Das Urologie-Tertial würde ich mit einer 2-3 bewerten, fürs PJ völlig ok:
Es gibt keine klare Organisationsstruktur für PJs. Bei der Frühbesprechung wurde ich nicht vorgestellt. Es gilt hier viel Eigeninitiative zu zeigen, sprich proaktiv zu sein, da man ansonsten nur wenig mitkommt. Man bespricht mit der sehr netten Sekretärin die Zeitabschnitte und macht die Anmeldung, um für die Programme freigeschaltet zu werden, vorausgesetzt man hat die IT-Schulung (kann bei Pech 1-2Wochen später stattfinden). Darüber hinaus muss man sich für ein weiteres Programm bei den Ärzten melden, womit man mindestens 1 Woche ohne richtigen Zugang arbeitet. Schichten gehen von 6:45-15:30, wobei bei weniger To Do´s auch früher Feierabend möglich ist. An den Nachmittagsbesprechungen teilzunehmen ist kein Muss, wird aber gerne gesehen. Diese gehen von 15:30-15:45 (oder auch mal länger). Dienste gibt es keine, man kann sich aber nach Absprache mit Stationsarzt und Dienstarzt daran beteiligen und als Ausgleich z.B. an anderen Tagen früher gehen/später kommen. Es gibt 2 Hauptstationen und 1 weitere in der Frauenklinik in der man gelegentlich für Sonos und Viggos zugerufen wird. Für die beiden Uro-Stationen gibt es jeweils einen Piepser der bis zum Ende zu besetzen werden muss. Bei mehr PJlern (ab 3) kann man so nach Absprache früher gehen, ohne dass es negativ auffällt. Wichtig ist die OPs zu besetzen. Diese mit PJ sind im Durchschnitt ca. 3-5 OPs pro Woche. Bei Interesse kann man ohne Verzögerung der Stationsarbeit (BEs, Viggos, BKs, Sonos, AHV-Anträge, kleinere Interventionen) gerne in die anderen OPs zum zuschauen hingehen. Wichtig ist für die Ärzte eher das irgendein PJ immer erreichbar ist. Das Team ist grundsätzlich nett und erklärt einem gerne etwas, auch wenn der Betrieb sehr ausgelastet ist und durch viel Arbeit selten Zeit für Teaching oder Pausen bleiben. Man hat keine Seminare oder Praktika, kann sich aber bei der Lehre von den Chirurgen, es sei denn es fällt aus ;) beteiligen. Aufwandsentschädigung sind 300 Tacken, wobei es gottloser Weise 10€ Abzug pro aufgeschriebenen Fehltag gibt. Es empfiehlt sich an Visiten, die morgens länger gehen (Kurven-, Stationsvisite) und an der Frühbesprechung teilzunehmen. Wenn man überdurchschnittliches Interesse hat, ist die Ambulanz auch gut um Interventionen und endourologische OPs zu sehen bzw. mitzumachen. Bei vielen PJs konnten wir sogar zeitweise ganze Nachmittage dort zuschauen, aber auch hier ist es wichtig sich vorzustellen. Insgesamt ist es für ein chirurgisches Fach eine entspanntere Abteilung, aber von den Strukturen her bietet es nicht viel Lehre + Gehalt. Also gut abwägen, ob es sinnvoll ist an die Uniklinik zu gehen.