PJ-Tertial Gynäkologie in Universitaetsklinikum Marburg (9/2023 bis 12/2023)

Station(en)
142, 129
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Insgesamt empfehle ich es nicht das Wahltertial in der Gynäkologie und Geburtshilfe des UKGM zu absolvieren.

Zur Organisation: Das PJ im UKGM Marburg ist sehr gut organisiert. Man bekommt im Vorhinein alle Unterlagen zugeschickt und muss Kautionen für Spint und Kleidung überweisen. Am ersten Tag waren alle Zugänge und Schlüssel etc. organisiert. Man startet am ersten Tag mit einer Vorstellung in der Gyn Frühbesprechnung. Danach geht es weiter mit der Einführungswoche mit den anderen PJ-Studierenden aller Abteilungen. Die Zeit ist super, um andere Leute kennenzulernen und auch die Inhalte der Woche sind sehr gut.

Die erste Hälfte des Tertials habe ich in der Gynäkologie verbracht. Dort hat es mir gar nicht gefallen. Man steht dauerhaft im Op, dort ist die Stimmung je nach Operateur*in teilweise extrem schlecht. Von einer Oberärztin im Speziellen wird man sowohl im Op aber auch in der Morgensvisite (vor allem in der ersten Zeit) teilweise persönlich angegangen. Auch die PJ-Vertrauensdozentin ist im OP sehr unfreundlich und eigentlich kann man nur alles falsch machen. Generell ist im Op der Zeitdruck extrem hoch und wenn man etwas noch nicht kann, war es oft schwierig es dort zu lernen. So konnte ich es persönlich nicht genießen, dass man bei vielen coolen Ops mit am Tisch steht und assistieren darf. Wäre die Stimmung anders gewesen, hätte ich das super gefunden. Ich möchte hier allerdings auch nicht unerwähnt lassen, dass es auch sehr nette Operateur*innen gibt, bei denen ich sehr gerne am Tisch stand und auch einiges gelernt habe.
Vom Stationsalltag habe ich so recht wenig mitbekommen (außer die gruselige Visite von 7-8 Uhr). Anfangs waren auf der Station vorwiegend zwei Assistentinnen, mit denen ich die Stimmung sehr anstrengend fand, da bei Rückfragen eher schnippische Antworten wie „Finde es selbst heraus“ oder „das habe ich dir doch schon mal gesagt“ kamen und eigentlich gar nichts erklärt wurde. Die beiden haben allerdings im Verlauf meines Tertials beide gekündigt. Es gibt dort auch super nette Assistent*innen, mit denen ich gerne gearbeitet habe und die einem sehr viel gezeigt und erklärt haben. Ohne diese hätte ich in meiner Zeit kein einziges Mal eine gynäkologische Untersuchung gemacht. Aufgaben auf der Station sind bei der Visite Drainagen ziehen und danach Blutabnahmen und Zugänge legen.
Nachdem meine Zeit in der Gyn vorbei war, sind die Blockpraktika gestartet. Die Blockpraktikant*innen müssen sehr viel in den Op gehen, weshalb meine nachfolgenden PJlerinnen nicht von 8-15 Uhr im Op standen und so auch die Möglichkeit hatten bspw. mal in die Ambulanzen zu gehen. In meiner Zeit dort war es sehr schwierig auch mal woanders hinzugehen oder mal einen Spätdienst zu machen. Auch Fehltage zu nehmen hat leider zu Diskussionen geführt, wobei ich diese natürlich immer so genommen habe und letztlich auch nehmen konnte, wie ich es geplant hatte. Die Arbeitszeit war immer von kurz vor 7 bis kurz nach 16 Uhr.

In der Geburtshilfe war die Stimmung deutlich besser. Im Kreißsaal habe ich einige Geburten gesehen und einige Assistent*innen haben sich immer wieder Zeit genommen Themen durchzusprechen. Was mich dort allerdings gestört hat, waren die endlos vielen Blutentnahmen auf der Wöchnerinnenstation und dass man bei einigen Assistent*innen die Entlassungen alleine machen musste. Das war die ersten 2 Wochen cool, weil man eigenständig arbeiten konnte. Irgendwann aber sehr repetitiv und hat sehr viel Zeit geraubt, die man im Kreißsaal verpasst hat.
In der Zeit habe ich auch 2 Tage in der Reproduktionsmedizin hospitiert. Die Ärzt*innen dort sind super nett und erklären viel. Bei Follikelpunktionen oder Embryonentransfers zuzuschauen war sehr spannend.

Es gibt in dem Team wirklich super nette Menschen, ohne die die Zeit nicht auszuhalten gewesen wäre. Für mich überwiegt allerdings die Gesamtstimmung, die PJ-Studierenden vor allem von oberärztlicher Seite gegenübergebracht wird. Wertschätzung und die Einstellung, dass PJ-Studierende zum Lernen da sind: absolute Fehlanzeige. Sehr schade fand ich auch, dass wir keinen PJ-Unterricht hatten.

Deshalb würde ich ein PJ in der Gyn dort nur empfehlen: Wenn du den Op liebst und viele Vorerfahrungen hast, es am besten nicht dein erstes Tertial ist (am besten schon das Chirurgie Tertial gehabt) und dir schlechte Stimmung und blöde Bemerkungen egal sind.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Mitoperieren
Braunülen legen
Blut abnehmen
Briefe schreiben
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger

Noten

Team/Station
4
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
5
Betreuung
4
Freizeit
3
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
4

Durchschnitt 3.53