PJ-Tertial Chirurgie in Staedtisches Klinikum Karlsruhe (11/2024 bis 1/2025)

Station(en)
Allgemeinchirurgie, ZNA
Einsatzbereiche
Notaufnahme, OP, Station
Heimatuni
Freiburg
Kommentar
Organisatorisches:
Ich habe nur ein halbes Tertial am SKK gemacht, davon 6 Wochen ACH und 2 Wochen ZNA.
Die PJ-Sekretärin, Frau Ullrich, ist ein absoluter Schatz und super hilfsbereit.
Es gibt eine sehr aktive PJ Community, es gibt regelmäßig Unternehmungen, Stammtisch, Grillen etc. Echt das Highlight an dem ganzen.
Wohnmöglichkeiten gibt es Einzelappartments oder Zimmer in der Südlichen Hildapromenade. Bei Letzterem bekommt man die 150 Euro Wohngeld "gestrichen", lebt dann aber dort für lau. Mehr ist diese abgesiffte Kaschemme auch nicht wert, die Küchen sind ein Biohazard, die Fenster schimmeln, und viele der "Mitbewohner" wissen weder was ein Schwamm ist noch interessiert man sich für Mülldienste etc.
Es gibt eigene PJ-Umkleiden und einen PJ Raum der leider relativ zum Rest der Klinik am Arsch der Welt liegt. Es gibt auch Telefone, nur meist zu wenige.
Am ersten Tag gibt es ein Kennenlern-Frühstück, eine Einführung, Tour durch die Klinik, ORBIS-Schulung. Auf Station kommt man erst am 2. Tag.
Es werden zwar regelmäßig Seminare etc angeboten, diese fallen aber genauso regelmäßig aus, bzw man steht halt im OP und kommt nicht weg.

ACH:
Hier fängt das Leid an. Der (damals) neue Chef ist eine menschliche Totalkatastrophe, was die Stimmung im gesamten Team und damit auch die "Betreuung" der PJler komplett in den Dreck gezogen hat.
Morgens wurden erstmal in der Konferenz die Assistenten zusammengeschissen, dann hat meist mittendrin die Pflege angerufen warum wir faulen PJ-Säcke nicht schon längst Blut entnommen haben.
Wenn man am 1. Tag auf Station dumm angemacht wird, dass man keinen Port stechen kann und deshalb eh ein Versager ist, Herr Doktor B. sich aber natürlich zu fein ist, es einem mal zu zeigen, wird eigentlich die gesamte ACH Rotation schon vorweg genommen: Nimmt Blut ab, stell dich in OP, halt 5 Stunden beim Whipple den Haken und die Fresse. Ja, es gibt auch ein paar nette OÄ, die einem mal was erklären oder zunähen lassen (wenn man schon nähen kann). Aber das ist nicht die Regel, gab auch genug, die die Existenz des PJlers nicht mit einem einzigen Blick zur Kenntnis genommen haben.
Aus Station kann man sich an einen der Borderline-suizidalen Assis hängen, die Hälfte von denen hat aber in meinen 8 Wochen am SKK gekündigt.
Lehre gab es keine, wenn man Glück hatte mit den Ärzten, an die man sich hängt, kann man schon mal Sono machen oder kriegt was gezeigt.
Aber dann gibt es auch wieder ältere Chirurgen, die richtig Freude daran haben, einen am Nachmittag kurz vor 16 Uhr noch anzurufen für irgendeine Gottlose 5 Stunden Darm OP.
Ambulant gibt es eine bariatrische Sprechstunde und der zuständige OA ist definitiv einer der Netten, der auch gerne erklärt.
Wenn mehr als 3 PJler in der ACH rotieren, kann man sich eigentlich fast schon abwechseln und zum Teil zuhause bleiben. Es gibt manchmal einfach nichts zu tun und wenn 3 Säle laufen und man gefühlt auf Station nur dumm im Weg steht kann man auch getrost zuhause bleiben. Die merken eh nicht, welche PJler wann wo da sind.
Anscheinend hat das SKK einfach aufgrund der teils grausigen Orga, der Menge an PJlern und der Größe den Ruf, dass man Drückeberger machen kann.
Ja, man kann ein paar komplexe Tumor-OPs sehen, aber dafür habe ich keine einzige Lap-App oder Lap-CHE gesehen, da diese dank des personalbetrieblichen Genies des neuen Chefs nur noch zwischen 20:00 und 5:00 stattfinden.
Welcome to the Shitshow!

ZNA (UCH)
Die einzigen 2 Wochen, in denen ich etwas gelernt habe. Absolutes Highlight, unbedingt in die ZNA rotieren!
Meist sind 2 PJler da, man teilt sich auf in 2 Schichten von 8-16 Uhr und 12-20 Uhr, wobei man auch meistens früher gehen darf.
In der ZNA darf man Patienten alleine aufnehmen, untersuchen, Rö etc anmelden, dokumentieren und dann Rücksprache mit den Ärzten halten.
Die Ärzte waren dort alle eher jung und super entspannt, die Pflege war auch sehr nett.
Habe wirklich viel gelernt dort, durfte auch Abszesse spalten, Platzwunden nähen, Verbände anlgegen, Tetanus impfen etc. So, wie man sich PJ vorstellt.
Hat dieses leidige Tertial herausgerissen für mich.
Nach der ZNA Rotation kann man dort auch bezahlte Dienste machen, die sich finanziell tatsächlich lohnen.
Bewerbung
Normal über die PJ Seite der Uni Freiburg
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Blut abnehmen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
456 inkl. Essenszuschuss, D-Ticket-Zuschuss

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
4
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
1
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.53