PJ-Tertial Neurochirurgie in Charite Campus Mitte (3/2021 bis 6/2021)

Station(en)
Neurochirurgische Station 15A
Einsatzbereiche
OP, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Titel: Sehr lehrreich, aber nichts für schwache Nerven

Ich denke für die Neurochirurgie an der Charité in Berlin Mitte gilt: Es ist das, was man draus macht. Die Assistenzärztinnen und -ärzte, mit denen man den meisten Kontakt auf Station hat, sind wirklich sehr nett und hilfreich. Man bekommt auch definitiv das Gefühl, dass man eine Hilfe sein kann, da ein sehr hoher Durchlauf an Patienten besteht und etliche Aufgaben anfallen (im Schnitt 5-6 Neuaufnahmen und 5-6 Entlassungen pro Tag). Die Geschwindigkeit auf der Station ist sehr hoch. Das kann anfangs etwas überfordernd wirken. Allgemein ist das Stress-Level hoch, was aber auch einfach dem Aspekt geschuldet ist, dass es sich um Patienten mit teilweise schweren Erkrankungen handelt. Für jemanden, der selbst Neurochirurg werden möchte ist das sehr lehrreich. Man kann alle Abläufe direkt miterleben. Das normale Procedere: Anmeldung der nötigen prä- und postop. Bildgebung, Diagnostik, Verbandswechsel usw. Und man bekommt auch die Abläufe mit, wenn Komplikationen auftreten: Epileptische Anfälle, Zustandsverschlechterungen postop., Elektrolytveränderungen nach Hypophysen-Op's, Liquorlecks, Verlegung auf Neurointensiv, Anlage von EVD's usw.

Auch die Oberärztinnen und -ärzte sind wirklich nett. Letztendlich sind sie aber unter einer hohen Belastung, da der OP den ganzen Tag läuft, mit bis zu 4 parallelen Sälen. Das heißt, man kommt nicht so viel in Kontakt mit den OÄ, außer bei den Visiten und wenn man in den OP geht.

Jeden Morgen und jeden Nachmittag gibt es eine Fallbesprechung. Auch hier kann man viel lernen. Und da es sich um eine Klinik mit 3 Standorten handelt, ist alleine die Anzahl an besprochenen Fällen beeindruckend. Weiterhin gibt es dann noch bestimmte Boards, wie z.B. das Tumor-Board oder das Neurovaskuläre-Board. Auch hier kann man einiges mitnehmen. Jeden Mittwoch findet ein Vortrag oder eine Fortbildung statt. Hier wird man als Studierender auch mit eingebunden und muss selbst einen Vortrag halten. Es werden aber auch Fortbildungen von den OÄ gehalten, zu Themen wie z.B. klinische Neuroanatomie, Ventrikeldrainagen und deren Korrekte Anlagetechnik, internistische Komplikationen im Rahmen einer Temozolomid-Therapie.

Theoretisch kann man immer in den OP wenn man möchte. Es empfiehlt sich aber schon, wenn man davor erstmal die Station gemeistert hat und ich persönlich habe auch einfach immer mit den Assistenten auf Station gesprochen, ob es okay ist wenn ich mir irgendeine OP ansehe. Das gute ist auch, dass es in der Regel einen langen Saal gibt, in dem auch noch operiert wird, wenn die Aufgaben auf Station eh schon alle erledigt sind. Im OP sieht man dann auch wirklich super spannende Sachen, die man anderswo sicherlich nicht so einfach zu sehen bekommt.

Alles in allem mein bestes PJ-Tertial. War zwar stressiger als die anderen Tertiale, aber dafür auch hundert mal lehrreicher. Man muss einfach mit dem Tempo und der Art der Kommunikation klar kommen und dann macht es wirklich Spaß.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Blut abnehmen
Punktionen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Röntgenbesprechung
Braunülen legen
Rehas anmelden
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
EKGs
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.07