PJ-Tertial Innere in Krankenhaus Barmherzige Brueder (9/2023 bis 12/2023)

Station(en)
G1 (Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie), Notaufnahme, IVK (Internistische Intensivstation), K17 (Gastroenterologie und Rheumatologie)
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme
Heimatuni
Regensburg
Kommentar
Organisatorisch wird sich bekanntermaßen bei den Barmherzigen Brüdern sehr viel Mühe gegeben, am ersten Tag gibt es eine offizielle Empfangsrunde, man erhält wichtige Unterlagen und wird durchs Haus und zur eigenen Station geführt (und wird sich in den ersten Tagen trotzdem nur bedingt im Haus zurechtfinden).
In den ersten Tagen gibt es eine SAP-Einführung, bis man Systemzugang hatte und der auch auf allen Rechnern funktioniert hat, hat es trotzdem etwas Zeit und Anrufe bei der IT gebraucht.

Gestartet bin ich auf der Station G1 der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, wo mir vom Sekretariat nochmal eine Checkliste ausgeteilt und eine Assistenzärztin zugewiesen wurde. Die G1 kann ich empfehlen, wenn man erstmal die Basics der Stationsarbeit sehen möchte, ich fand es eine gute Station zum Einstieg - die Krankheitsbilder umfassen viele Elektrolytentlgeisungen und hydropische Dekompensationen, aber auch endokrinologische und nephrologische Fälle. Die Assistenzärzt:innen und auch die Pflege waren total nett und bei Fragen immer hilfsbereit. Auch von OA Dr. Weinmann konnte man einiges lernen - insgesamt hätte ich im Nachhinein betrachtet wohl noch öfter nachfragen sollen, z.T. hatte ich aber den Eindruck, dass im Stationsalltag so viel zu tun war, dass die Zeit, mal in Ruhe Patient:innen oder Therapieabläufe durchzusprechen, oft sehr begrenzt war.
Auf der G1 darf man nach und nach auch "eigene" Patient:innen betreuen - dementsprechend macht man Aufnahmen auf Station, Untersuchungen, schreibt Kurven, diktiert Arztbriefe und meldet viele Funktionsuntersuchungen an. Auf der G1 gibt es einen tollen Sozialdienst und eine sehr hilfsbereite Stationssekretärin, sodass einem viel bürokratische Arbeit abgenommen wurde. Aber auch die Assistenzärzt:innen haben bei den "eigenen" Patient:innen im Hintergrund oft noch einiges geregelt, was auch teilweise gar nicht anders möglich war, weil man als PJler bei den Barmherzigen Brüdern sehr viel Zeit in Fortbildungen verbringt.
Weitere Tätigkeiten auf Station umfassen das Abnehmen von Blutkulturen, Legen von Nadeln, Blutentnahmen (auch wenn es einen tollen Blutentnahmedienst gibt, wer bzgl. Nadellegen noch Tipps möchte, sollte sich auf jeden Fall an Schwester Barbara wenden) und VIELE Schellong-Tests. Die waren z.T. wirklich etwas nervig, ich würde stark empfehlen, pro Tag nicht mehr als 1 Schellong-Test anzunehmen, ansonsten geht dafür gerne mal eine ganze Stunde drauf, auch wenn man dabei eine gute Gelegenheit hat, die Patient:innen näher kennenzulernen.

Bei den Barmherzigen Brüdern rotiert man standardmäßig für 2 Wochen in die Notaufnahme und wird dort in Früh-/Spät-/Wochenendschicht eingeteilt. Dort hat es mir gut gefallen, fast alle Assistenz:ärztinnen waren sehr nett und haben sich auch oft ums Teaching bemüht. Unter Rücksprache darf man dort Anamnese und KU erheben, vielleicht schonmal mit dem Sono draufschauen, Labor und Bildgebung anmelden und dann die Fälle den diensthabenden Oberärzt:innen vorstellen. Blutentnahmen und Nadeln werden hier fast immer von der Pflege gemacht, z.T. darf man aber mal ein arterielles Gas stechen.
Scheinbar wird in der NFZ-Rotation erwartet, dass man einmal eine ausführliche schriftliche Fallvorstellung erstellt und diese dann den Oberärzten vorträgt, worauf mich aber während meiner Rotation niemand hingewiesen hatte und im Nachhinein auch niemand nachgehakt hat, andere PJler:innen wurden aber explizit darauf angesprochen.

Für 3 Wochen war ich auf Wunsch auf der Internistischen Intensivstation eingeteilt, die ich auch jedem wärmstens empfehlen kann. Gefühlt waren 3 Wochen fast etwas kurz, da ich noch keinerlei Erfahrung auf der Intensivstation hatte und mich erst einmal einfinden musste, auch wenn man quasi nichts selber machen muss. Das Team ist hier super nett und man sieht viele sehr spannende (und schwere) Fälle - hier gilt aber auf jeden Fall "Wer nicht fragt bleibt dumm", durch alleiniges Zuschauen und Mitlaufen habe ich persönlich oft nicht wirklich gecheckt, was bei den Patient:innen gerade der Plan ist und abgeht - auf IVK gibt es von Beatmung, Ernährung, Medikamenten so viel zu beachten, dass man da am Anfang schnell mal überfordert ist und den Überblick verliert. Sich für einen Tag mal an die Pflege zu hängen und die Abläufe erklären zu lassen, ist sicherlich auch eine gute Idee.
Zeitgleich mit meiner Rotation wurde aber eine Assistenzärztin neu eingearbeitet, die Oberärzte haben sich hier viel Zeit für Erklärungen und Teaching genommen und mich dabei oft mitgenommen. Ein paar Mal durfte ich auch Arterien und ZVK legen, obwohl die neue Assistenzärztin das auch erst lernen musste und somit eigentlich Priorität gehabt hätte.
Wer sich etwas in die Intensivmedizin einarbeiten möchte, dem empfehle ich auf IVK mal die PC-Ordner zu durchforsten, es gibt viele SOPs und "Einarbeitung neuer ärztlicher Mitarbeiter" wo viele Grundlagen gut erklärt sind - OA Großmann ist ein wirklich witziger Typ und hat einen Youtube-Kanal "Jazz und Medizin" wo es zu einigen Themen auch ausführliche Videos gibt.

Zuletzt bin ich auf die gastroenterologische K17 rotiert, dort gab es als PJler je nach Assistenzarzt/-ärztin etwas weniger zu tun, interessant war es aber auch dort und einige Male durfte ich Aszites punktieren. In der Endoskopie war ich leider nur 1x und würde empfehlen, vielleicht bei Interesse noch etwas mehr nachzuhaken.

Hervorheben muss man bei den Barmherzigen Brüdern das tolle Fortbildungsangebot, gefühlt könnte man die gesamte Woche mit Fortbildungen verbringen. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind mir hier
- die kardiologische Visite und der EKG-Kurs von Dr. Arnstein (sind leider gegen Tertialende öfter mal ausgefallen, wenn es dringende Fälle gab)
- das Röntgen-Survival-Kit von CA Zorger
- die Rheumatologie-Fortbildung (PD Schedel kommt extra aus Passau und macht eine super Fallbesprechung, lässt auch bzgl. der Uhrzeit mit sich reden, sollte die Fortbildung arg spät angesetzt sein, was für viele von uns am Anfang etwas abschreckend war)
- und natürlich der Sonographie-Kurs von Dr. Brookman-Amissah (er hat sich für uns 2x pro Woche knapp 2h Zeit genommen, donnerstags durften wir dann nochmal selbstständig im Sonozentrum üben, am Ende gab es ein DEGUM-Zertifikat - leider verlässt Dr. Amissah wohl leider die BBs und der Sonokurs wird von jemand anderem weitergeführt, wie der Kurs also jetzt ist kann ich nicht einschätzen)

Alles in allem kann ich die BBs also nur empfehlen, auch wenn ich dringend raten würde, für sich einzustehen und möglichst viel nachzuhaken, wenn man im Stationsalltag was mitnehmen möchte.

Kurz möchte ich noch das Mensaangebot erwähnen, das leider eher wenig vegan-freundlich war (dafür ist die stabile Basis der Ernährungspyramide die tägliche Currywurst), man kann aber gut mit den Servicekräften reden und sich Beilagen zusammenstellen, nach und nach gab es dann auch ab und zu vegane Gerichte, die explizit gelabelt wurden.
Bewerbung
Bewerbung über das Vergabeverfahren der Universität Regensburg
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Repetitorien
EKG
Nahtkurs
Bildgebung
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
Punktionen
EKGs
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
3
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.67