PJ-Tertial Chirurgie in Klinkum Nordfriesland (5/2025 bis 9/2025)

Station(en)
Allgemein-, Unfall-, Wirbelsäulen-, Gefäßchirurgie
Einsatzbereiche
OP, Notaufnahme, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Insgesamt kann ich das Chirurgie-Tertial in Husum schon empfehlen. Sich komplett um den OP zu drücken ist nicht möglich, daher sollte es schon in Ordnung für einen sein regelmäßig Haken zu halten. Den ganzen Tag muss man das in der Regel aber nicht und auf den pünktlichen Feierabend und eine Mittagspause wurde überwiegend geachtet. Die kleine Stadt Husum ist sehr süß und viele schöne Tagesziele sind zu erreichen, ein Fahrrad und vielleicht sogar Auto empfiehlt sich sehr. Wir waren in der Wirtschaftsakademie im Industriegebiet untergebracht. Jeder hat dort sein eigenes Zimmer mit Bad, es gibt eine Gemeinschaftsküche (unbedingt eigenes Geschirr mitnehmen (es gibt dort nichts)), welche nicht besonders einladend oder sauber ist und eine Waschmaschine/Trockner. Einen Besen o.Ä. sollte man sich selbst mitbringen. Es ist wahnsinnig hellhörig und insgesamt haben wir uns dort alle nicht so wohl gefühlt, wobei es für die vier Monate schon okay ist. Was wir nicht wussten: wenn man sich gegen die Unterkunft dort entscheidet, wird das PJ-Gehalt um ca 260€ erhöht, da lohnt es sich vielleicht doch sich selbst eine Unterkunft zu suchen.

In Absprache mit den anderen PJlern kann man zwischen der Gefäß-/Allgemein-/Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie sowie der chirurgischen Notaufnahme rotieren. Der Umgang mit der Pflege ist vor allem im OP sehr nett. Im ärztlichen Team sind die Hierarchie-Strukturen sehr flach außer und man wird als PJler überwiegend wertgeschätzt. Mittagessen (nicht besonders lecker) und Frühstück (kann man sich selbstständig bis 10:00 holen) bekommt man kostenlos. Alle paar Wochen finden PJ-Fortbildungen in Hamburg statt, wobei viele dies für einen Ausflug in die Stadt oder die Heimfahrt nutzen. Theoretisch findet wöchentlich einmal PJ-Unterricht der Inneren sowie Chirurgie statt, allerdings fällt der chirurgische Unterricht fast immer aus und man muss jede Woche die zuständigen Ärzte an den Unterricht erinnern. Auch auf Station kommt die Lehre recht kurz, weswegen man sich hier viel selbst einfordern muss. Generell lohnt sich Eigeninitiative immer. Die Arbeitszeiten sind auf Station 6:45-15:15 und in der Notaufnahme 7:45-16:15. Theoretisch ist es möglich am Wochenende Dienste mitzumachen und so freie Tage zu erarbeiten.

Gefäßchirurgie: Alle sind per du, sehr kleines überwiegend sympathisches Team, 3 OP-Tage die Woche, wo man viel als 1. Assistenz im OP steht, ab und zu die Hautnaht übernehmen darf und wenn man will bei minimalinvasiven Eingriffen in der Angio dabei sein kann. Hier hatte ich insgesamt die beste Zeit.

Allgemeinchirurgie: Hier hatte ich die schlechteste Zeit, wobei das vielleicht der Urlaubszeit geschuldet war. Bezeichnend ist, dass es keine Assistenzärzte gibt und zwei PAs sowie ein Facharzt die Stationsarbeit übernehmen. Hier anzufangen oder einen größeren Teil seines PJs zu verbringen, kann ich nicht empfehlen. Die Teamstimmung habe ich als sehr durchwachsen erlebt und den Umgang den PJlern gegenüber von einigen Oberärzten eher respektlos und wenig wertschätzend. Teilweise wird man im OP eingeteilt, insgesamt fanden aber wenig Operationen statt. Ich habe vor allem bei der Stationsarbeit unterstützt und ziemlich viel gar nichts zu tun gehabt (trotz vielem Nachfragen, es gab tatsächlich für alle eher wenig zu tun).

Wirbelsäulenchirurgie: Kleines, nettes Team, man läuft viel mit der PA mit und kann Briefe schreiben üben. In den OP wird man nicht eingeteilt, kann aber jederzeit bei den OPs zuschauen und teils mit am Tisch stehen, oder auch gar nicht in den OP gehen. Insgesamt sind die Tage hier sehr entspannt.

Unfallchirurgie: Ich habe mich hier als PJler ein wenig verloren gefühlt, wurde nicht im OP eingeteilt und musste viel Eigeninitiative zeigen, um mal steril am Tisch zu stehen oder (leider öfter der Fall) dann unsteril entfernt zuzusehen. Erklärt wird einem im OP aber dann relativ viel. Auch auf Station hat sich fast täglich einer der Asisstenzärzte für 20-30 min die Zeit genommen mit mir theoretische Dinge durchzugehen. Für die Oberärzte bleibt man unsichtbar und die Teamstimmung fand ich recht belastend, auch wenn die meisten Assistenzärzte sehr nett zu mir waren. Hier habe ich jeden Tag ca 1-2h Blut abgenommen oder Zugänge gelegt und bin viel einfach hinterhergelaufen.

Notaufnahme: Hier ist jede Woche ein anderer Assisstenzarzt aus der Unfallchirurgie eingeteilt. Dementsprechend kann man mal Glück haben und an jemanden geraten der viel erklärt und einen viel machen lässt, oder auch nicht. Auch hier gilt, wenn man nachfragt, ob man schonmal mit der Aufnahme starten kann oder eine Platzwunde nähen darf, darf man oftmals recht viel. Insgesamt kommen aber eher wenig spektakuläre Fälle nach Husum.
Bewerbung
Über das PJ-Portal sehr unkompliziert.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung
Nahtkurs
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Patienten aufnehmen
Blut abnehmen
Röntgenbesprechung
Mitoperieren
Briefe schreiben
Notaufnahme
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
620

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.13