Gerade wenn man sich für Neurointervention interessiert, ist das eine sehr seltene und extrem lehrreiche Gelegenheit, die Abläufe einmal hands-on nachzuvollziehen.
Nachmittagsbesprechung & Teaching:
Um 15:00 Uhr gibt es täglich die Nachmittagsbesprechung mit der ganzen Abteilung. Dort werden interessante Fälle vorgestellt, und an einem der Tage ist das als Learning & Research Session organisiert, bei der ein:e Assistenzärzt:in ein Thema vorbereitet und präsentiert. Das ist sehr hilfreich, weil man regelmäßig strukturiert wiederholt und Neues dazulernt.
Feste Lehrveranstaltungen:
Zusätzlich gibt es eine regelmäßige neuroradiologische Lehre:
• Dienstags um 09:00 Uhr eine neuroradiologische PJ-Teaching (für PJ in Neurologie/Radiologie/Neuroradiologie), gehalten von einer/einem Neuroradiologie-Oberärzt:in.
• Freitags um 09:00 Uhr die entsprechende Lehrveranstaltung in der allgemeinen Radiologie.
Angio / Neurointerventionen:
Wenn Interesse besteht bekommt man auch die Möglichkeit, in der Angio mehr zu sehen: z.B. bei einer DSA dabei zu sein oder Thrombektomien bzw. Coilings zu beobachten. Die Oberärzt:innen sind dabei genauso offen für Fragen wie im normalen Alltag.
Organisatorisches/Alltag:
Mittagspause ist in der Regel gut möglich (meist um 12 Uhr). Sehr praktisch: Für die komplette Rotation bekommt man täglich Essenschips/Voucher, die man in der Mensa gegen ein Menü einlösen kann (Standardmenü, vegetarisch und ein weiteres Menü). Salat geht auch, kostet aber meist etwas extra. Außerdem gibt es Kaffee in der kleinen Abteilungsküche.
Fazit:
Insgesamt war das für mich eine wunderbare Rotation: sehr angenehme Teamkultur, viel Teaching, und man bekommt nach kurzer Zeit auch echte Aufgaben und Verantwortung, ohne überfordert zu werden. Ich habe mich während der gesamten vier Monate sehr wohl gefühlt und fachlich viel mitgenommen. Ich kann die Rotation in der Neuroradiologie wirklich sehr weiterempfehlen.