Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Regensburg
Kommentar
Das Tertial in der Chirurgie im Krankenhaus Landshut-Achdorf kann ich sehr empfehlen. Das Tertial wird in 3-4 Rotationen aufgeteilt davon 5 Wochen in der Unfallchirurgie, 5 Wochen in der Viszeralchirurgie und 4 Wochen in der Notaufnahme. Optional kann man 1 Woche in die Gefäßchirurgie/Handchirurgie schnuppern.
In der Unfallchirurgie startet der Tag um 7:45 Uhr mit der Frühbesprechung. Hier werden die unfallchirurgischen Fälle der Notaufnahme und sonstige Besonderheiten aus dem Dienst besprochen. Bereits hier findet oftmals das erste Teaching und Ausfragen der Studenten durch den Chefarzt anhand der Röntgen und CT Bilder statt. Jeden 2. Mittwoch gibt es eine interne Fortbildung mit Frühstück in der Frühbesprechung. Im Anschluss geht es auf die Station. Teilweise ist man hier für Blutentnahmen und Vigos sowie MMSE Erhebungen zuständig, eigentlich gibt es aber einen Blutentnahmedienst. 2x wöchentlich (Dienstag und Mittwoch) findet dann die Chefarztvisite statt. Hier stellen die Studenten einen Patienten vor und bekommen dazu sowie auch allgemein Fragen gestellt inkl. Teaching. An den anderen Tagen macht man die normale Visite (ohne Fragen) mit. Zudem ist man regelmäßig im OP eingeteilt insbesondere bei den Hüft und Knie TEP Operationen der Belegärzte. Man darf aber jederzeit bei allen OPs zusehen oder auch assistieren wenn gewünscht und umsetzbar. Der Tag endet dann mit der Nachmittagsbesprechung, die um 15:15 Uhr startet.
In der Notaufnahme nimmt man ebenfalls an der Früh- und Nachmittagsbesprechung der Unfallchirurgie teil. Ansonsten darf man Anamnesen erheben, Patienten voruntersuchen und auch kleinere Wunden selbstständig nähen.
Die Viszeralchirurgie startet mit einer eigenen Frühbesprechung um 7:30 Uhr. Auch hier werden Besonderheiten aus dem Dienst besprochen wie Neuaufnahmen oder Operationen, die im Dienst stattfanden. Im Anschluss findet täglich eine kurze Visite auf der Intensivstation statt. 1x die Woche (Freitag) ist die Chefarztvisite auf Station. Hier gibt es kein aktives Ausfragen. Für die Blutentnahmen und Vigos auf Station sind dann ausschließlich die Studenten zuständig (kein Blutentnahmedienst, viele Patienten haben einen ZVK oder gute Venen). Auch hier ist man fest im OP eingeteilt vor allem bei kleineren laparoskopischen Eingriffen zum Kamera führen (Cholezystektomie, Appendektomie) oder auch als Assistenz bei Narben- oder Leistenhernien, Stomarückverlagerungen etc. Hier gilt ebenfalls man darf bei allen OPs zusehen und immer Fragen stellen. Ein festes Teaching findet in der Viszeralchirurgie zwar nicht statt, wenn man sich aber einbringt und Interesse zeigt lernt man auch hier sehr viel. Ich durfte DKs legen, Lagern, Abdecken und Abwaschen und auch intrakutan nähen. Auch waren die Oberärzte in den OPs immer bemüht die Abläufe der OP zu erklären oder die Anatomie Kenntnisse aufzufrischen.
Zusätzlich findet 1x wöchentlich PJ Unterricht über 1h statt (meist 15 bis 16 Uhr) mit wechselnden Themen aus allen Fachbereichen des Hauses, teilweise mit praktischen Übungen wie Sono, ZVK legen oder Reanimation. Alle 2 Wochen gibt es Mittwochs noch einen Patho Kurs am Klinikum Landshut von 9 bis 11:15 Uhr.
Insgesamt ein wirklich tolles Tertial in dem man viel lernen kann, gefordert wird aber auch Zeit zum Selbststudium oder den ein oder anderen Ratsch mit Kollegen und PJlern hat. Zu betonen ist, dass sich alle Assistenzärzte und Oberärzte wirklich Zeit für die Studenten nehmen sofern es das Arbeitsaufkommen zulässt und alle super lieb zu den Studenten sind. Auch wird mal ein Auge zugedrückt wenn man mal früher weg muss wegen eines Termins oder Ähnliches.
Die Aufwandsentschädigung ist mit 450€ plus 325,50€ Wohngeld auch besser als an vielen anderen Häusern.