Die Unterassistentenstelle ist in zwei Abschnitte unterteilt: Im ersten Monat arbeitet man auf der Intermediate Care (IMC), wo vorwiegend gesündere und größere Neugeborene betreut werden. Im zweiten Monat wechselt man auf die Intensivpflege (IPS), auf der extrem frühgeborene und schwerkranke Babys liegen. Während der gesamten Zeit sind jeweils zwei Unterassistenten gleichzeitig auf der Neonatologie im Einsatz. Zu Beginn des zweiten Monats gehört es zu den Aufgaben der erfahrenen Unterassistenten, die neuen Kollegen in die Abläufe einzuführen.
Fixe Aufgaben für Unterassistenten gibt es vergleichsweise wenig. Hauptsächlich füllt man Gesundheitshefte aus, aktualisiert täglich die wöchentlichen Neugeborenen-Status-Listen und führt teilweise die dazugehörigen Untersuchungen durch. Mit der Zeit übernimmt man die Betreuung eines eigenen Patienten: Man begleitet die Visite mit einem Assistenzarzt, dokumentiert die Befunde und stellt den Patienten bei der wöchentlichen Teaching-Visite vor.
Der Tag beginnt um 07:30 Uhr auf Station, die Übergabe findet um ca. 08:00 Uhr statt. Danach notiert man Neueintritte und legt Gesundheitshefte an. Um 09:00 Uhr startet die Visite, die auf der IPS auch mal zwei bis drei Stunden dauern kann. Anschließend schreibt man Verlaufseinträge, bevor meist die Mittagspause folgt. Nachmittags werden vor allem die wöchentlichen Untersuchungen der Neugeborenen durchgeführt. Gelegentlich hat man die Möglichkeit, bei Geburten dabei zu sein und die Primärversorgung mitzuerleben. Offiziell darf man auch auf die Wochenbettstation, wobei hier nicht alle gleicher Meinung sind.
Zweimal pro Woche finden Teaching-Visiten statt, jeweils einmal auf der IMC und auf der IPS. Dort werden ausgewählte Patienten gemeinsam mit den Kaderärzten bis hin zum Chefarzt vorgestellt, Diagnosen und Vorgehen werden diskutiert. Der Chefarzt stellt dabei gelegentlich Wissensfragen. Insgesamt ist die Teaching-Visite eher eine Patientenvorstellungsrunde als ein klassisches Teaching. Zusätzlich gibt es wöchentlich einen Journal Club. Die Lernkurve ist zu Beginn steil, flacht aber relativ schnell ab und hängt stark vom Selbststudium ab.
Das Arbeitsklima unter den Assistenzärzten ist sehr freundlich und offen. Sie bemühen sich, die Unterassistenten einzubeziehen und lehrreiche Aufgaben zu geben. Der Umgang mit den Kaderärzten variiert stark: Von solchen, die Fragen stellen und etwas vermitteln wollen, über solche, die einen kaum wahrnehmen, bis hin zu teils sehr direkten und kritischen Äußerungen ist alles dabei. Den Chefarzt trifft man vor allem bei der Übergabe oder der Teaching-Visite, der direkte Kontakt ist eher begrenzt. Die Pflegekräfte sind bis auf wenige Ausnahmen freundlich.
Im Haus gibt es ein kleines Bistro, das mittags ein Salatbuffet, eine warme Mahlzeit und Sandwiches anbietet. Die Preise sind, trotz Mitarbeiterrabatt, eher hoch, auch der Kaffee kostet für Mitarbeitende über drei Franken. In der Nähe gibt es ein Restaurant, das ich jedoch noch nicht besucht habe.
Insgesamt war die Zeit auf der Neonatologie spannend und lehrreich. Man bekommt Einblicke in komplexe Krankheitsbilder, die in kleineren Kliniken selten zu sehen sind. Allerdings gibt es auch einige negative Aspekte, weshalb ich die Stelle nicht uneingeschränkt weiterempfehlen würde.
Bewerbung
Ca. 2 Jahre im Voraus.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Patientenvorstellung EKG Fallbesprechung
Tätigkeiten
EKGs Eigene Patienten betreuen Patienten untersuchen Briefe schreiben